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For­schen im Zei­chen der Nachhaltigkeit

Ein inter­dis­zi­pli­nä­res Pro­jekt will her­aus­fin­den, wie viel man mit gesun­der Ernäh­rung für die Umwelt tun kann.

Tat­sa­che ist : In unse­rer west­li­chen Gesell­schaft wer­den deut­lich mehr tie­ri­sche Nah­rungs­mit­tel – also Fleisch, Eier, Milch et cetera – geges­sen, als es einer aus­ge­wo­ge­nen, gesun­den Ernähung ent­spre­chen würde. Zur Pro­duk­tion von tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln wer­den jedoch etwa fünf- bis sechs­mal so viele Res­sour­cen (zum Bei­spiel : Flä­che, Dün­ge­mit­tel) benö­tigt wie zur Pro­duk­tion einer ver­gleich­ba­ren Menge an pflanz­li­chen Nah­rungs­mit­teln. Der Ver­brauch an Res­sour­cen in der Land­wirt­schaft ist dar­über hin­aus eng an die Umwelt­be­las­tung wie etwa die Emis­sion kli­ma­re­le­van­ter Gase oder die Gewäs­ser­be­las­tung gekop­pelt. Ein inter­dis­zi­pli­nä­res Team von Wis­sen­schaft­lern aus den Berei­chen Ernäh­rungs­wis­sen­schaf­ten, Land­wirt­schaft, Ener­gie­wirt­schaft, Was­ser­gü­te­wirt­schaft und Umwelt­wis­sen­schaf­ten hat es sich zur Auf­gabe gemacht, den Zusam­men­hang zwi­schen Gesund­heit, Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten, Anfor­de­run­gen an die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­tion und Umwelt­be­las­tung unter regio­na­len Gege­ben­hei­ten quan­ti­ta­tiv zu erfas­sen und darzustellen.

Zusam­men­hänge erkennen
Mat­thias Zess­ner vom Insti­tut für Was­ser­güte, Res­sour­cen­ma­nage­ment und Abfall­wirt­schaft der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien lei­tet das Pro­jekt „Gesunde Ernäh­rung und Nach­hal­tig­keit“: „Unter den vie­len Aspek­ten der Nach­hal­tig­keit steht im Rah­men die­ses For­schungs­vor­ha­bens ein zukunfts­fä­hi­ger Umgang mit Res­sour­cen und Umwelt im Vordergrund.“
Die wesent­li­che Inno­va­tion des Pro­jekts liegt in der ganz­heit­li­chen Betrach­tung der Fra­ge­stel­lung, der Ver­knüp­fung der ver­schie­de­nen Fach­be­rei­che und der Kombina­tion der metho­di­schen Ansätze. In einem ers­ten Schritt wurde der Zusam­men­hang zwi­schen Gesund­heit, Ernäh­rung, land­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­tion, regio­na­lem Was­ser- und Stoff­haus­halt, Ener­gie­um­sät­zen sowie Umwelt­be­las­tun­gen quan­ti­ta­tiv beschrie­ben und der gegen­wär­tige Zustand über Gesund­heits­aus­wir­kun­gen, Belas­tun­gen von Was­ser, Boden, Luft (Klima) und Res­sour­cen­ver­brauch bewer­tet. In einem nächs­ten Schritt wur­den Sze­na­rien defi­niert, die Grund­lage zur Beschrei­bung und Bewer­tung der Sze­na­rien geschaf­fen und anschlie­ßend die Sze­na­rien im Ver­gleich zum Ist-Zustand beschrie­ben und bewertet.
Basis der wis­sen­schaft­li­chen Betrach­tung ist Öster­reich. Hier wird geprüft, wie viele Lebens­mit­tel bezie­hungs­weise nach­wach­sende Roh­stoffe im jewei­li­gen Sze­na­rio benö­tigt, pro­du­ziert, impor­tiert oder expor­tiert wer­den. Auf Basis der in Öster­reich vor­han­de­nen Kapa­zi­tä­ten der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­tion wird über­legt, wo was pro­du­ziert wer­den kann (regio­nale Ver­tei­lung) und wel­che Bedeu­tung Dün­ger aus sekun­dä­ren Roh­stof­fen und Sied­lungs­ab­fäl­len zukommt. Auf­bau­end auf die­sen Über­le­gun­gen wer­den Wasser‑, Stoff- und Ener­gie­bi­lan­zen berech­net und mög­li­che Aus­wir­kun­gen auf Was­ser, Boden und Luft ermit­telt. Vor­ge­se­hen ist, die Erhe­bung der Grund­la­gen zu Gesund­heit und Ernäh­rung und der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­tion sowie die Erstel­lung von Wasser‑, Stoff- und Ener­gie­bi­lan­zen bis Ende des Jah­res 2009 abzuschließen. 

pro­VI­SION
pro­VI­SION ist ein For­schungs­pro­gramm des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und For­schung, mit dem die öster­rei­chi­sche Stra­te­gie „For­schung für nach­hal­tige Ent­wick­lung“ (Forne) umge­setzt wird. Gemein­sam mit kom­ple­men­tä­ren For­schungs­pro­gram­men erar­bei­tet pro­VI­SION das wis­sen­schaft­li­che Fun­da­ment der öster­rei­chi­schen Nachhaltigkeitsstrategie.
Kon­krete Pro­jekte im Rah­men von pro­VI­SION unter­su­chen die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels auf Öko­sys­teme, Raum­ent­wick­lung und Lebens­qua­li­tät. pro­VI­SION för­dert die Zusam­men­ar­beit mit natio­na­len, euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len For­schungs­pro­gram­men ähn­li­cher Aus­rich­tung und unter­stützt öster­rei­chi­sche For­schende bei der Betei­li­gung an inter­na­tio­na­len Forschungsprogrammen.

Autor:
26.06.2009

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