Zum Inhalt
Donnerstag, 15.01.2026 | 11:58

For­schung in Museen forcieren

Das För­der­pro­gramm „for­Muse“ will Impulse für eine zukünf­tig ver­stärkte For­schungs­tä­tig­keit in Museen setzen.

Die zahl­rei­chen Anfor­de­run­gen und Erwar­tun­gen, die an Museen heute her­an­ge­tra­gen wer­den, ver­än­dern die gewohn­ten Ziel­set­zun­gen der musea­len Arbeit grund­le­gend. Zuneh­mend sind Museen mit Ansprü­chen an Wirt­schaft­lich­keit und quan­ti­fi­zier­ba­ren Kri­te­rien konfrontiert.
Durch die­sen Druck lau­fen Museen Gefahr, den so wesent­li­chen Auf­ga­ben­ge­bie­ten der Erfor­schung, Bear­bei­tung und Erhal­tung ihrer Samm­lun­gen nicht in aus­rei­chen­dem Maß nach­kom­men zu kön­nen. Der lange als ver­bind­lich ange­se­hene Kanon der Kern­auf­ga­ben eines Muse­ums – Sam­meln, Bewah­ren, For­schen und Doku­men­tie­ren, Prä­sen­tie­ren und Ver­mit­teln – wurde oft zuguns­ten von Besu­cher­ori­en­tie­run­gen auf­ge­ge­ben, die durch „Event­kul­tur“ und „Edu­tain­ment“ cha­rak­te­ri­siert sind. 

Impulse set­zen
For­schung in Museen droht dem­nach zuneh­mend mar­gi­na­li­siert zu wer­den. For­schung ist jedoch die grund­le­gende Basis für jede Samm­lung und für das darin gespei­cherte Wis­sen. Sie ist auch die Grund­lage für die Kom­pe­ten­zen und Werte von Museen. Um die For­schung zu stär­ken und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, hat das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft und For­schung mit dem För­der­pro­gramm „for­Muse – For­schung an Museen“ einen Impuls gesetzt.
Zu den Ziel­set­zun­gen zäh­len die Erhö­hung der Sicht­bar­keit der öster­rei­chi­schen Muse­ums­for­schung sowie die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung und Ver­ste­ti­gung von – auch inter­na­tio­na­len – For­schungs­ko­ope­ra­tio­nen und Netz­wer­ken. Mit anspruchs­vol­len wis­sen­schaft­li­chen Pro­jek­ten sol­len die For­schen­den an Museen in ein pro­duk­ti­ves Zusam­men­spiel des öffent­li­chen und fach­li­chen Dis­kur­ses gebracht werden. 

Offene Aus­schrei­bung
Erst­mals wur­den im Zuge der the­ma­tisch offe­nen Aus­schrei­bung des För­der­pro­gramms „for­Muse“ Anfang Juni 2008 Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen nicht nur in Wien, son­dern auch in Inns­bruck, Graz und St. Pöl­ten ange­bo­ten, um mög­lichst viele inter­es­sierte Muse­ums­for­schende zu erreichen.
Mit Ein­reich­frist am 18. August 2008 sind 82 Pro­jekt­skiz­zen von Museen, aber auch Uni­ver­si­tä­ten, außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen und Ver­ei­nen ein­ge­langt. Davon wur­den die 72 for­mal kor­rek­ten Pro­jekt­skiz­zen von einem fünf­köp­fi­gen Pro­gramm­bei­rat eva­lu­iert und 36 zur Ein­rei­chung von aus­führ­li­chen Pro­jekt­an­su­chen bis zum 12. Jän­ner 2009 eingeladen.
In einem Peer-Review-Ver­fah­ren unter Betei­li­gung von ins­ge­samt rund 45 Gutach­tenden (alle­samt nicht in Öster­reich tätige unab­hän­gige Fach­ex­per­ten und ‑exper­tin­nen) wur­den letzt­lich zwölf Pro­jekte vom Pro­gramm­bei­rat dem BMWF unein­ge­schränkt zur För­de­rung emp­foh­len (die För­der­quote beträgt 17 Pro­zent). Der­zeit lau­fen die Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit den ein­zel­nen Projekten. 

Neue Platt­form
Im Herbst 2009 sind schließ­lich alle zwölf Pro­jekt­teams zu einer Auf­takt­ver­an­stal­tung ein­ge­la­den, um dem Anspruch von „for­Muse“ Rech­nung zu tra­gen, mehr zu sein als bloß die Summe aller Ein­zel­pro­jekte. Ver­net­zung und poten­zi­elle Koope­ra­tio­nen sowie erhöhte Prä­senz sol­len einen Mehr­wert für die geför­der­ten Pro­jekte sowie für das Pro­gramm „for­Muse“ gene­rie­ren. In Kürze wer­den die Eck­da­ten zu den geför­der­ten Pro­jek­ten auf www.formuse.at nach­zu­le­sen sein.

Autor:
29.05.2009

Weitere aktuelle Artikel

Stu­die der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät zeigt das bis dato uner­kannte Über­dau­ern von Darm­vi­ren in Was­ser­a­mö­ben. Die For­scher for­dern eine sofor­tige Neu­be­ur­tei­lung von Regeln und Unter­su­chun­gen zur Wassersicherheit. Wich­tige Aus­lö­ser vira­ler Magen-Darm-Erkran­kun­gen kön­nen über län­gere Zeit in frei­le­ben­den Amö­ben über­dau­ern, die in natür­li­chen und tech­ni­schen Was­ser­sys­te­men weit ver­brei­tet sind. Dies ist das Ergeb­nis einer Stu­die der […]
Die Che­mi­sche Indus­trie kämpft schon län­ger mit enor­men Belas­tun­gen. Nun sol­len wei­tere hin­zu­kom­men und gleich­zei­tig wer­den (nur) die­ser Bran­che Kom­pen­sa­tio­nen ver­wehrt. Eco­nomy hat das nach­fol­gende Schrei­ben von stand­ort-rele­van­ten Che­mie-Unter­neh­men an die Bun­des­re­gie­rung erreicht. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis des offe­nen Brie­fes an die Öster­rei­chi­sche Bun­des­re­gie­rung eine kurze Erläu­te­rung der aktu­el­len Situa­tion : Auf Grund der bevor­ste­hen­den Ver­schär­fun­gen bei […]
Wie­ner Neu­stadt baut Rolle als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit aus. Geo­po­li­ti­sche Lage ver­deut­licht Not­wen­dig­keit einer unab­hän­gi­gen Sicher­heits­stra­te­gie. Land Nie­der­ös­ter­reich betont und unter­stützt Stand­ort mit inter­na­tio­na­ler Ausrichtung. Wie­ner Neu­stadt erwei­tert seine Bedeu­tung als euro­päi­sches Kom­pe­tenz­zen­trum für Sicher­heit. Dies pas­siert auch im Lichte neuer inter­na­tio­na­ler Ent­wick­lun­gen. Im Kon­text mit den aktu­el­len geo­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen setzt die EU einen […]
Neues Ver­fah­ren holt CO2 mit weni­ger Ener­gie aus der Luft. Anlage Aus­trian Pilot Unit 1 wird nun von Start-Ups DAClab (US) und DAC­worx (A) sowie von TU Wien weiterentwickelt.  Nicht weni­ger als ein Game­ch­an­ger für die CO2-Abschei­dung soll es Anga­ben zufolge wer­den : Der neu­ent­wi­ckelte Pro­to­typ in Größe eines Last­wa­gen­con­tai­ners holt pro Jahr 50 Ton­nen CO2 aus der […]
Nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft und Alu­mi­ni­um­re­cy­cling über digi­tale Platt­form. Das von Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen gelei­tete EU-Pro­jekt RecAL erhält ÖGUT-Aus­zeich­nung. CAN­COM Aus­tria ist Technologiepartner. Das vom LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen des Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy (AIT) gelei­tete euro­päi­sche For­schungs­pro­jekt RecAL (Recy­cling Tech­no­lo­gies For Cir­cu­lar ALu­mi­nium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umwelt­preis 2025 in der Kate­go­rie „Mit For­schung & Inno­va­tion zur Kreis­lauf­wirt­schaft“ aus­ge­zeich­net. „Die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram