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Für ein neues Wachstum

BIP-Wachs­tum ist nicht gleich Wohl­stand. Die EU braucht Sozial- und Wirt­schafts­in­no­va­tio­nen, heißt es in einer im Auf­trag der EU-Kom­mis­sion erstell­ten Stu­die unter Füh­rung des Wifo.

Wachs­tum ist nötig, aber nicht das Brut­to­in­lands­pro­dukt gelte es zu stei­gern, son­dern den Lebens­stan­dard. Dazu sind neue Wege in der Sozial- und Umwelt­po­li­tik nötig. Zu die­sem Ergeb­nis kam ein Netz­werk von 34 euopäi­schen For­schungs­in­sti­tu­ten unter Lei­tung des Wifo.
Die Ergeb­nisse stellte Wifo-Chef Karl Aigin­ger im EU-Par­la­ment vor. Abs­trakte Ziele sind Struk­tur­er­neue­rung, soziale Mobi­li­tät, Kampf gegen Arbeits­lo­sig­keit, gerech­tere Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­tei­lung und höhere Chan­cen­gleich­heit, sowie nied­ri­ge­rer Ressourcenverbrauch.
Im Gespräch mit dem „Kurier“ wird Aigin­ger kon­kre­ter. Um Wachs­tum zu schaf­fen, müss­ten „die Kos­ten von Arbeit, die der­zeit 20 Pro­zent des BIP aus­ma­chen, hal­biert wer­den.“ Die Steu­ern auf Ver­mö­gen und Erb­schaf­ten soll­ten um 2,5 Pro­zent stei­gen, die Umwelt-Abga­ben um 2,4 Pro­zent, Steu­ern auf Alko­hol und Tabak um 1,5 Pro­zent. Auch fos­sile Ener­gie­trä­ger gehör­ten höher besteu­ert. Damit wür­den die Beschäf­ti­gung um fünf Pro­zent stei­gen und die Emis­sio­nen um 60 Pro­zent sin­ken, rech­net Aigin­ger vor.

Pro Flücht­linge
Im Kurier-Inter­view plä­diert er für die Auf­nahme von Flücht­lin­gen. „Mit den Flücht­lin­gen lösen wir das Pro­blem der Alte­rung in der EU, bis 2030 gibt es durch die Flücht­linge keine Knapp­heit an Arbeits­kräf­ten mehr. In 30 Jah­ren sol­len keine fos­si­len Roh­stoffe mehr ver­wen­det wer­den. Nur mit Inno­va­tion und Refor­men kann Europa sei­nen Wohl­stand behal­ten“, so Aigin­ger, wobei mehr Wohl­stand nicht „mehr BIP“ bedeu­ten müsse, „son­dern ein öko­no­mi­sches, sozia­les und öko­lo­gi­sches Gleichgewicht“.
Inno­va­tio­nen müs­sen sich auf eine Sen­kung des Ener­gie- und Res­sour­cen­ver­brauchs kon­zen­trie­ren, statt auf die Ein­spa­rung von Arbeits­kraft. Die Ein­kom­mens­un­ter­schiede müss­ten sin­ken, die Real­ein­kom­men mit der Pro­duk­ti­vi­tät stei­gen. Statt Men­schen für Arbeits­lo­sig­keit zu kom­pen­sie­ren, sollte mehr in Bil­dung, Gesund­heit und Arbeits­markt inves­tiert wer­den. Um den Ver­brauch von Koh­len­stoff im Ener­gie­we­sen zu sen­ken, sollte zu aller­erst „die aus­ga­ben­in­ten­sive Sub­ven­tio­nie­rung fos­si­ler Ener­gie­trä­ger besei­tigt“ werden.
Schließ­lich komme dem öffent­li­chen Sek­tor mit einem Anteil von etwa 50 Pro­zent am BIP der EU hohe Bedeu­tung zu : „Die Umori­en­tie­rung der Aus­ga­ben in Rich­tung For­schung und Bil­dung, soziale Inves­ti­tio­nen und eine nach­hal­tige Beschaf­fungs­po­li­tik sowie die Ver­la­ge­rung der Steu­er­last von Arbeit hin zu Res­sour­cen­ver­brauch, Grund­ver­mö­gen, spe­ku­la­ti­ven Finanz­markt­trans­ak­tio­nen und Erb­schaf­ten kön­nen einen bedeu­ten­den Bei­trag zur gleich­zei­ti­gen Errei­chung aller drei stra­te­gi­schen Ziele leisten.“ 

Autor: APA-Science/red/stem
04.03.2016

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