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Fried­hof der ver­ges­se­nen Automarken

Die Auto­mo­bil­ge­schichte durch­zieht ein Faden geschei­ter­ter Bau­rei­hen, von NSU und Horch bis Pon­tiac und Saturn.

Mar­ken­pflege ist das Um und Auf einer erfolg­rei­chen Pro­dukt­li­nie. In die­ser Hin­sicht haben also die hoch bezahl­ten Gene­ral Motors (GM)-Manager in den letz­ten Jah­ren auf gan­zer Linie ver­sagt. Es begann mit der Ein­stel­lung von Olds­mo­bile, einer Auto­marke, die 1897 gegrün­det wurde und mit­hin als eine der ältes­ten der Welt galt. 2004 fiel der Vor­hang, als GM die Tra­di­ti­ons­marke unwi­der­ruf­lich her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet hatte und mit Kos­ten von einer Mrd. Dol­lar ein­stel­len musste.
Und die Mar­ken­ver­nich­tung geht wei­ter : Von Pon­tiac, pro­du­ziert seit 1906, wird im Jahr 2010 der letzte Wagen ins Museum rol­len. Der Grund : man­gelnde Nach­frage auf­grund einer mise­ra­blen Modell­po­li­tik, mäßi­ger Qua­li­tät und indif­fe­ren­ten Designs. Kurz vor der Ein­stel­lung wurde Pon­tiac immer­hin noch aus­ge­zeich­net. Und zwar mit dem Modell Pon­tiac Aztec als einem der zehn häss­lichs­ten Autos der Welt auf einer Rang­liste des bri­ti­schen Daily Telegraph.
„Es gab eine Zeit, aber das ist schon lange her, da wusste man genau, wofür Pon­tiac stand“, sagt Kevin Smith, Redak­ti­ons­lei­ter des Bran­chen-Info­por­tals Edmunds.com. Pon­tiac galt als die sport­li­che Marke im Kon­zern, es gab Iko­nen wie den Pon­tiac Fire­bird, Trans Am oder GTO, alle­samt in den 1990er Jah­ren im Design zugrunde gerich­tet. Und dann kam die Marke Saturn, die sich an eine ähn­li­che Ziel­gruppe rich­tete und dadurch unter den Kun­den Ver­wir­rung stif­tete, da sie etwas unbe­hol­fen die japa­ni­sche Kon­kur­renz imi­tie­ren wollte. Resul­tat : Auch Saturn wird nun ein­ge­stellt, wie GM nach geschei­ter­ten Ver­hand­lun­gen mit einem Käu­fer erst kürz­lich ver­kün­den musste.

Der Blick zurück
Beson­ders in der US-Auto­ge­schichte gab es eine Reihe von her­aus­ra­gen­den Mar­ken, an die man sich mit Weh­mut zurück­er­in­nert. Etwa die Ame­ri­can Motors Cor­po­ra­tion (AMC), die mit dem kuge­li­gen AMC Pacer sogar in Europa einen Ach­tungs­er­folg errin­gen konnte und noch immer eine treue Fan-Gemeinde hat. Ganz abge­se­hen von dem heute sehr gefrag­ten Mus­cle Car AMC Jave­lin. Oder DeLo­rean, ein leicht ver­rück­tes Kon­zept des skan­dal­um­wit­ter­ten ehe­ma­li­gen Gene­ral-Motors-Vize­prä­si­den­ten John De Lorean, gebaut in Nord­ir­land in einer Karos­se­rie aus rost­freiem Stahl und im Film Zurück in die Zukunft zu Ehren gekom­men. Was haben wir da noch an US-Klas­si­kern, die es nicht mehr gibt : Stu­de­baker zum Bei­spiel, Ply­mouth, Edsel, De Soto, Nash, Ram­bler und viele mehr.
Auch in Europa gibt es eine Reihe von Mar­ken, die der Ver­ges­sen­heit anheim­ge­fal­len sind, wenn­gleich man den Ver­su­chen zur Wie­der­be­le­bung von Bau­rei­hen wie Bug­atti oder May­bach durch­aus Respekt zol­len muss. Ein­ge­stellt wur­den unter ande­ren NSU (Vor­läu­fer von Audi), Mes­ser­schmitt, Horch, DKW, Borg­ward, Adler, Glas und die bei­den Ost­mar­ken Wart­burg und Tra­bant (Letz­tere soll wie­der­be­lebt werden).
Welt­weit ver­mis­sen wir einst klin­gende Namen wie Datsun, Tal­bot, Mor­ris, Aus­tin, Lagonda, Pan­hard, Prin­cess, Jen­sen, Sun­beam, Tri­umph oder die rus­si­sche Marke Moskwitsch. Die nächs­ten Kan­di­da­ten für den Fried­hof der Mar­ken sind Mer­cury, Pro­ton und Ssan­gyong. Warum ? Weil sie als Marke keine Rolle mehr spielen.

hello world!
Autor:
23.10.2009

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