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Donnerstag, 11.12.2025 | 16:44

For­schungs­uni­ver­sum vor Ort

Publi­ka­tion der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten macht auf die hei­mi­sche Wis­sen­schaft aufmerksam. 

Wie schauen Wis­sen­schaft­ler eigent­lich aus ? Tra­gen sie die ganze Zeit über weiße Kit­tel und ver­der­ben sich ihr Augen­licht vor Com­pu­tern sit­zend oder in diverse Mikro­skope schau­end ? Sind For­scher am Ende gar Schreibtischtäter ?
Um all diese Kli­schees ein für alle Mal aus der Welt zu schaf­fen, hat der Inns­bru­cker Bio­loge Gün­ter Köck gemein­sam mit sei­nem Kol­le­gen Wer­ner Pil­ler ein umfang­rei­ches Sach­buch her­aus­ge­bracht, des­sen Bild­teil mit tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zung des renom­mier­ten Foto­gra­fen Lois Lam­mer­hu­ber schlussend­lich auch ins rechte Licht gerückt wurde.
Als Basis der über 400 Sei­ten schwe­ren Publi­ka­tion fun­gierte der Arbeits­all­tag von mehr oder weni­ger bekann­ten öster­rei­chi­schen Wis­sen­schaft­lern, die im Dienste der For­schung durch­aus bereit sind, auch schwerste kör­per­li­che Stra­pa­zen auf sich zu neh­men. Gün­ter Köck : „Mit dem Buch ver­fol­gen wir zwei Dinge : ers­tens Spit­zen­for­schung in Öster­reich und die Men­schen dahin­ter anschau­lich zu prä­sen­tie­ren. Es gibt abseits von eini­gen bekann­ten Star­for­schern auch noch viel mehr Sta­te­-of-the-Art-For­schung in Öster­reich und viele Top-Leute, die es ver­die­nen, ins Ram­pen­licht gerückt zu wer­den. Und unser zwei­tes Anlie­gen ist es, Jugend­li­che für die For­schung zu begeis­tern.“ Das Ergeb­nis : In 33 Kapi­teln wer­den in Pla­net Aus­tria, so der Titel des Buches, 58 Pro­jekte aus sie­ben inter­na­tio­na­len For­schungs­pro­gram­men, die vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft und For­schung finan­ziert und an der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten koor­di­niert wer­den, prä­sen­tiert. „Wir haben ver­sucht, einen reprä­sen­ta­ti­ven Quer­schnitt an wis­sen­schaft­li­chen Top-The­men auf­zu­be­rei­ten“, so Köck. 

For­schung vermitteln
Die Texte dazu stam­men aus per­sön­li­chen Inter­views und sol­len nicht nur die Arbeit, son­dern auch die Men­schen dahin­ter zeigen.
Pla­net Aus­tria soll, geht es nach den Wün­schen der Ver­fas­ser, pri­mär Schü­le­rin­nen und Schü­ler ab dem 14. Lebens­jahr errei­chen und darf des­halb auch in kei­ner Schul­bi­blio­thek feh­len. Beson­de­res Spe­cial dabei : Alle im Buch prä­sen­tier­ten For­scher haben sich bereit erklärt, bei Rück­frage bezie­hungs­weise Inter­esse von Schul­klas­sen auch per­sön­lich zur Ver­fü­gung zu ste­hen und in die ein­zel­nen Schu­len zu gehen, um vor Ort Rede und Ant­wort zu ste­hen. So und nicht anders wird Wis­sen­schaft greifbar.

Buch­tipp
Gün­ter Köck, Lois Lam­mer­hu­ber und Wer­ner E. Piller :
„Pla­net Austria“
Edi­tion Lammerhuber/​Verlag der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, 49 Euro
ISBN : 978−3−7001−6627−6

Geball­tes Wissen
Eco­mont prä­sen­tiert sich als Ver­mitt­ler von alpi­ner For­schung. Am Anfang stand die Idee, eine Zeit­schrift her­aus­zu­ge­ben, die all das Wis­sen über alpine For­schungs­tä­tig­keit einer brei­te­ren Öffent­lich­keit zugäng­lich macht. Mitt­ler­weile haben sich die Aus­ga­ben von Eco­mont, einer gemein­schaft­li­chen Publi­ka­tion der Netz­werk Alpine Schutz­ge­biete (Alparc) und des Inter­na­tio­na­len Wis­sen­schaft­li­chen Komi­tees Alpen­for­schung (Iscar), auf dem wis­sen­schaft­li­chen Markt eta­bliert. Feder­füh­rend und koor­di­nie­rend agiert hier­bei die Inns­bru­cker For­schungs­stelle für Gebirgs­for­schung (IGF) der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW).

ÖAW-For­schung im Überblick
• Alpen­for­schung. For­schungs­schwer­punkte sind unter ande­rem Kli­ma­wan­del, Was­ser, Ver­kehr, Natur­ka­ta­stro­phen, Bio­di­ver­si­tät, Sozio­öko­no­mie und die Geowissenschaften. 

• Geo­phy­sik der Erd­kruste. Geför­dert wer­den Pro­jekte der ange­wand­ten, ober­flächennahen Geo­phy­sik wie die Inter­pre­ta­tion von Poten­zi­al­fel­dern und das Model­lie­ren von elek­tro­ma­gne­ti­schen Daten.

• Glo­bal-Change-Pro­gramm.
In die­sem Pro­gramm sind drei inter­na­tio­nale For­schungs­netz­werke zusam­men­ge­fasst : Inter­na­tio­nal Geo­sphere-Bio­sphere Pro­gramme (IGBP), World Cli­mate Rese­arch Pro­gramme (WCRP) und Inter­na­tio­nal Human Dimen­si­ons Pro­gramme (IHDP). Geför­dert wer­den Pro­jekte zur Erfor­schung des glo­ba­len Umweltwandels.

• Hydro­lo­gie Öster­reichs.
Schwer­punkte des Unesco-Pro­gramms bil­den der­zeit die Berei­che Boden­feuchte, Model­lie­rung und Vor­her­sage von Niederschlägen. 

• Inter­na­tio­nal Stra­tegy for dis­as­ter reducation. 
Hier wer­den Pro­jekte zur Erfor­schung der Gründe und Risi­ken von Natur­ge­fah­ren, zur Ent­wick­lung von Metho­den der Früh­erken­nung natür­li­cher Kata­stro­phen sowie zur Erar­bei­tung vor­beu­gen­der Maß­nah­men gefördert. 

• Inter­na­tio­nal Geo­sci­ence Pro­gramme. Geför­dert wer­den in die­sem Pro­gramm Koope­ra­ti­ons­pro­jekte zu von der Unesco genau defi­nier­ten For­schungs­schwer­punk­ten wie Quar­tär­geo­lo­gie, Umwelt- und Inge­nieur­geo­lo­gie, Sedi­men­to­lo­gie, mine­ra­li­sche Lager­stät­ten, Geo­che­mie, Geo­phy­sik und Strukturgeologie.

• Kom­mis­sion für die Koor­di­na­tion der Kern­fu­si­ons­for­schung in Öster­reich.
För­de­rung von vie­len Pro­jek­ten im Technologiebereich.

• Man and Bio­sphere Pro­gramme. Die­ses spe­zi­elle Unesco-Pro­gramm ent­wi­ckelt wis­sen­schaft­li­che und anwen­dungs­ori­en­tierte Grund­la­gen im Bereich der Natur- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, die der lang­fris­ti­gen Siche­rung der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen und der Arten­viel­falt dienen.

Autor:
20.11.2009

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