
Forschungsdefizit abbauen
Das Burgenland will die Forschungsquote steigern, indem es die Wirtschaft aktiv anspricht.
Im Burgenland ortet man große Defizite bei Forschung und Entwicklung. Man habe die Forschungsquote zwar von 0,6 auf 0,9 Prozent steigern können. „Das ist noch immer zu wenig“, sagt Landeshauptmann Hans Niessl. Ein Ziel sei, qualifizierte Arbeitsplätze ins Burgenland zu bringen und die angewandte Forschung im Bereich der Wirtschaft zu fördern.
In den vergangenen Monaten sei im Bereich der wissensbasierten Wirtschaft „eine neue Ära“ eingeleitet worden, meinte Niessl. Das Burgenland habe – von niedrigem Niveau ausgehend – die höchste Zuwachsrate. Mit dem Regierungspartner FPÖ gebe es Übereinstimmung, was die Richtung und Schwerpunkte anbelange.
Offensive
Es müsse eine Offensive geben, „ein aktives Ansprechen der Wirtschaft“, um sie zu motivieren, den innovativen Weg zu gehen. Man setze auch auf steigenden Export. Zu den Schwerpunkten für die Zukunft zählten die Digitalisierung und Industrie 4.0. Mit dem Bund sollen Sonderprojekte kreiert werden, um zusätzliche Gelder seitens des Bundes für die Forschung ins Burgenland zu bringen. Angewandte Forschung bringe Arbeitsplätze „und dass ist für uns jetzt und in der Zukunft sehr, sehr wichtig.“
Man werde auch versuchen, entsprechende Mittel seitens des Landes zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen unsere Forschungsquote kontinuierlich von diesen 0,9 Prozent anheben“, erklärt der Landeshauptmann – dies sei eine Herausforderung, der man sich stellen müsse.
Nicht so schlecht
Das Burgenland ist laut Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig nicht so schlecht dabei, Forschungsförderungsgelder zu lukrieren. Man habe rund 1,3 Prozent der bundesweiten Mittel eingeworben. Knapp 75 Prozent davon entfielen auf Unternehmen.
2015 hat die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) knapp 6 Millionen Euro in burgenländische Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert. Dabei gab es 52 Partner, die meisten waren Unternehmen. „Die Förderquote lag bei 40 Prozent“, berichtet FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner.
Dabei sei es vor allem um Forschungsprojekte im Bereich Energieeffizienz, Umwelttechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologien und Mobilität gegangen. Im Burgenland sei die Innovations- und Forschungsbasis noch etwas schmal. Die Landesregierung setze aber klare Impulse, „wir von der FFG werden diesen Weg eindeutig unterstützen“, sagte Pseiner.