Zum Inhalt
© Pixabay_riki32_KSV_031026

Gerin­ges Bewusst­sein für Cybersicherheit

Unter­neh­men, die sich mit Cyber­si­cher­heit aktiv aus­ein­an­der­set­zen, wer­den ste­tig bes­ser. In der Gesamt­wirt­schaft fehlt diese fun­dierte Aus­ein­an­der­set­zung. Das all­ge­meine Bewusst­sein ist zu gering und das gilt auch und trotz der ab nun gül­ti­gen NIS-Regularien.

Öster­reichs Unter­neh­men haben bei der Cyber­si­cher­heit im ver­gan­ge­nen Jahr Fort­schritte erzielt. Laut einer aktu­el­len Erhe­bung von Cyber­Risk Report von KSV1870 Nim­busec ver­bes­serte sich das Ergeb­nis bei knapp der Hälfte der rund 400 im Jahr 2026 durch­ge­führ­ten Cyber-Risk Ratings gegen­über 2025. 

63.000 Fälle von Inter­net­kri­mi­na­li­tät in Öster­reich im Jahr 2025

85 Pro­zent der erho­be­nen Betriebe sind in der Lage, IT-Sicher­heits­vor­fäl­len zuver­läs­sig zu erken­nen. Den­noch ist das all­ge­meine Bewusst­sein in der Wirt­schaft für Cyber­ri­si­ken ange­sichts der stei­gen­den Bedro­hungs­lage und des ab 1. Okto­ber 2026 gel­ten­den NIS-Geset­zes 2026 wei­ter­hin zu gering. „Nur ein Bruch­teil der Unter­neh­men lässt den eige­nen Cyber-Sicher­heits­sta­tus extern über­prü­fen“, so KSV1870 Nimbusec. 

Ganz gene­rell stellt das Thema Cyber-Kri­mi­na­li­tät Öster­reichs Unter­neh­men zuneh­mend vor Her­aus­for­de­run­gen. Im Vor­jahr wur­den hier­zu­lande rund 63.000 Fälle von Inter­net­kri­mi­na­li­tät erfasst, davon ent­fie­len rund 22.000 laut kri­mi­nal­po­li­zei­li­cher Anzei­gen­sta­tis­tik auf Cyber­crime. „Neben finan­zi­el­ler Schä­den kann auch die ope­ra­tive Hand­lungs­fä­hig­keit mas­siv beein­träch­tigt wer­den“, betont Robert Staub­mann, Geschäfts­füh­rer der KSV1870 Nimbusec. 

Rasche und rich­tige Reak­tion ent­schei­det bei Cybeangriff

Laut aktu­el­lem Cyber­Risk Report sind 49 Pro­zent der in 2026 durch­ge­führ­ten Cyber­Risk Ratings bes­ser aus­ge­fal­len als im Jahr 2025. Bei 29 Pro­zent blieb das Ergeb­nis unver­än­dert, bei 22 Pro­zent zeigte sich hin­ge­gen eine Ver­schlech­te­rung. „Nur ein Bruch­teil der Unter­neh­men lässt den eige­nen Sicher­heits­sta­tus über­prü­fen. Viele war­ten offen­bar lie­ber, bis etwas pas­siert. Das kann im Ernst­fall erheb­li­che wirt­schaft­li­che Fol­gen haben“, so Experte Staubmann. 

Wei­ters bestä­tigt der dies­jäh­rige Cyber­Risk Report von KSV1870 Nim­busec, dass mitt­ler­weile 85 Pro­zent der bewer­te­ten Unter­neh­men in der Lage sind, IT-Sicher­heits­vor­fälle zuver­läs­sig zu erken­nen. Im Vor­jahr waren es 73 Pro­zent. Bei neun Pro­zent der bewer­te­ten Betriebe lie­gen keine Not­fall­pläne vor, die im Ernst­fall inner­be­trieb­li­che Pro­zesse kon­kret regeln. Im Ver­gleich zum Cyber­Risk Report 2025 ist das ein posi­ti­ver Rück­gang um 13 Pro­zent­punkte. „Die rasche und rich­tige Reak­tion ist bei einem Cyber­an­griff ent­schei­dend“, unter­streicht Staubmann. 

60.000 Öster­rei­chi­sche Unter­neh­men von ab nun gül­ti­gen NIS-Regeln betroffen

Den Fol­gen etwa­iger Cyber­an­griffe ent­ge­gen­wir­ken soll auch das NIS-Gesetz 2026, das mit 1. Okto­ber 2026 end­gül­tig in Kraft getre­ten ist. Von dem Gesetz betrof­fen sind nicht nur die rund 4.000 Unter­neh­men kri­ti­scher Sek­to­ren, son­dern auch deren Lie­fe­ran­ten und Geschäfts­part­ner. Laut KSV1870 Schät­zung geht es in Summe um rund 60.000 (!) Betriebe. Im Kern geht es darum, das Sicher­heits­ni­veau von Netz- und Infor­ma­ti­ons­sys­te­men im Land zu erhö­hen und die Wider­stands­fä­hig­keit der Unter­neh­men zu verbessern. 

Diese Vor­gabe dürfte beson­ders bei den ana­ly­sier­ten Betrie­ben ange­kom­men sein. 79 Pro­zent haben einen Pro­zess zum Manage­ment ihrer Lie­fe­ran­ten­ri­si­ken imple­men­tiert, gegen­über 2025 eine Stei­ge­rung um 19 Pro­zent­punkte. Gleich­zei­tig ist die lau­fende Schu­lung von Mit­ar­bei­tern essen­zi­ell, um die Wider­stands­fä­hig­keit eines Unter­neh­mens zu erhöhen. 

Risi­ken sys­te­ma­tisch bewerten 

Das Cyber­Risk Rating von KSV1870 Nim­busec basiert Anga­ben zufolge auf dem Cyber-Risk-Schema des KSÖ (Kom­pe­tenz­zen­trum Siche­res Öster­reich) und bewer­tet das Cyber­ri­siko von Dienst­leis­tern, Lie­fe­ran­ten und Drit­ten. Anhand von 25 Anfor­de­run­gen wird das Sicher­heits­ni­veau ermit­telt und auf einer sie­ben­stu­fi­gen Skala von mini­ma­lem bis maxi­ma­lem Risiko ein­ge­stuft. Je nach Bedarf ste­hen A‑, A+- und B‑Ratings zur Ver­fü­gung. Das Ver­fah­ren wird jähr­lich an den aktu­el­len Stand der Tech­nik angepasst.

Final soll eine schnelle, fun­dierte und kos­ten­ef­fi­zi­ente Bewer­tung von Lie­fe­ran­ten­ri­si­ken ermög­licht wer­den. Ergänzt wird die Lösung mit dem soge­nann­ten Cyber­Risk Mana­ger, der für mehr Trans­pa­renz sor­gen soll. Diese Platt­form adres­siert ins­be­son­dere Unter­neh­men mit vie­len Lie­fe­ran­ten. „Hier kön­nen Sicher­heits­nach­weise von Geschäfts­part­nern ver­wal­tet, Risi­ken bewer­tet und Ver­än­de­run­gen des Cyber­ri­si­kos früh­zei­tig erkannt wer­den und zusätz­lich kön­nen Lie­fe­ran­ten mit­hilfe des Cyber­Risk Mana­ger kon­tak­tiert und Cyber­Risk Ratings direkt beauf­tragt wer­den“, so Robert Staub­mann, Geschäfts­füh­rer der KSV1870 Nim­busec. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
03.10.2026

Weitere aktuelle Artikel

Digi­tale Sou­ve­rä­ni­tät als Ver­spre­chen für Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit in einer zuneh­mend ver­netz­ten Welt. Chris­tian Neu­hau­ser und Lati­fur Rah­man von CAN­COM Aus­tria im Gespräch über Quan­ten-Ver­schlüs­se­lung, Clouds und das soge­nannte Con­fi­den­tial Computing. In den aktu­el­len stra­te­gi­schen Dis­kus­sio­nen nimmt das Thema „Digi­tale Sou­ve­rä­ni­tät“ einen zen­tra­len Platz ein. Wie defi­nie­ren Sie die­sen Begriff für CAN­COM und Ihre Kunden? Chris­tian […]
Künst­li­che Intel­li­genz ist mit vie­len Begrif­fen und ebenso vie­len tech­no­lo­gi­schen Ein­zel­kom­po­nen­ten ver­bun­den. Phil­ipp Ber­ger, Senior Sys­tem Engi­neer Dat­a­cen­ter Net­wor­king bei CAN­COM Aus­tria, hat eine umfas­sende Über­sicht erstellt.  Als ChatGPT am 30. Novem­ber 2022 der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wurde mar­kierte das den Beginn einer neuen Epo­che. Die KI-Anwen­dung löste einen regel­rech­ten Hype aus, nach nur zwei Mona­ten […]
Fonio.ai und T‑Systems Aus­tria star­ten eine KI-Platt­form für Kun­den­kom­mu­ni­ka­tion. Im Rah­men der Koope­ra­tion wird die Voice-AI-Lösung von fonio.ai gemein­sam über eine Platt­form auf den Markt gebracht, die T‑Systems Aus­tria künf­tig als Teil ihres Pro­dukt­port­fo­lios anbietet. Fonio.ai , die öster­rei­chi­sche KI-Platt­form für Kun­den­kom­mu­ni­ka­tion, und T‑Systems, ein Toch­ter­un­ter­neh­men der Deut­schen Tele­kom AG und inter­na­tio­nal ope­rie­ren­der IT-Dienst­leis­ter, gehen […]
25 Dol­lar für Zugang zu thai­län­di­schem Pro­duk­ti­ons­sys­tem und 750.000 Dol­lar für Daten­bank eines deut­schen Indus­trie­be­trie­bes. Kri­mi­nelle Access-Bro­ker han­deln die Zugänge und angrei­fende Kol­le­gen mone­ta­ri­sie­ren sie, so wei­tere Details aus aktu­el­lem Tren­dAI-Report zum Thema Cyber-Kri­mi­na­li­tät und ‑Secu­rity. Der Report nennt erst­mals auch Details und Namen zu Angrei­fern, Metho­den und beson­ders bevor­zugte Ziele wie Unternehmensgruppen. Neue Aus­züge […]
„AI Foun­da­tion Ser­vices“ von T‑Systems Aus­tria als fle­xi­bel nutz­bare KI-Platt­form für Unter­neh­men. Leis­tungs­fä­hige und ska­lier­bare Infra­struk­tur zur Ver­wen­dung und eige­nen Ent­wick­lung unter­schied­li­cher KI-Modelle. Start-Up Thera­docx setzt für Doku­men­ta­tio­nen bei Gesund­heits­be­hand­lun­gen mit­tels Soft­ware-as-a-Ser­vice Modell auf neue Plattform. T‑Systems Aus­tria posi­tio­niert sich als stra­te­gi­scher Part­ner der hei­mi­schen KI-Szene. Der IT-Dienst­leis­ter bie­tet ab sofort für Unter­neh­men mit „AI […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram