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Finanz­bil­dung als eige­nes Schulfach

Drei Vier­tel der Öster­rei­che­rIn­nen for­dern im Umfrage Finanz­bil­dung als Schul­fach. In Ver­an­la­gung wird pri­mär auf Gold und Anlei­hen gesetzt. Gestie­ge­nes Zins­um­feld lässt zudem alte Spar­klas­si­ker neu aufleben.

Mit Beginn des heu­ri­gen Schul­jah­res (2023÷2024) tra­ten neue Lehr­pläne in Kraft, wo nun auch erst­mals der Finanz­bil­dung eine wesent­li­che Rolle im Unter­richt gewid­met wird. Wie eine aktu­elle, reprä­sen­ta­tive Inte­gral-Umfrage im Auf­trag der Erste Bank zeigt, wür­den drei Vier­tel der Öster­rei­che­rIn­nen Finanz­bil­dung sogar als eige­nes Unter­richts­fach anse­hen. „Ein bedeu­ten­der Schritt für die finan­zi­elle Bil­dung in Öster­reich“, so Gerda Holz­in­ger-Burg­stal­ler, CEO der Erste Bank Österreich. 

Öster­rei­cher set­zen auf Spar­konto, Wert­pa­piere und Gold
Die Erste betreibt mit dem Finan­cial Live Park (FLiP) bereits län­ger eigene Ver­an­stal­tungs- und Lehr­räum­lich­kei­ten zum Thema Finan­zen im Bil­dungs­be­reich (eco­nomy berich­tete). Im Jän­ner 2023 wur­den hier auch die damals neuen Lehr­pläne von Bun­des­mi­nis­ter Mar­tin Pola­schek vor­ge­stellt. „Die Nach­frage nach finan­zi­el­lem Wis­sen ist rie­sig. Das sehen wir nicht nur am Feed­back der Leh­re­rIn­nen, son­dern auch am Enthu­si­as­mus der Kin­der und Jugend­li­chen wäh­rend der Füh­run­gen“, unter­streicht Holzinger-Burgstaller.

Die Ent­wick­lung bei den Zin­sen unter­stützt Spar­klas­si­ker wie Spar­konto oder Bau­spar­ver­trag, diese befän­den sich wei­ter im „Zins­auf­wind“, das zeige die aktu­elle Spar- und Kre­dit­pro­gnose der Erste Bank. Waren es im Vor­jahr noch 50 Pro­zent, grei­fen heuer bereits 60 Pro­zent auf das Spar­konto zurück. Der Bau­spar­ver­trag wird von 39 Pro­zent (Q3/2022 : 32) genutzt. Gene­rell spa­ren die Öster­rei­cher im 12-Monats-Trend wie­der eif­ri­ger. Die Zahl jener, die keine Geld­an­lage pla­nen ist mit 15 Pro­zent deut­lich zurück­ge­gan­gen (davor 22 Prozent).

Lebens­ver­si­che­run­gen und Pen­si­ons­vor­sor­gen und Gold
Die gestie­gene Anspar­freude zeigt sich auch bei alter­na­ti­ven Ver­an­la­gungs­for­men. Ins­be­son­dere Wert­pa­piere (36 Pro­zent) ver­zeich­ne­ten einen star­ken Beliebt­heits­an­stieg. Im Detail zei­gen sich aller­dings Unter­schiede : Wäh­rend Fonds (25) und Aktien (21) im Jah­res­ver­gleich leicht zuleg­ten, stie­gen Anlei­hen (15 Pro­zent) ver­gleichs­weise stär­ker in der Gunst der hei­mi­schen Anle­ger und das auch, weil die Zins­wende gestie­gene Ren­di­ten am Anlei­hen­markt bedeutete. 

Deut­lich an Beliebt­heit gewann auch Gold (26 Pro­zent). Laut Erste Group Rese­arch war und ist das maß­geb­lich auf das gestie­gene geo­po­li­ti­sche Risiko durch den Krieg im Nahen Osten zurück­zu­füh­ren. Ebenso gesucht sind Ver­an­la­gungs­for­men mit lan­gen Lauf­zei­ten wie Lebens­ver­si­che­run­gen (32) und Pen­si­ons­vor­sor­gen (31 Pro­zent). Gestie­gen ist auch die durch­schnitt­li­che Ver­an­la­gungs­summe, um rund zehn Pro­zent auf 7.500 Euro. Im Ver­gleichs­zeit­raum Q3/2022 betrug die­ser Wert noch 6.800 Euro.

Jede/​r Zweite unter 30 Jah­ren plant eine grö­ßere Investition
Die Umfra­ge­er­geb­nisse zei­gen zudem, dass 37 Pro­zent der in Öster­reich leben­den Per­so­nen grö­ßere Anschaf­fun­gen pla­nen und dabei sticht ins­be­son­dere die Alters­gruppe unter 30 her­aus. Hier hat fast jede/​r Zweite eine grö­ßere Inves­ti­tion in Pla­nung. Bei der Finan­zie­rung möch­ten drei Vier­tel eigene Erspar­nisse ver­wen­den, 14 Pro­zent Bank­kre­dit oder Bauspardarlehen.

Immer­hin acht Pro­zent set­zen auf Freunde oder Fami­lie und sie­ben Pro­zent wol­len sich pri­vat Geld lei­hen. Wenn per Bank­kre­dit oder Bau­spar­dar­le­hen finan­ziert wird, ist die durch­schnitt­li­che Kre­dit­summe im Ver­gleich zum drit­ten Quar­tal des Vor­jah­res von 112.500 Euro auf 101.800 Euro gesun­ken. Das ist ein Minus von zehn Prozent. 

Autor: red/mich
08.01.2024

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