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Geför­der­ter Forschergeist

Das neue Mari­etta-Blau-Sti­pen­dium ermög­licht Dok­to­ran­den einen ein­jäh­ri­gen Auslandsaufenthalt.

Aus­lands­er­fah­run­gen stel­len einen wich­ti­gen Mehr­wert für die aka­de­mi­sche Aus­bil­dung und die wei­tere wis­sen­schaft­li­che Lauf­bahn dar.
Hier­zu­lande gibt es, geför­dert vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft und For­schung (BMWF), eine Viel­zahl von Sti­pen­dien, die es den Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten der öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tä­ten ermög­li­chen, ihren wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten in einem inter­na­tio­na­len Rah­men nach­ge­hen zu können.

Neues För­der­pro­gramm
Im Okto­ber des Vor­jah­res wurde den Uni­ver­si­tä­ten ein neues Sti­pen­di­en­pro­gramm prä­sen­tiert. Das Mari­etta-Blau-Sti­pen­dium rich­tet sich an hoch qua­li­fi­zierte Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den und dient ein­mal mehr der För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses. Die Aus­schrei­bung läuft noch bis zum 1. März 2010, ein wei­te­rer Ter­min ist für den 1. Sep­tem­ber 2010 anbe­raumt. Das Beson­dere an dem nach einer öster­rei­chi­schen Phy­si­ke­rin benann­ten Sti­pen­dium ist, dass damit Sti­pen­dia­tin­nen und Sti­pen­dia­ten bis zu einem Jahr im Aus­land for­schen kön­nen. Eli­sa­beth Häfele, in der Abtei­lung für Inter­na­tio­na­li­sie­rung der Hoch­schu­len und För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses des BMWF für admi­nis­tra­tive Belange des Sti­pen­di­ums zustän­dig : „Bis­her gab es für Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den kein Sti­pen­di­en­pro­gramm für län­gere wis­sen­schaft­li­che Aus­lands­auf­ent­halte, die zum Erstel­len einer Dis­ser­ta­tion oft not­wen­dig sind. Diese Lücke kann jetzt geschlos­sen werden.“
Zur Ver­fü­gung steht ein monat­li­cher Sti­pen­di­en­be­trag von 1200 Euro, bewer­ben kön­nen sich Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten sämt­li­cher Fach­rich­tun­gen. Abge­wi­ckelt wird die Sti­pen­di­en­ver­gabe vom Öster­rei­chi­schen Aus­tausch­dienst (OeAD), das Bud­get für das Mari­etta-Blau-Sti­pen­dium ist bis zum Jahr 2013 gesichert. 

Bis zu 90 Sti­pen­dien jährlich
„Unter der Annahme, dass jeweils zwölf Sti­pen­di­en­mo­nate bean­tragt wer­den wür­den, könn­ten wir pro Jahr bis zu 90 Sti­pen­dien finan­zie­ren. Wir gehen aber zumin­dest für den Anfang von nied­ri­ge­ren Zah­len aus“, erklärt Häfele. Letz­te­res des­halb, weil es natur­ge­mäß einer län­ge­ren Anlauf­zeit bedarf, bis der­lei För­der­mög­lich­kei­ten auch poten­zi­el­len Anwär­te­rin­nen und Anwär­tern bekannt sind. „Das Mari­etta-Blau-Sti­pen­dium kann einen wich­ti­gen Bei­trag zur Inter­na­tio­na­li­sie­rung der Dok­to­ran­din­nen- und Dok­to­ran­den­aus­bil­dung leis­ten, und ich hoffe sehr, dass sich die­ses in der Sti­pen­di­en­land­schaft gut eta­blie­ren wird. Zunächst ist es aber ein­mal wich­tig, die Infor­ma­tio­nen dazu an die Adres­sa­tin­nen und Adres­sa­ten zu brin­gen“, so Häfele.
Für eine erfolg­rei­che Bewer­bung ist eine aus­rei­chende Vor­be­rei­tungs­zeit wich­tig. Zur Unter­stüt­zung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber bie­tet der OeAD spe­zi­elle Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen an. Häfele : „Die Teil­nahme daran ist höchst emp­feh­lens­wert. Auch bei Fra­gen und Unklar­hei­ten ist es sinn­voll, sich recht­zei­tig an den OeAD zu wenden.“

Mari­etta Blau 
Mari­etta Blau (1894 – 1970) war eine öster­rei­chi­sche Phy­si­ke­rin. Nach ihrem Stu­dium an der Uni­ver­si­tät Wien war Blau für meh­rere For­schungs­in­sti­tute, unter ande­rem das Insti­tut für Radi­um­for­schung der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, tätig. 1938 musste Blau aus Öster­reich emi­grie­ren, ging nach Oslo, lan­dete aber schließ­lich über Ver­mitt­lung von Albert Ein­stein an der Tech­ni­schen Hoch­schule in Mexiko-Stadt. 1944 über­sie­delte Blau in die USA, wo sie neben ihrer wis­sen­schaft­li­chen Arbeit an der Uni­ver­sity of Miami auch für die Indus­trie arbei­tete. 1960 kehrte Blau wie­der nach Öster­reich zurück. Zehn Jahre spä­ter erlag sie einem schwe­ren Krebs­lei­den – ver­ur­sacht durch ihre jah­re­lange unge­schützte Arbeit mit radio­ak­ti­ven Sub­stan­zen. Mari­etta Blau wurde drei­mal für den Nobel­preis vor­ge­schla­gen, erhal­ten hat sie ihn nie.

Basics für Bewerber 
Eine Aus­wahl­kom­mis­sion bestehend aus Mit­glie­dern der Uni­ver­si­tä­ten und des Minis­te­ri­ums prüft die Ein­rei­chungs­un­ter­la­gen und lädt die Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber zu per­sön­li­chen Inter­views ein.
Es gibt in puncto Ver­gabe des Sti­pen­di­ums keine Alters­grenze und auch keine Quo­ten­re­ge­lung. Für die Wahr­schein­lich­keit einer Zuer­ken­nung eben­falls nicht von Rele­vanz ist, ob man sich für die Dauer von sechs oder zwölf Mona­ten Aus­lands­auf­ent­halt bewirbt. Es ist nur wich­tig, dass der Zeit­plan schlüs­sig argu­men­tiert wird. Soll­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber beim ers­ten Mal mit ihrem Antrag schei­tern, steht neu­er­li­chen Ver­su­chen nichts im Wege – zumin­dest solange die Sti­pen­di­en­be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Diese besa­gen, dass zum Zeit­punkt des Ein­reich­ter­mins nicht mehr als sechs Semes­ter des Dok­to­rats- bezie­hungs­weise PhD-Stu­di­ums abge­schlos­sen sein dür­fen. Bewer­ben kön­nen sich alle, die an einer öster­rei­chi­schen Uni­ver­si­tät ihr Dok­to­rats- oder PhD-Stu­dium absol­vie­ren. Die Fach­rich­tung spielt keine Rolle.
Details zu Aus­schrei­bung und Ansprech­part­nern fin­den sich auf der Daten­bank des OeAD unter nach­ste­hen­dem Link.

Autor:
12.02.2010

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