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Finan­zie­rung und Pla­nung aus einer Hand 

Exper­ten des Öster­rei­chi­schen Fis­kal­rats ver­öf­fent­li­chen ein Reform­pa­ket für das Öster­rei­chi­sche Gesund­heits­we­sen. Opti­mie­run­gen bei Pla­nung und Ein­kauf und Nut­zung medi­zi­ni­scher Geräte über Digi­ta­li­sie­rung bis ver­pflich­tende Gene­rika als Bei­spiele für die Hebung von Sparpotentialen.

Das öster­rei­chi­sche Gesund­heits­sys­tem steht ange­sichts stark stei­gen­der öffent­li­cher Gesund­heits­aus­ga­ben unter erheb­li­chem Reform­druck. Im Jahr 2025 lagen die öffent­li­chen Gesund­heits­aus­ga­ben bereits bei rund 50,5 Mrd. Euro. Ohne Refor­men ist bis 2070 mit einem wei­te­ren Anstieg der Gesund­heits­aus­ga­ben um rund 2,6 Pro­zent des BIP zu rech­nen. Dadurch würde das Gesund­heits­sys­tem einen immer grö­ße­ren Teil der öffent­li­chen Mit­tel bin­den und die Finan­zie­rung ande­rer staat­li­cher Auf­ga­ben zuneh­mend erschweren.

Vor die­sem Hin­ter­grund haben Flo­rian Bach­ner von der Gesund­heit Öster­reich GmbH und Johan­nes Hol­ler vom Fis­kal­rats­büro ein Papier zu Refor­men im öster­rei­chi­schen Gesund­heits­sys­tem ver­fasst. Das umfang­rei­che Doku­ment ist auf der Web­site des Fis­kal­ra­tes ver­füg­bar (siehe Link) und zeigt sowohl kurz­fris­tig bud­get­wirk­same Optio­nen als auch mit­tel- bis lang­fris­tig ange­legte Struk­tur­re­for­men auf.

Gemein­sa­mer Ein­kauf von medi­zi­ni­schen Gerä­ten und Arz­nei­mit­teln und effi­zi­en­tere Nut­zung von Großgeräten

Die Exper­ten sehen dabei drin­gen­den Hand­lungs­be­darf : Bereits kurz­fris­tig kön­nen Reform­maß­nah­men dazu bei­tra­gen, Kos­ten­ent­wick­lun­gen zu dämp­fen und bestehende Res­sour­cen effi­zi­en­ter zu nut­zen. Zu den Reform­op­tio­nen zäh­len unter ande­rem ein gemein­sa­mer Ein­kauf von medi­zi­ni­schen Gerä­ten, Ver­brauchs­gü­tern und Arz­nei­mit­teln oder eine effi­zi­en­tere Nut­zung von Großgeräten.

Auch die Reduk­tion von Low-Value-Care (Anm. medi­zi­ni­sche Behand­lun­gen oder Medi­ka­tio­nen, die für Pati­en­ten kei­nen oder nur mini­ma­len Nut­zen haben) sowie eine ver­pflich­tende Gene­rika- und Bio­si­mi­lar-Nut­zung (Anm. kos­ten­güns­ti­gere Nach­ah­mer­pro­dukte) zei­gen rele­van­tes Spar­po­ten­tial. Ebenso das Thema Digi­ta­li­sie­rung, wo etwa allein schon der ver­pflich­tende digi­tale Aus­tausch von Bild­da­ten und Befun­den hel­fen kann, Dop­pel­un­ter­su­chun­gen zu ver­mei­den und Abläufe im Sys­tem zu verbessern.

Finan­zie­rung und Pla­nung aus einer Hand und eine über­re­gio­nale und bedarfs­ori­en­tierte Versorgungsplanung

Dar­über hin­aus brau­che es auch struk­tu­relle Refor­men, um das Gesund­heits­sys­tem lang­fris­tig qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig, effi­zi­ent und finan­zier­bar zu hal­ten. Dazu zäh­len ins­be­son­dere eine Finan­zie­rung und Pla­nung aus einer Hand, eine über­re­gio­nale und bedarfs­ori­en­tierte Ver­sor­gungs­pla­nung, mehr ambu­lante Behand­lungs­for­men und eine Redi­men­sio­nie­rung der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung. Wei­tere Ansatz­punkte sind die Effi­zi­enz­stei­ge­rung der Kran­ken­an­stal­ten, eine Reform der Hono­rar­ar­chi­tek­tur im nie­der­ge­las­se­nen Bereich, die Har­mo­ni­sie­rung von Leis­tungs- und Hono­rar­ka­ta­lo­gen der Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­ger sowie eine stär­kere Prä­ven­tion und Gesundheitsförderung.

Mit der aktu­ell lau­fen­den Reform­part­ner­schaft Gesund­heit besteht ein wich­ti­ger poli­ti­scher Rah­men, um kon­krete Ergeb­nisse zu erar­bei­ten. Das vor­lie­gende Papier soll einen fach­li­chen Impuls für diese Dis­kus­sio­nen set­zen und auf­zei­gen, wel­che Maß­nah­men geeig­net sind, die lang­fris­tige Finan­zier­bar­keit und Leis­tungs­fä­hig­keit des öster­rei­chi­schen Gesund­heits­sys­tems zu sichern, so die Exper­ten des Fis­kal­rats. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
02.06.2026

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