Zum Inhalt

Gemü­se­sor­ten zum Fürchten

Die Zei­ten sind ver­rückt. Wes­halb jetzt einer
in Man­hat­tan Schlaf ver­kauft, genauer
gesagt: den zeit­lich begrenz­ten Aufenthalt
in soge­nann­ten Schlaf-Pods. Da bezahlt
man für 20 Minu­ten in Mor­pheus Armen
14 US-Dol­lar (10,50 Euro). Was niemanden
wun­dern sollte, kom­men­tiert der britische
Guar­dian, immer­hin wür­den Leute auch
Was­ser in Fla­schen, abge­füllt von Jungfrauen
bei Voll­mond, kau­fen. Dabei braucht
die Stadt, die nie­mals schläft, vielleicht
nichts drin­gen­der als Schlaf. Zudem werden
nun ja auch Stoff­tiere in die Ferien geschickt und kommen
mit Erin­ne­rungs­fo­tos wie­der, wer will sich da über bezahlten
Schlaf mokie­ren? Neues gibt es auch in Sachen Gemüse:
Der in der Mode von der Sit­com Ugly Betty aus­ge­löste Trend
zur Häss­lich­keit – von dem kei­ner weiß, wie er sich ins echte
Leben über­set­zen lässt –, macht sich bei Früch­ten bemerkbar.
Toma­ten wer­den ver­speist, die rie­sig und auf­ge­quol­len aussehen.
Ein klei­ner, schi­cker Laden, ganz dem unansehnlichen
Gemüse gewid­met und mit­ten im New Yor­ker Soho platziert,
ist gewiss auch schon im Ent­ste­hen. Über­haupt ver­mu­tet man
eine ganze Heer­schar häss­li­cher Obst- und Gemü­se­sor­ten da
drau­ßen, Bana­nen mit Krüm­mun­gen, fern jeder Norm. Alle
wür­den sie der Ugli nach­ei­fern, die so häss­lich ist wie keine
andere. Eine gewisse Boden­stän­dig­keit besitzt der Trend
aller­dings: Das schia­che Gemüse schmeckt hervorragend.
Mehr noch: Ein Biss, und man ver­gisst all die run­den, wohl
gefärb­ten Exemplare.
Und wäh­rend man glaubt, dass nichts mehr ist, wie es war,
Was­ser nicht mehr aus der Lei­tung getrun­ken und nicht mehr
im Bett geschla­fen wird, ist plötz­lich wie­der Gemüse da, das
schmeckt. Da soll einer behaup­ten, die Zei­ten seien ver­rückt. – Aus­ge­wählte Berichte und Kom­men­tare aus den Schwer­punkt-Aus­ga­ben bereits erschie­ne­ner eco­nomy Printausgaben.

Autor:
02.03.2012

Weitere aktuelle Artikel

In Nie­der­ös­ter­reich locken die „Tage der offe­nen Ate­liers“ zu Aus­flü­gen und Urlaubs­auf­ent­hal­ten. Zwi­schen Enns und Lei­tha zei­gen heuer über 1.000 Kunst­schaf­fende Tex­til­kunst, Schmuck und Schmie­de­ar­bei­ten über Bild­haue­rei und Male­rei bis zu Film oder Fotografie. Nie­der­ös­ter­reichs Kunst- und Kul­tur­schaf­fende laden auch heuer wie­der zu den „Tagen der Offe­nen Ate­liers“ um ihre Leis­tun­gen einer mög­lichst brei­ten Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren zu […]
Kin­der­krebs Sozi­al­hilfe, Stern­tal­er­hof, Licht ins Dun­kel oder aktu­ell die Unter­stüt­zung für den Licht­blick­hof. IT-Dis­tri­bu­tor Omega enga­giert sich regel­mä­ßig für unter­schied­li­che Sozi­al­pro­jekte mit einem Schwer­punkt auf Kin­der und Jugendliche.  Der öster­rei­chi­sche IT-Dis­tri­bu­tor Omega unter­stützt seit über zwei Jahr­zehn­ten soziale Ein­rich­tun­gen, dar­un­ter etwa das St. Anna Kin­der­spi­tal, den Stern­tal­er­hof, Debra Aus­tria, Licht ins Dun­kel oder Mis­sion Hoff­nung. […]
Die Vienna Fashion Week ist aus. Eco­nomy hat letz­ten Frei­tag als modi­sche Höhe­punkte die Arbei­ten von Roee und Plu­ral und vor allem Show und Enga­ge­ment von Sau­ber­ma­cher und Label „Fröh­lich“ gese­hen. Hier war neben Mode auch Inno­va­tion und (wirk­lich) nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft Thema. Einen unpro­fes­sio­nel­len Auf­tritt von Nico­las Dudek gab es auch. Ein Bericht von Han­nah Czaak und Ale­jan­dro […]
Brechts „Arturo Ui“ von 11 Regisseur:innen am Lan­des­thea­ter St. Pöl­ten zum Start der neuen Inten­danz von Patri­cia Nickel-Döni­cke ist inhalt­lich ein aktu­ell pas­sen­des Stück und ope­ra­tiv ein wage­mu­ti­ger Schritt. Final sie­gen große Schau­spiel­kunst und Büh­nen­bild gegen die kleine Büh­nen­flä­che und die vie­len Hand­lungs­stränge. Ein kom­men­tie­ren­der Bericht von der Pre­mière mit Publi­kums­re­ak­tio­nen von Chris­tian Czaak. Ber­tolt Brecht. […]
Aktu­elle Muehl-Schau im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum. Mate­rial-Bil­der aus 1960er Jah­ren und gegen­ständ­li­che Lini­en­ma­le­rei aus 80er-Jah­ren als groß­ar­tige Schwer­punkte. Minu­ten­lan­ger Applaus für Muse­ums­di­rek­tor Klaus Albrecht Schrö­der bei Preview.  Der Mensch, Künst­ler und Straf­tä­ter Otto Muehl (1925 bis 2013) ist aktu­ell beson­ders umstrit­ten. Im Kon­text mit der aktu­el­len Muehl-Per­so­nale im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum (WAM) wid­met sich die­ser […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram