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„Fünf Sekun­den rei­chen für nach­hal­tige Zerstörung!“

Ver­trauen, Resi­li­enz und Zuver­läs­sig­keit im KI-Zeit­al­ter als The­men bei hoch­ka­rä­ti­ger Ver­an­stal­tung. Zero Outage Exe­cu­tive Sum­mit unter Feder­füh­rung von T‑Systems erör­terte Gefah­ren von Deepf­akes, Prompt Injec­tion oder Spoofing-Tools.

Natio­nale wie inter­na­tio­nale Füh­rungs­kräfte und Bran­chen­ex­per­ten tra­fen sich letzte Woche im Wie­ner T‑Center, um über die Zukunft von Ver­trauen, Resi­li­enz und Zuver­läs­sig­keit in einer zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten Welt zu dis­ku­tie­ren. Cyber­an­griffe auf Flug­hä­fen, Strom­aus­fälle in euro­päi­schen Metro­po­len und mani­pu­lierte Daten­ströme zei­gen, wie abhän­gig unsere Gesell­schaft von sta­bi­len digi­ta­len Infra­struk­tu­ren gewor­den ist. 

Die neue Ver­letz­lich­keit der digi­ta­li­sier­ten Welt

Nur wenige Sekun­den Sys­tem­aus­fall kön­nen heute ganze Wert­schöp­fungs­ket­ten lahm­le­gen – im Trans­port­we­sen, in der Indus­trie oder in der Gesund­heits­ver­sor­gung. Hier setzt die Mis­sion der Zero Outage Indus­try Stan­dard Asso­cia­tion (ZOIS) an : Aus­fälle ver­hin­dern, Ver­trauen sichern und Sta­bi­li­tät schaf­fen. Die erst­mals nun in Wien gelau­fene Ver­an­stal­tung machte deut­lich, dass Zuver­läs­sig­keit im Zeit­al­ter der KI kein Zufall ist, son­dern das Ergeb­nis bewuss­ter Ver­ant­wor­tung, ver­netz­ter Sys­teme und kun­di­ger Teams.

Peter Lenz, Mana­ging Direc­tor von T‑Systems Aus­tria, setzte in sei­ner Eröff­nungs-Key­note dann gleich ein ein­drück­li­ches Zei­chen. Nach fünf Sekun­den Stille begann er seine Rede „When Five Seconds Change Ever­y­thing“ und ver­mit­telte damit, wie ver­letz­lich unsere digi­ta­li­sierte Welt gewor­den ist. „In einer ver­netz­ten Welt kön­nen fünf Sekun­den alles ver­än­dern – kein Check-in am Flug­ha­fen, keine Zah­lung im Super­markt, keine Pati­en­ten­da­ten im Kran­ken­haus. Fünf Sekun­den rei­chen aus, um Ver­trauen nach­hal­tig zu zer­stö­ren. Und Ver­trauen ist die Grund­lage jedes Geschäfts“, betonte Lenz. 

Zuver­läs­sig­keit als unter­neh­me­ri­scher Wert

Er appel­lierte an Unter­neh­men, Ver­läss­lich­keit als Füh­rungs­prin­zip zu ver­an­kern und Resi­li­enz als stra­te­gi­schen Wert zu begrei­fen. „Zuver­läs­sig­keit ist keine IT-Kenn­zahl. Sie ist ein Wert, ein Prin­zip, ein Ver­spre­chen“, so der T‑Systems Mana­ger. Chris­toph Scha­cher, CISO der Wie­ner­ber­ger AG, wid­mete sich in sei­ner Key­note „Die dunkle Seite der KI – Die dunkle Seite der Pracht“ den Risi­ken der Künst­li­chen Intel­li­genz. Er zeigte, wie aus mäch­ti­gen Werk­zeu­gen poten­zi­elle Bedro­hun­gen wer­den kön­nen – von Deepf­akes über Prompt Injec­tion bis hin zu Spoo­fing-Tools. „KI kann täu­schen, imi­tie­ren, ver­zer­ren – aber sie kann auch schüt­zen, wenn wir sie rich­tig ein­set­zen“, erläu­terte Schacher. 

Die zen­trale Auf­gabe bestehe darin, KI zu ver­ste­hen, zu kon­trol­lie­ren und ethisch zu gestal­ten – durch eine klare Kom­bi­na­tion aus Tech­no­lo­gie­kom­pe­tenz, Gover­nance und mensch­li­cher Urteils­kraft. Den Blick in die Zukunft rich­tete Ste­phan Kasulke, Vice Pre­si­dent Appli­ca­tion Deve­lo­p­ment & Main­ten­ance Ger­many bei Cap­ge­mini und Mit­grün­der von ZOIS, mit sei­nem Vor­trag über „Agen­tic AI-dri­ven Zero Outage Ope­ra­ti­ons“. Er zeich­nete das Bild einer künst­li­chen Intel­li­genz, die Mil­li­ar­den von Vor­fäl­len kennt, selbst­stän­dig tes­tet, prüft und 99,99 Pro­zent aller Pro­bleme ver­hin­dert, bevor sie entstehen. 

Der Auf­bau von Stabilität

„Wir müs­sen die Zero Outage Stan­dards für das KI-Zeit­al­ter wei­ter­ent­wi­ckeln – mit ethi­schen Leit­plan­ken, Trans­pa­renz und mensch­li­cher Kon­trolle“, betonte Kasulke. Wie essen­zi­ell Ver­trauen und Resi­li­enz ins­be­son­dere im Finanz­sek­tor sind, wurde in der Panel­dis­kus­sion „The New Cur­rency : Trust, Tech­no­logy and Resi­li­ence in Finance“ deut­lich. Unter der Mode­ra­tion von Ian Sal­mon (Exact­pro) tausch­ten sich Regina Mel­zer (Wie­ner Börse), Diet­mar Böck­mann (BKS Bank), Laura Hau­ser (OeKB CSD) und Scott Min­ne­man (Zero Hash) über Stra­te­gien aus, wie Orga­ni­sa­tio­nen im Finanz­we­sen Sta­bi­li­tät auf­bauen können. 

„Resi­li­enz geht über IT hin­aus – wir müs­sen jeden ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter auf unsere Resi­li­en­z­reise mit­neh­men“, erklärte Mel­zer. Hau­ser ergänzte : „Resi­li­enz ist unsicht­bar – bis etwas pas­siert und Ver­trauen zer­bricht.“ Böck­mann ver­wies auf das Enga­ge­ment der BKS Bank in den Berei­chen Cyber­si­cher­heit, Awa­re­ness und Kun­den­bil­dung, wäh­rend Min­ne­man die Rolle von MiCA und dem EU AI Act her­vor­hob : „Das Ziel die­ser Regu­lie­run­gen ist es, Nut­zer zu schüt­zen und sicher­zu­stel­len, dass sie das bekom­men, was sie erwar­ten – ganz gleich, was passiert.“ 

Ver­trauen und Resi­li­enz als neue Leit­wäh­rung im Finanzwesen

Das hoch­ka­rä­tige Panel ver­deut­lichte, dass Ver­trauen und Resi­li­enz die neue Wäh­rung des Finanz­we­sens sind – und nur durch Zusam­men­ar­beit, klare Regeln und ver­ant­wor­tungs­vol­len Tech­no­lo­gie­neinsatz wach­sen. Wie Zero Outage in der Pra­xis funk­tio­niert, zeigte Gemma Maria Sala­zar Luque, Vice Pre­si­dent Stra­tegy, Mar­ke­ting & Tech­ni­cal bei Hita­chi Rail. Sie erklärte, wie Hita­chi Rail mit Digi­tal Twins, KI-basier­ter War­tung und red­un­dan­ten Archi­tek­tu­ren für kon­ti­nu­ier­li­che, sichere und nach­hal­tige Bahn­sys­teme sorgt. 

„Zuver­läs­sig­keit bedeu­tet Ver­ant­wor­tung – für die Sicher­heit der Fahr­gäste, für den Betrieb und für unsere Umwelt“, sagte Sala­zar Luque – ein gutes Bei­spiel, wie sich Zero Outage in unter­schied­lichs­ten Bran­chen bewährt. Amir Tava­ko­lian, Direc­tor Busi­ness Deve­lo­p­ment bei Vir­tual Iden­tity, lenkte dann den Fokus auf den Men­schen. In sei­ner Key­note „Empa­thic Resi­li­ence – The Miss­ing Ope­ra­ting Prin­ci­ple for Hybrid Human – AI Teams“ betonte er, dass Empa­thie kein Nice-to-have, son­dern das Betriebs­sys­tem der Zukunft ist. Mit dem Frame­work SEE – SHAPE – STEER zeigte er, wie Unter­neh­men die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Mensch und KI bewusst gestal­ten kön­nen – durch Beob­ach­tung, klare Rol­len und regel­mä­ßige Resilienzübungen. 

Empa­thie als Füh­rungs­prin­zip für Unternehmen

„Wenn wir ver­ste­hen, wie Men­schen und KI mit­ein­an­der agie­ren, schaf­fen wir Sys­teme, die nicht nur funk­tio­nie­ren, son­dern mit­ein­an­der ler­nen“, so Tava­ko­lian. Ein wei­te­rer Höhe­punkt war die C‑Le­vel-Podi­ums­dis­kus­sion „AI in Zero Outage – How to Keep Trust, Talent and Tech­no­logy Ali­gned“, mode­riert von Ursula zur Nie­den (T‑Systems Inter­na­tio­nal). Ger­trud Götze (T‑Systems Aus­tria), Gerald Pfei­fer (SUSE), Chris­toph Scha­cher (Wie­ner­ber­ger AG) und Amir Tava­ko­lian (Vir­tual Iden­tity) dis­ku­tier­ten, wie Unter­neh­men die Chan­cen der KI nut­zen kön­nen, ohne Ver­trauen, Sicher­heit und Mensch­lich­keit aus den Augen zu verlieren.

„Tech­no­lo­gie allein garan­tiert keine Zuver­läs­sig­keit – das tun Men­schen“, eröff­nete zur Nie­den die Dis­kus­sion. Götze unter­strich die Bedeu­tung von Ver­trauen und Lern­kul­tur : „Füh­rungs­kräfte müs­sen Mit­ar­bei­ten­den den Raum geben, zu expe­ri­men­tie­ren und Tech­no­lo­gie zu hin­ter­fra­gen.“ Pfei­fer warnte vor blin­dem Tech­nik-Enthu­si­as­mus : „Wenn man nur einen Ham­mer hat, sieht alles wie ein Nagel aus – wir müs­sen KI dort ein­set­zen, wo sie ech­ten Mehr­wert bringt.“ Scha­cher ergänzte : „KI wird Men­schen nicht erset­zen – aber Men­schen, die KI ver­ste­hen, wer­den die­je­ni­gen erset­zen, die es nicht tun.“ Tava­ko­lian schloss mit dem Appell : „Empa­thie ist keine wei­che Fähig­keit – sie ist ein Füh­rungs­prin­zip, das Ver­trauen und Resi­li­enz in hybri­den Mensch-KI-Teams aufbaut.“

Tech­no­lo­gie zur För­de­rung der psy­cho­lo­gi­schen Widerstandskraft

Zum Abschluss betonte Quynh Nguyen, Rese­ar­che­rin am AIT Cen­ter for Tech­no­logy Expe­ri­ence, die Bedeu­tung mensch­li­cher Stärke für den Erfolg von Orga­ni­sa­tio­nen. In ihrer Key­note „Human-Cent­red Resi­li­ence – Streng­thening Peo­ple and Teams for Orga­ni­sa­tio­nal Suc­cess“ stellte sie Pro­jekte vor, in denen Tech­no­lo­gie gezielt ein­ge­setzt wird, um die psy­cho­lo­gi­sche Wider­stands­kraft zu för­dern – etwa SURE (Resi­li­enz in der Pflege), ReSolVE (Resi­li­enz in vir­tu­el­len Umge­bun­gen) oder Logo­Log, eine KI-gestützte Refle­xi­ons-App auf Basis logo­the­ra­peu­ti­scher Prinzipien. 

„Resi­li­enz ist sowohl unser Schutz­schild als auch unser Wachs­tums­mo­tor“, sagte Nguyen. „Nur wenn Men­schen resi­li­ent sind, kön­nen Orga­ni­sa­tio­nen es auch sein.“ Der Zero Outage Exe­cu­tive Sum­mit 2025 zeigte, dass Ver­läss­lich­keit keine rein tech­ni­sche Dis­zi­plin ist, son­dern eine Frage von Kul­tur, Ver­ant­wor­tung und Zusam­men­ar­beit. Zero Outage ist mehr als ein tech­ni­scher Stan­dard – es ist ein Mind­set, ein Ver­spre­chen, dass Ver­trauen, Sta­bi­li­tät und Ver­ant­wor­tung die Grund­lage unse­rer digi­ta­len Zukunft bil­den. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
13.10.2025

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