
Geringes Bewusstsein für Cybersicherheit
Unternehmen, die sich mit Cybersicherheit aktiv auseinandersetzen, werden stetig besser. In der Gesamtwirtschaft fehlt diese fundierte Auseinandersetzung. Das allgemeine Bewusstsein ist zu gering und das gilt auch und trotz der ab nun gültigen NIS-Regularien.
Österreichs Unternehmen haben bei der Cybersicherheit im vergangenen Jahr Fortschritte erzielt. Laut einer aktuellen Erhebung von CyberRisk Report von KSV1870 Nimbusec verbesserte sich das Ergebnis bei knapp der Hälfte der rund 400 im Jahr 2026 durchgeführten Cyber-Risk Ratings gegenüber 2025.
63.000 Fälle von Internetkriminalität in Österreich im Jahr 2025
85 Prozent der erhobenen Betriebe sind in der Lage, IT-Sicherheitsvorfällen zuverlässig zu erkennen. Dennoch ist das allgemeine Bewusstsein in der Wirtschaft für Cyberrisiken angesichts der steigenden Bedrohungslage und des ab 1. Oktober 2026 geltenden NIS-Gesetzes 2026 weiterhin zu gering. „Nur ein Bruchteil der Unternehmen lässt den eigenen Cyber-Sicherheitsstatus extern überprüfen“, so KSV1870 Nimbusec.
Ganz generell stellt das Thema Cyber-Kriminalität Österreichs Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Im Vorjahr wurden hierzulande rund 63.000 Fälle von Internetkriminalität erfasst, davon entfielen rund 22.000 laut kriminalpolizeilicher Anzeigenstatistik auf Cybercrime. „Neben finanzieller Schäden kann auch die operative Handlungsfähigkeit massiv beeinträchtigt werden“, betont Robert Staubmann, Geschäftsführer der KSV1870 Nimbusec.
Rasche und richtige Reaktion entscheidet bei Cybeangriff
Laut aktuellem CyberRisk Report sind 49 Prozent der in 2026 durchgeführten CyberRisk Ratings besser ausgefallen als im Jahr 2025. Bei 29 Prozent blieb das Ergebnis unverändert, bei 22 Prozent zeigte sich hingegen eine Verschlechterung. „Nur ein Bruchteil der Unternehmen lässt den eigenen Sicherheitsstatus überprüfen. Viele warten offenbar lieber, bis etwas passiert. Das kann im Ernstfall erhebliche wirtschaftliche Folgen haben“, so Experte Staubmann.
Weiters bestätigt der diesjährige CyberRisk Report von KSV1870 Nimbusec, dass mittlerweile 85 Prozent der bewerteten Unternehmen in der Lage sind, IT-Sicherheitsvorfälle zuverlässig zu erkennen. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Bei neun Prozent der bewerteten Betriebe liegen keine Notfallpläne vor, die im Ernstfall innerbetriebliche Prozesse konkret regeln. Im Vergleich zum CyberRisk Report 2025 ist das ein positiver Rückgang um 13 Prozentpunkte. „Die rasche und richtige Reaktion ist bei einem Cyberangriff entscheidend“, unterstreicht Staubmann.
60.000 Österreichische Unternehmen von ab nun gültigen NIS-Regeln betroffen
Den Folgen etwaiger Cyberangriffe entgegenwirken soll auch das NIS-Gesetz 2026, das mit 1. Oktober 2026 endgültig in Kraft getreten ist. Von dem Gesetz betroffen sind nicht nur die rund 4.000 Unternehmen kritischer Sektoren, sondern auch deren Lieferanten und Geschäftspartner. Laut KSV1870 Schätzung geht es in Summe um rund 60.000 (!) Betriebe. Im Kern geht es darum, das Sicherheitsniveau von Netz- und Informationssystemen im Land zu erhöhen und die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern.
Diese Vorgabe dürfte besonders bei den analysierten Betrieben angekommen sein. 79 Prozent haben einen Prozess zum Management ihrer Lieferantenrisiken implementiert, gegenüber 2025 eine Steigerung um 19 Prozentpunkte. Gleichzeitig ist die laufende Schulung von Mitarbeitern essenziell, um die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens zu erhöhen.
Risiken systematisch bewerten
Das CyberRisk Rating von KSV1870 Nimbusec basiert Angaben zufolge auf dem Cyber-Risk-Schema des KSÖ (Kompetenzzentrum Sicheres Österreich) und bewertet das Cyberrisiko von Dienstleistern, Lieferanten und Dritten. Anhand von 25 Anforderungen wird das Sicherheitsniveau ermittelt und auf einer siebenstufigen Skala von minimalem bis maximalem Risiko eingestuft. Je nach Bedarf stehen A‑, A+- und B‑Ratings zur Verfügung. Das Verfahren wird jährlich an den aktuellen Stand der Technik angepasst.
Final soll eine schnelle, fundierte und kosteneffiziente Bewertung von Lieferantenrisiken ermöglicht werden. Ergänzt wird die Lösung mit dem sogenannten CyberRisk Manager, der für mehr Transparenz sorgen soll. Diese Plattform adressiert insbesondere Unternehmen mit vielen Lieferanten. „Hier können Sicherheitsnachweise von Geschäftspartnern verwaltet, Risiken bewertet und Veränderungen des Cyberrisikos frühzeitig erkannt werden und zusätzlich können Lieferanten mithilfe des CyberRisk Manager kontaktiert und CyberRisk Ratings direkt beauftragt werden“, so Robert Staubmann, Geschäftsführer der KSV1870 Nimbusec. (red/czaak)