
Genug Strom
In Niederösterreich gibt es genug Stromtankstellen, ausgelastet sind sie noch nicht.
Bereits über 500 öffentliche Stromtankstellen für E‑Mobile stehen in Niederösterreich zu Verfügung. Davon betreibt die EVN 60 öffentliche Ladestationen. „Allerdings liegt die Auslastung grob geschätzt im Durchschnitt noch bei unter zehn Prozent“, sagt Florian Tatzber, Leiter E‑Mobilität bei der EVN. „Da ist noch Potenzial nach oben offen.“
„Natürlich fordern Besitzer von Elektrofahrzeugen immer wieder zusätzliche Lademöglichkeiten in ihrem näheren Umfeld, aber aufgrund der Auswertung von Benutzungsstatistiken ist erkennbar, dass das Angebot ausreichend ist“, so Tatzber.
Der Mobilfunk-Anbieter A1 baut Telefonzellen zu Stromtankstellen um. Seit Mai 2010 wurden so in ganz Österreich rund 30 Standorte mit 46 Ladepunkten für E‑Fahrzeuge errichtet. „In Niederösterreich gibt es beispielsweise in Groß-Enzersdorf, Korneuburg, Melk und Maria Taferl Telefonzellen mit integrierter Stromtankstelle“, sagt Livia Dandrea-Böhm, A1. Die jüngste Generation dieser Stromtankstellen speise Solarenergie ein. In der Pilotphase wird der abgegebene Strom von A1 kostenlos zur Verfügung gestellt.
Langsam Laden
Michaela Horsky, Sprecherin von Niederösterreichs Wirtschaftsagentur ecoplus, sieht ebenfalls eine fast fertig gestellte Flächendeckung bei der Schnellladeinfrastruktur in Niederösterreich. „Aus unserer Sicht sind die nächsten Entwicklungsschritte ein anbieterübergreifendes Laden und ein Wachstum von Langsamladeinfrastruktur im ländlichen Raum.“
„In Österreich wird bereits fast jeder sechste Kilometer mit E‑Mobilität zurückgelegt“, rechnet Markus Gansterer, Experte des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vor. Daran sind allerdings elektrische Fahrräder und Elektro-Mopeds stärker als E‑Autos beteiligt. Deren Absatz steige nur langsam.
Obwohl Elektro-Autos im städtischen Gebiet häufiger anzutreffen sind, ist auch der ländliche Raum für Elektromobilität durchaus geeignet. Die meisten Fahrten außerhalb der Großstädte erfolgen unter 100 Kilometer Distanz, und die Pendlerfahrt zur nächsten öffentlichen Verkehrsanbindung könnte ebenfalls sehr gut mit strombetriebenen Fahrzeugen zurückgelegt werden.