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For­schung in Museen forcieren

Das För­der­pro­gramm „for­Muse“ will Impulse für eine zukünf­tig ver­stärkte For­schungs­tä­tig­keit in Museen setzen.

Die zahl­rei­chen Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen, die an Museen heute her­an­ge­tra­gen wer­den, ver­än­dern die gewohn­ten Ziel­set­zun­gen der musea­len Arbeit grund­le­gend. Zuneh­mend sind Museen mit Ansprü­chen an Wirt­schaft­lich­keit und quan­ti­fi­zier­ba­ren Kri­te­rien konfrontiert.
Durch die­sen Druck lau­fen Museen Gefahr, den so wesent­li­chen Auf­ga­ben­ge­bie­ten der Erfor­schung, Bear­bei­tung und Erhal­tung ihrer Samm­lun­gen nicht in aus­rei­chen­dem Maß nach­kom­men zu kön­nen. Der lange als ver­bind­lich ange­se­hene Kanon der Kern­auf­ga­ben eines Muse­ums – Sam­meln, Bewah­ren, For­schen und Doku­men­tie­ren, Prä­sen­tie­ren und Ver­mit­teln – wurde oft zuguns­ten von Besu­cher­ori­en­tie­run­gen auf­ge­ge­ben, die durch „Event­kul­tur“ und „Edu­tain­ment“ cha­rak­te­ri­siert sind. 

Impulse set­zen
For­schung in Museen droht dem­nach zuneh­mend mar­gi­na­li­siert zu wer­den. For­schung ist jedoch die grund­le­gende Basis für jede Samm­lung und für das darin gespei­cherte Wis­sen. Sie ist auch die Grund­lage für die Kom­pe­ten­zen und Werte von Museen. Um die For­schung zu stär­ken und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, hat das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft und For­schung mit dem För­der­pro­gramm „for­Muse – For­schung an Museen“ einen Impuls gesetzt.
Zu den Ziel­set­zun­gen zäh­len die Erhö­hung der Sicht­bar­keit der öster­rei­chi­schen Muse­ums­for­schung sowie die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung und Ver­ste­ti­gung von – auch inter­na­tio­na­len – For­schungs­ko­ope­ra­tio­nen und Netz­wer­ken. Mit anspruchs­vol­len wis­sen­schaft­li­chen Pro­jek­ten sol­len die For­schen­den an Museen in ein pro­duk­ti­ves Zusam­men­spiel des öffent­li­chen und fach­li­chen Dis­kur­ses gebracht werden. 

Offene Aus­schrei­bung
Erst­mals wur­den im Zuge der the­ma­tisch offe­nen Aus­schrei­bung des För­der­pro­gramms „for­Muse“ Anfang Juni 2008 Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen nicht nur in Wien, son­dern auch in Inns­bruck, Graz und St. Pöl­ten ange­bo­ten, um mög­lichst viele inter­es­sierte Muse­ums­for­schende zu erreichen.
Mit Ein­reich­frist am 18. August 2008 sind 82 Pro­jekt­skiz­zen von Museen, aber auch Uni­ver­si­tä­ten, außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen und Ver­ei­nen ein­ge­langt. Davon wur­den die 72 for­mal kor­rek­ten Pro­jekt­skiz­zen von einem fünf­köp­fi­gen Pro­gramm­bei­rat eva­lu­iert und 36 zur Ein­rei­chung von aus­führ­li­chen Pro­jekt­an­su­chen bis zum 12. Jän­ner 2009 eingeladen.
In einem Peer-Review-Ver­fah­ren unter Betei­li­gung von ins­ge­samt rund 45 Gutach­tenden (alle­samt nicht in Öster­reich tätige unab­hän­gige Fach­ex­per­ten und ‑exper­tin­nen) wur­den letzt­lich zwölf Pro­jekte vom Pro­gramm­bei­rat dem BMWF unein­ge­schränkt zur För­de­rung emp­foh­len (die För­der­quote beträgt 17 Pro­zent). Der­zeit lau­fen die Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit den ein­zel­nen Projekten. 

Neue Platt­form
Im Herbst 2009 sind schließ­lich alle zwölf Pro­jekt­teams zu einer Auf­takt­ver­an­stal­tung ein­ge­la­den, um dem Anspruch von „for­Muse“ Rech­nung zu tra­gen, mehr zu sein als bloß die Summe aller Ein­zel­pro­jekte. Ver­net­zung und poten­zi­elle Koope­ra­tio­nen sowie erhöhte Prä­senz sol­len einen Mehr­wert für die geför­der­ten Pro­jekte sowie für das Pro­gramm „for­Muse“ gene­rie­ren. In Kürze wer­den die Eck­da­ten zu den geför­der­ten Pro­jek­ten auf www.formuse.at nach­zu­le­sen sein.

Autor:
29.05.2009

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