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Geht die Arbeit nicht aus dem Kopf, lei­det Schlaf und Gesundheit

Arbei­ter­kam­mer Nie­der­ös­ter­reich und die TU Wien unter­su­chen wie sich die beruf­li­che Nut­zung von Smart­phones auf die Schlaf­qua­li­tät aus­wirkt. Mit­tels der Smart­phone-App „YLVI“ kön­nen Inter­es­sierte kos­ten­los bei der Stu­die mit­ma­chen und dabei auch mehr über Ihre per­sön­li­che Han­dy­nut­zung erfahren.

Die Trenn­li­nie zwi­schen Arbeit und Pri­vat­le­ben ist zuneh­mend schwie­ri­ger. Viele Men­schen lesen bereits beim Früh­stück Arbeits-Emails oder erhal­ten abends Anrufe am Handy. Stu­dien der TU Wien und Arbei­ter­kam­mer Nie­der­ös­ter­reich zei­gen nun, dass zusätz­li­che Bereit­schaft außer­halb der Arbeits­zeit das Grü­beln über die Arbeit geför­dert und damit wie­derum die Schlaf­qua­li­tät beein­träch­tigt wird. Vor allem Frauen und Beschäf­tigte mit vie­len Über­stun­den nei­gen dazu, dass Arbeits­the­men auch in der Frei­zeit nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Aus­zeit immens wichtig
„Die bloße Erreich­bar­keit außer­halb der Arbeits­zeit ist noch nicht unbe­dingt schäd­lich“, erklärt Mar­tina Hart­ner-Tief­en­tha­ler vom Insti­tut für Manage­m­ent­wis­sen­schaf­ten der TU Wien. „Wich­tig ist, echte Aus­zei­ten zu haben, in der die Gedan­ken nicht um die Arbeit krei­sen. Gehen diese Frei­räume ver­lo­ren, hat das eine schäd­li­che Aus­wir­kung auf die Schlafqualität.“
Bis­her war es bei Stu­dien zur berufs­be­zo­ge­nen Erreich­bar­keit kaum mög­lich, Aus­kunft über das tat­säch­li­che Smart­phon­ever­hal­ten zu erhal­ten. Man musste sich auf Befra­gun­gen und Selbst­ein­schät­zun­gen ver­las­sen. Nun wurde von zwei TU Wien Insti­tu­ten (Arbeits­wis­sen­schaft und Orga­ni­sa­tion und Insti­tut für Rech­ner­ge­stützte Auto­ma­tion) die Smart­phone-App YLVI für Andro­id­ge­räte ent­wi­ckelt um ver­läss­li­che Daten zu sam­meln. YLVI („Your Latest Veri­fied usage Infor­ma­tion“) ist frei und kos­ten­los über den google play store erhält­lich und ana­ly­siert Daten zum Nutzungsverhalten.

64 Mal akti­viert und alle 18 Minu­ten in der Hand
Erste Ergeb­nisse der Pilot­stu­die zei­gen, dass Tele­fon und SMS durch­schnitt­lich nur je rund vier Minu­ten täg­lich aktiv ver­wen­det wer­den. Nach­rich­ten­dienste wie whats­App hin­ge­gen bean­spru­chen im Schnitt sechs Mal so viel Zeit. „Wich­tig ist es, nicht nur auf die Dauer der Nut­zung zu ach­ten, son­dern auf die Anzahl an Unter­bre­chun­gen“ betont Hartner-Tiefenthaler.
Die Pilot­er­geb­nisse zei­gen, dass Smart­phones im Zeit­raum von 24 Stun­den rund 64 Mal akti­viert wer­den und im Schnitt alle 18 Minu­ten zur Hand genom­men wer­den. Ziel der Fol­ge­stu­die ist es nun zu unter­su­chen, wel­che Aus­wir­kun­gen der Zeit­punkt und die Häu­fig­keit von arbeits­be­zo­ge­nen Nach­rich­ten außer­halb der Arbeits­zeit auf den Schlaf und das Wohl­be­fin­den haben.

Mit­ma­chen, sich bes­ser ein­schät­zen und gewinnen
Nach Instal­la­tion der Android-App YLVI auf dem Smart­phone von inter­es­sier­ten Stu­di­en­teil­neh­mern zeich­net diese drei Wochen anonym das Nut­zungs­ver­hal­ten auf. Alle Daten wer­den auf einem siche­ren Ser­ver der TU Wien gespei­chert. Inhalte (z.B. Kon­takte oder Nach­rich­ten-Inhalte) wer­den zu kei­nem Zeit­punkt aus­ge­le­sen. YLVI erkennt nur, wel­che App wann und wie lange geöff­net wurde. Zu Beginn und am Ende lädt YLVI dazu ein, einen Fra­ge­bo­gen aus­zu­fül­len, um wei­tere not­wen­dige Infor­ma­tio­nen über die Nut­zungs­ge­wohn­hei­ten sowie über Arbeits­be­din­gun­gen und ‑ver­hält­nisse zu erfassen.
Dazwi­schen beant­wor­tet man zwei Wochen lang ein Kurz-Tage­buch zu Schlaf und Arbeit. Nach Ablauf der Stu­di­en­dauer gibt es exklu­si­ves Feed­back über die per­sön­li­che Han­dy­nut­zung. Unter allen Teil­neh­men­den, die bei der gesam­ten Stu­die mit­ma­chen und die Fra­ge­bö­gen aus­fül­len, ver­lost die TU Wien als Dan­ke­schön 3 x EUR 250,-. 

Autor: red/cc
22.09.2017

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