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Flotte Elek­tro­au­tos im Vollzeiteinsatz

Auf den Stra­ßen Vor­arl­bergs sind immer mehr Elek­tro­au­tos unter­wegs, mani­feste Aus­wir­kun­gen des Pilot­pro­jekts „Vlotte“, mit dem das Ländle im Begriff ist, zur öster­rei­chi­schen Modell­re­gion für Elek­tro­mo­bi­li­tät zu wer­den : Der pra­xis­taug­li­che Ein­satz soll bewei­sen, dass Elek­tro­au­tos bereits eine voll funk­ti­ons­tüch­tige Alter­na­tive sind.

Wenn der Vor­arl­ber­ger Archi­tekt Richard Niko­lussi auf eine sei­ner Bau­stel­len fährt, dann macht er das ziem­lich leise. Denn sein schwar­zer Think-City-Flit­zer glei­tet von einem Elek­tro­mo­tor getrie­ben über die Stra­ßen des Ländle. Als einer der ers­ten Nut­zer des Modell­pro­jekts „Vlotte“ hat Niko­lussi ein Elek­tro­auto für sein Archi­tek­tur­büro erworben.
„Mit einer Reich­weite von 150 Kilo­me­tern pro Ladung komme ich von Blu­denz aus bequem zu jeder Bau­stelle in Vor­arl­berg und retour“, beschreibt Niko­lussi ent­spannt. Seine Erfah­run­gen nach den ers­ten 5000 Elek­tro-Kilo­me­tern ? „Wir sind zufrie­den bis begeis­tert. Schon jetzt steht für mich fest : Wenn eines unse­rer ande­ren acht Fir­men­fahr­zeuge ersetzt wer­den muss, wer­den wir das nächste Elek­tro­auto anschaffen.“

Modell­re­gion Vorarlberg
Mit dem Pro­jekt „Vlotte“ leis­tet Vor­arl­berg wert­volle Pio­nier­ar­beit für die wei­tere Ent­wick­lung alter­na­ti­ver Mobi­li­täts­kon­zepte. Über den Klima- und Ener­gie­fonds hatte die öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung die För­de­rung einer Modell­re­gion für Elek­tro­mo­bi­li­tät aus­ge­schrie­ben. In die­ser Region soll über meh­rere Jahre die Ein­füh­rung von Elek­tro­fahr­zeu­gen kon­zen­triert geför­dert werden.
Vor­arl­berg bewarb sich mit dem Pro­jekt „Vlotte“ und erhielt den Zuschlag. Die Ein­füh­rung der elek­tri­schen Mobi­li­tät wird vor­erst mit maxi­mal 4,7 Mio. Euro geför­dert. Aus die­sem Topf wer­den 30 Pro­zent der Anschaf­fungs­kos­ten für ein Elek­tro­fahr­zeug zuge­schos­sen. Bei einer erfolg­rei­chen Umset­zung des Pro­jekts soll es Anschluss­för­de­run­gen geben.
Seit Beginn des Pro­jekts Ende Februar wur­den schon über 40 Elek­tro­fahr­zeuge auf die Straße gebracht ; bis Ende des Jah­res sol­len es 100, bis Ende 2010 um die 250 sein. Schman­kerl am Rande : Neben Lon­don und Ber­lin ist Vor­arl­berg damit welt­weit eine der größ­ten Modell­re­gio­nen für Elektromobilität.
Mit dem Pro­jekt „Vlotte“ sol­len fun­dierte Erfah­run­gen über Pra­xis­taug­lich­keit, Ver­brauch, Reich­wei­ten, Ser­vice­kos­ten, ver­schie­dene Akku­tech­no­lo­gien und die tat­säch­li­che Nut­zung der Lade­infra­struk­tur gesam­melt wer­den. Zen­tra­les Ziel ist es, in Vor­arl­berg eine faire, kos­ten­güns­tige Mobi­li­tät zu ent­wi­ckeln und die durch den Ver­kehr aus­ge­lös­ten CO2-Emis­sio­nen dras­tisch zu reduzieren.
Gleich­zei­tig punk­tet die „Vlotte“ mit einem inno­va­ti­ven Geschäfts­mo­dell, der soge­nann­ten Mobi­li­täts­rate : „Gemein­sam mit unse­ren Part­nern haben wir ein umfas­sen­des Mobi­li­täts­pa­ket geschnürt“, berich­tet Ger­hard Gün­ther, Geschäfts­füh­rer der VEA (Vor­arl­ber­ger Elek­tro­au­to­mo­bil Pla­nung- und Bera­tung). Neben dem Fahr­zeug-Lea­sing beinhal­tet diese Mobi­li­täts­rate ein umfas­sen­des Ver­si­che­rungs­pa­ket, die kos­ten­lose Betan­kung und War­tung der Fahr­zeuge, eine Jah­res­netz­karte des Vor­arl­ber­ger Ver­kehrs­ver­bunds und eine kos­ten­lose Öamtc-Mitgliedschaft.
VEA, ein Unter­neh­men des Vor­arl­ber­ger Strom­ver­sor­gers Ill­werke VKW, ist Koor­di­na­tor und Dreh­scheibe für alle „Vlotte“-Projektpartner. VEA wickelt Sam­mel­be­stel­lun­gen von Fahr­zeu­gen ab, ver­han­delt Rah­men­ver­träge mit den Lie­fe­ran­ten, sorgt für den Auf­bau von Strom­tank- und Ser­vice­stel­len und gibt Pro­jekt-Moni­to­ring in Auftrag.
Stellt sich natür­lich die Frage, wie denn der zusätz­li­che Strom­ver­brauch im Land Vor­arl­berg gedeckt wird. Vor allem im Hin­blick auf die Ener­gie­bi­lanz ergibt es kei­nen Sinn, wenn die­ser Mehr­strom mit fos­si­len Ener­gie­trä­gern wie Kohle oder Gas erzeugt wird. Aber da ist das Pro­jekt „Vlotte“ vor­bild­lich : Der gesamte Strom, der für die Betan­kung der Elek­tro­fahr­zeuge benö­tigt wird, wird durch zusätz­li­che erneu­er­bare Ener­gie­quel­len auf­ge­bracht. In der Grö­ßen­ord­nung der für den Betrieb der „Vlotte“-Autos erfor­der­li­chen elek­tri­schen Ener­giemenge wer­den neue Foto­vol­ta­ik­an­la­gen errichtet.

Das Nor­malste der Welt
Gern würde Ger­hard Gün­ther das Pro­jekt in grö­ßere Dimen­sio­nen vor­an­trei­ben, denn : „Im Durch­schnitt ver­fü­gen Elek­tro­au­tos der aktu­el­len Gene­ra­tion über eine Reich­weite von 100 bis 150 Kilo­me­ter. Und in Vor­arl­berg sind 94 Pro­zent aller an Werk­ta­gen getä­tig­ten Auto­fahr­ten kür­zer als 50 Kilo­me­ter.“ Jedoch gibt es auf dem Elek­tro­fahr­zeug­markt bis dato noch kein elek­tri­sches Seri­en­fahr­zeug, das in gro­ßen Stück­zah­len für das Vor­arl­ber­ger Elek­tro­au­to­pro­jekt erwor­ben wer­den kann.
Wel­che Per­spek­tive hat nun der ver­stärkte Ein­satz von Elek­tro­fahr­zeu­gen ? Richard Niko­lussi, Nut­zer der ers­ten Stunde des „Vlotte“-Projekts, ver­gleicht : „Wer kann sich schon an so was erin­nern : Als vor 50 Jah­ren mein Groß­va­ter mit sei­nem Auto über den Arl­berg fah­ren wollte, muss­ten die ande­ren drei Pas­sa­giere aus­stei­gen, dann bezwang er im Retour­gang das letzte Steil­stück des Pas­ses. Wenn wir statt zurück in die Zukunft schauen : In 20 bis 30 Jah­ren wird für uns das Fah­ren mit Elek­tro­au­tos das Nor­malste der Welt sein.“

Autor:
23.10.2009

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