Zum Inhalt

For­schungs­rat will Auto­no­mie bei Studiengebühren

Laut einer Emp­feh­lung des For­schungs­ra­tes (RFT) an die Bund­e­re­gie­rung, sol­len Uni­ver­si­tä­ten auto­nom über die Ein­he­bung von Stu­di­en­ge­büh­ren und die Zulas­sung von Stu­den­ten ent­schei­den können. 

Wie APA-Sci­ence berich­tet legte der öster­rei­chi­sche For­schungs­rat seine Emp­feh­lun­gen zu Gover­nance- und Manage­ment­struk­tu­ren an den Unis vor. Für den Rat sto­ßen die Unis bei knap­pen Bud­gets und einer stei­gen­den Stu­den­ten­zahl an Kapa­zi­täts­gren­zen in For­schung und Lehre. Im Ver­gleich zu Hoch­schu­len wie der ETH Zürich oder der Uni Mün­chen gebe es an den hei­mi­schen Unis laut RFT Unter­do­tie­rung, ungüns­ti­gere Betreu­ungs­ver­hält­nisse und höhere Drop-Out-Quoten.

Unis sol­len ihre Kapa­zi­tä­ten feststellen
Der Rat emp­fiehlt, dass die Unis auto­nom ihre Kapa­zi­tä­ten in Lehre und For­schung fest­stel­len kön­nen. “In Abhän­gig­keit zu den bud­ge­tä­ren Mög­lich­kei­ten und im Sinne einer adäqua­ten Stu­di­en­platz­fi­nan­zie­rung, ist die jewei­lige Anzahl an Stu­di­en­plät­zen im Rah­men der Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen mit dem zustän­di­gen Minis­te­rium zu ver­han­deln”, so die Emp­feh­lung im Wort­laut. Für die Zulas­sung zum Stu­dien soll­ten die Unis zudem Aus­wahl- und Auf­nah­me­kri­te­rien eigen­stän­dig defi­nie­ren können.
“Hier gibt es Mög­lich­kei­ten zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung”, sagt Han­nes Androsch, RFT-Chef und Peter Skali­cky stell­ver­tre­ten­der RFT-Vor­sit­zen­der ergänzt : “Man kann nicht erwar­ten, dass sich die Unis in ihrem Kern­ge­schäft For­schung und Lehre wie nach­ge­ord­nete Dienst­stel­len ver­hal­ten, aber im Dritt­mit­tel­be­reich wie Unter­neh­mer auf­tre­ten sol­len”. Man müsse Ver­trauen in die Unis haben, dass dies nicht miss­braucht werde. 

“Es ist nicht ein­zu­se­hen, dass an den Fach­hoch­schu­len ein Sys­tem klag­los funk­tio­niert und an Uni­ver­si­tä­ten nicht”, so Androsch unter Hin­weis dar­auf, dass Fach­hoch­schu­len sich ihre Stu­den­ten aus­su­chen und teil­weise auch Stu­di­en­ge­büh­ren ein­he­ben kön­nen. Und „die Debatte um Gebüh­ren und Zugangs­be­schrän­kun­gen muss been­det wer­den”, so Skalicky.

Bin­den­der Drei­er­vor­schlag bei Rektorswahl
Wei­tere Emp­feh­lun­gen betref­fen die Rek­tors­wahl wo der Drei­er­vor­schlag der Fin­dungs­kom­mis­sion im Gegen­satz zur der­zei­ti­gen Rege­lung für den Senat bin­dend sein soll, mit der Option, dem Uni-Rat maxi­mal zwei wei­tere Kan­di­da­ten vor­zu­schla­gen. Der RFT will wei­ters die Bera­tungs­funk­tion des Senats stär­ker beto­nen, ope­ra­tive Belange soll­ten dage­gen allei­nig in die Kom­pe­tenz des Rek­to­rats wandern.
Der Pla­nungs­ho­ri­zont der Ent­wick­lungs­pläne der Unis sollte auf min­des­tens zwei Leis­tungs­ver­ein­ba­rungs­pe­ri­oden erwei­tert wer­den. Bei der Lei­tung gro­ßer Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten wie Fakul­tä­ten oder Zen­tren soll­ten wis­sen­schaft­li­che und wirt­schaft­li­che Agen­den getrennt wer­den. All­ge­mein lei­det nach Ansicht Skali­ckys das Wis­sen­schafts­sys­tem an Geld­man­gel, vor allem was Infra­struk­tur betrifft. Das betreffe auch die Beru­fungs­po­li­tik, da Spit­zen­for­scher wegen man­geln­der Aus­stat­tung nicht nach Öster­reich kämen.
Androsch ortet zu geringe Dotie­rung “über den gan­zen Bil­dungs­bo­gen”. Mit der Sta­gna­tion der Aus­ga­ben im For­schungs­be­reich sei das in der For­schungs­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung for­mu­lierte Ziel, zu den füh­ren­den Inno­va­ti­ons­län­dern vor­zu­sto­ßen, nicht erreich­bar, “im Gegen­teil, wir fal­len sogar zurück”. Mit den zusätz­lich 615 Mio. Euro für die Unis in der nächs­ten Leis­tungs­ver­ein­ba­rungs­pe­ri­ode sei die Unter­fi­nan­zie­rung nicht behoben.

Autor:
18.03.2015

Weitere aktuelle Artikel

Anwen­dun­gen im Welt­raum, in der Hoch­en­er­gie­phy­sik oder für Quan­ten­com­pu­ter. Her­kömm­li­che Elek­tro­nik ver­sagt bei Tem­pe­ra­tu­ren knapp über dem abso­lu­ten Null­punkt. Die TU Wien ent­wi­ckelt nun einen Weg über adap­tive Transistoren. Elek­tro­nik kann Pro­bleme bekom­men, wenn sie zu heiß wird, siehe etwa ent­spre­chende Aus­fälle bei der Küh­lung eines Lap­tops. Elek­tro­ni­sche Schal­tun­gen kön­nen aber auch bei extre­mer Kälte […]
AIT ent­wi­ckelt neu­ar­tige Bio­sen­so­ren für prä­zi­sere Dia­gnos­tik von Blut­pro­ben. Gegen­über bis­he­ri­gen Ver­fah­ren soll neue Vari­ante zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung brin­gen und weni­ger res­sour­cen­in­ten­siv sein.  Die soge­nannte „Liquid Bio­psy“ gilt in der moder­nen Medi­zin als gro­ßer Fort­schritt. Diese Form der Unter­su­chung kann Gewe­be­ana­ly­sen ergän­zen und zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen für die medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung sowie wert­volle Rück­schlüsse für die […]
Med Uni Inns­bruck lei­tet inter­na­tio­nale Zulas­sungs­stu­die einer neuen The­ra­pie von Par­kin­son mit Wirk­stoff Pra­si­ne­zu­mab. Aktu­elle Ergeb­nisse der kli­ni­schen Phase II-Stu­die als Basis für erste „Par­kin­son-Imp­fung“ nun im renom­mier­ten Fach­jour­nal The Lan­cet veröffentlicht. Par­kin­son gehört zu den am schnells­ten zuneh­men­den Krank­hei­ten. Welt­weit lei­den daran rund 20 Mil­lio­nen Men­schen, bis 20250 sol­len es über 25 Mil­lio­nen sein. […]
Insti­tut für Demo­gra­phie der ÖAW ent­wi­ckelt neues Gebur­ten­ba­ro­me­ter für umfas­sende Ana­ly­sen zur Fer­ti­li­tät in Öster­reich. Immer mehr Frauen wol­len kin­der­los blei­ben, Zwei-Kind-Fami­lien häu­figs­tes Modell, Trend zu spä­ter Mut­ter­schaft, ältere Väter mit jün­ge­ren Partnerinnen. Das neue Gebur­ten­ba­ro­me­ter des Insti­tuts für Demo­gra­phie der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ermög­licht viel­fäl­tige und umfas­sende Ana­ly­sen von aktu­el­len Daten zur Fer­ti­li­tät […]
Mit Hilfe von Was­ser kön­nen bestimmte Mine­ra­lien schäd­li­ches CO2 aus der Atmo­sphäre holen und rasch in fes­tes Car­bo­nat umwan­deln. Die TU Wien konnte die­sen mine­ra­lo­gi­schen Mecha­nis­mus nun nachweisen. Steine kön­nen Koh­len­di­oxid bin­den – und das weit­aus schnel­ler als bis­her bekannt und ange­nom­men. Bis dato wur­den lang­wie­rige und ent­spre­chend lang­same Pro­zesse für die Umwand­lung von CO2 in […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram