Zum Inhalt
© Pexels.com/chaikong

Finan­zie­rung höhe­rer Verteidigungsausgaben

Ein höhe­rer Ver­tei­di­gungs­etat erfor­dert mas­sive Ein­schnitte in öffent­li­chen Haus­hal­ten. In Deutsch­land for­dern Wirt­schafts­exper­ten ent­spre­chende Maß­nah­men bei Migra­tion, Inte­gra­tion, Umsatz­steuer und Länderbeteiligung.

Die Dis­kus­sio­nen um eine Erhö­hung der Rüs­tungs­aus­ga­ben bei euro­päi­schen Staa­ten hat nicht zuletzt mit der Wie­der­wahl von Donald Trump als neuer US-Prä­si­dent an Fahrt auf­ge­nom­men. Um nun in Deutsch­land als größte Wirt­schafts­na­tion Euro­pas Rüs­tungs­aus­ga­ben in Höhe von min­des­tens 2,5 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) finan­zie­ren zu kön­nen, müsste eine ganze Reihe ande­rer Aus­ga­ben gekürzt oder gestri­chen werden. 

Ver­tei­lung der Las­ten letzt­lich eine poli­ti­sche Entscheidung
„Die nächste Bun­des­re­gie­rung muss voll­stän­dig neu pla­nen. Auf der Aus­ga­ben­seite ist es ent­schei­dend, sofort einen mehr­jäh­ri­gen Umschich­tungs­pro­zess ein­zu­lei­ten“, schreibt nun Cle­mens Fuest, Wirt­schafts­experte und Prä­si­dent des Münch­ner ifo Insti­tuts, in einem aktu­el­len Gast­bei­trag. Nach Ansicht von Fuest ist die Ver­tei­lung der Las­ten letzt­lich eine poli­ti­sche Ent­schei­dung, so das ifo-Insti­tut in einer Aus­sendung. Aus Sicht von Fuest könnte das auf die Scho­nung des Wirt­schafts­wachs­tums aus­ge­rich­tete Paket meh­rere Ele­mente enthalten.

Inklu­diert wäre das Wachs­tum des Zuschus­ses zur Ren­ten­ver­si­che­rung auf ein Pro­zent pro Jahr zu begren­zen, was einen Ver­zicht auf Ren­ten­er­hö­hun­gen oder ein höhe­res Ren­ten­zu­gangs­al­ter erfor­dern würde. Zusätz­lich könn­ten die Finanz­hil­fen des Bun­des, für die rund 42 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen sind, bis 2028 hal­biert wer­den, ebenso wie die Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen im Volu­men von 20 Mil­li­ar­den Euro. Fuest rät zudem zu einer Begren­zung des Zustroms von Flücht­lin­gen und zu einer ver­bes­ser­ten Inte­gra­tion in den Arbeitsmarkt.

Erhö­hung der Umsatz­steuer und Ver­zicht der deut­schen Län­der auf Beteiligung
Ein wei­te­rer Fak­tor wären Leis­tungs­be­schrän­kun­gen. So könn­ten die Flücht­lings­kos­ten hal­biert wer­den, für die der­zeit 24,5 Mil­li­ar­den Euro ange­setzt sind. Außer­dem wäre es nach Ansicht von Fuest mög­lich, durch Refor­men in der Kran­ken­ver­si­che­rung den geplan­ten Bun­des­zu­schuss in Höhe von 14,5 Mil­li­ar­den Euro um ein Drit­tel zu kür­zen. Ein wei­te­rer Vor­schlag betrifft die Erhö­hung der Umsatz­steuer um einen Punkt, was schät­zungs­weise Mehr­ein­nah­men von 17 Mil­li­ar­den Euro aus­ma­chen würde und die könn­ten kom­plett dem Bund zufließen.

Die deut­schen Län­der könn­ten laut Fuest einen Bei­trag zur Finan­zie­rung der Ver­tei­di­gungs­las­ten leis­ten, indem sie auf zusätz­lich 10 Mil­li­ar­den Euro Umsatz­steu­er­be­tei­li­gung ver­zich­ten. Das ließe sich etwa durch Refor­men bei den Beam­ten­pen­sio­nen finan­zie­ren. Ins­ge­samt wür­den diese Maß­nah­men den Bun­des­haus­halt um 94 Mil­li­ar­den Euro ent­las­ten. Damit könnte nicht nur die Finan­zie­rungs­lü­cke für 2028 geschlos­sen wer­den, son­dern außer­dem Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Höhe von 120 Mil­li­ar­den Euro finan­ziert wer­den. Und das wären immer­hin 2,5 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts, so ifo-Experte Cle­mens Fuest.

Autor: red/cc
04.02.2025

Weitere aktuelle Artikel

2024 wur­den in Öster­reich mehr Unter­neh­men gegrün­det. Fast 90 Pro­zent der Start-Ups kom­men aus den Berei­chen Dienst­leis­tung und Han­del und die über­wie­gende Mehr­heit sind Klein(st)unternehmen. Exakt 39.554 neue Betriebe wur­den laut Sta­tis­tik Aus­tria im Jahr 2024 in Öster­reich gegrün­det. Das ist eine Stei­ge­rung um rund fünf Pro­zent gegen­über 2023 als Vor­jahr. Für das Jahr 2025 lie­gen […]
US-Tech-Kon­zerne bauen Domi­nanz an den Welt­bör­sen wei­ter aus. KI-Boom treibt Bewer­tun­gen auf neue Rekorde. Nvi­dia, Alpha­bet und Apple aktu­ell als höchst­be­wer­tete Unter­neh­men. 36 Tech-Com­pa­nies unter Top 100. Kein euro­päi­sches Unter­neh­men unter den Top 10.  Die wert­volls­ten bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men der Welt haben ihren Markt­wert im ers­ten Halb­jahr 2026 erneut kräf­tig gestei­gert, und das, trotz geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen, Kon­junk­tur­flaute […]
Land NÖ stärkt regio­nale Betriebe mit wei­te­ren Inves­ti­tio­nen. NÖBEG inves­tiert wei­tere 5 Mil­lio­nen Euro in kleine und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und sichert damit auch über 250 Arbeits­plätze. Gesam­tes aktu­el­les Invest­vo­lu­men in Höhe von 15 Mil­lio­nen Euro. Die Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Lan­des­re­gie­rung hat soeben stille Betei­li­gun­gen der NÖ Bürg­schaf­ten und Betei­li­gun­gen GmbH (NÖBEG) für sechs nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Unter­neh­men im Aus­maß von rund […]
Fis­kal­rat kri­ti­siert Bud­get­si­tua­tion. Kon­so­li­die­rungs­pfad klar ver­fehlt. Defi­zit bis 2030 wei­ter über drei Pro­zent­grenze des BIP. Keine Struk­tur­re­for­men. Ergeb­nis­lose Reform­part­ner­schaft mit Län­dern und Gemein­den. Keine Kri­sen­re­si­li­enz und wachs­tums­ori­en­tierte Maßnahmen. Die öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung in Per­son von Finanz­mi­nis­ter Mar­kus Mar­ter­bauer hat kürz­lich ihr Dop­pel­bud­get für die Jahre 2027 und 2028 ver­öf­fent­licht. Nun hat der öster­rei­chi­sche Fis­kal­rat seine ent­spre­chende […]
Wie KI zum ent­schei­den­den Wett­be­werbs­fak­tor in der Logis­tik wird. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Mar­kus Ber­ger, Digi­tal Engi­neer T‑Systems Austria. Künst­li­che Intel­li­genz ist längst kein Expe­ri­ment mehr und zum kon­kre­ten Wett­be­werbs­fak­tor gewor­den – beson­ders in Bran­chen mit hohem Kos­ten­druck und kom­ple­xen Pro­zes­sen. Die Logis­tik zählt dabei zu jenen Berei­chen, wo sich der Nut­zen von KI beson­ders schnell […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram