
Geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv
Intelligent automatisierte Netzwerke entlasten die hauseigene IT und bringen mehr Sicherheit. Modernes Intent-Based Networking (IBN) ermöglicht nun auch die direkte Umsetzung von Geschäftszielen. CANCOM Austria zeigt vielfältige Einsatzmöglichkeiten in mehreren betrieblichen Projekten.
(Christian Czaak) Vom ersten aktenkoffergroßen Mobiltelefon (Anm. Ende der 1980er Jahre war das) bis zu speziellen Verbindungsnetzen und Netzwerke im Bereich Maut sowie GSM‑R und spezielle IP-Voice-Lösungen für europäische (Anm. u.a. SNCV in Frankreich) wie amerikanische (Anm. Nord- und Mittelamerika) Bahnlinien und Verkehrsbetreiber. Von Netzwerken für EPUs und andere Kleinunternehmen bis zu 5.000 remotefähigen VPN-Zugängen mit medienübergreifenden Collaboration-Anwendungen innert drei Tagen für kritische Infrastrukturbetreiber während der Corona-Pandemie (2020 bis 2022).
Weltweite Technologieführerschaft von Kapsch über Kapsch BusinessCom zu CANCOM Austria
Von sogenannten LoRaWAN™-Netzwerken mit SENS-Diensten (Anm. Sensor-Network-Services) für spezielle IoT-Anwendungen auch hinter betondicken Wänden etwa für Bahnbetreiber und weitere Systemerhalter bis zu hochsicheren und hochverfügbaren 5G-Campusnetzwerken für Krankenhausbetreiber, wie 2025 für die Burgenland-Kliniken : Kapsch (gegr. 1892) bzw. dann Kapsch BusinessCom (gegr. 2002) und seit 2023 nun das Nachfolgeunternehmen CANCOM Austria gilt als einer der weltweit führenden Entwickler und Dienstleister für Netzwerke mit allen damit verbundenen IT-Infrastrukturen und ‑Diensten.
Die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen schreitet weiter voran und in diesem Umfeld ist ein leistungsstarkes Netzwerk die Basis für die Verschränkung von Hardware, Software, IT-Services und allen damit verbundenen Sicherheitsdiensten. In diesen zunehmend digitalen Geschäftsumfeldern ist das Netzwerk mittlerweile aber weit mehr als nur Infrastruktur : es ist ein entscheidender Faktor für Effizienz, Sicherheit und Innovation. Beispielsweise sind Anwendungen zunehmend cloudbasiert, Arbeitsplätze ortsunabhängig und hybrid und auch die Anzahl vernetzter (mobiler) Geräte wächst stetig. Neue Anwendungen benötigen entsprechend mehr Bandbreite und die ebenso steigenden Sicherheitsbedrohungen erfordern sichere Netzwerke mit den dazugehörigen Infrastrukturen, Applikationen und Diensten.
Traditionelle Netzwerke stoßen zunehmend an ihre Grenzen
„Dies treibt neue Funktionen und Architekturansätze voran mit Bestandteilen wie Mikrosegmentierung, rollenbasierte Zugriffskontrollen, Automatisierung und Fehlerbehebungsfunktionen, leistungsstarke Rechenzentrumsnetzwerke, Multi-Architekturen und vieles mehr“, erklärt Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria gegenüber economy. „Diese Technologien sind unerlässlich, um den Fortschritt von Unternehmen durch digitale Dienste zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass Geschäftsabläufe durch Cyberangriffe lahmgelegt werden“, so Gerbafczits.
Für IT- und Netzwerkteams bedeutet dies, dass traditionelle Netzwerke und insbesondere Netzwerkmanagement-Ansätze an ihre Grenzen stoßen – technisch, organisatorisch und ressourcentechnisch. Hier kommen dann selbststeuernde Netzwerke ins Spiel, die diesen Herausforderungen auch durch künstliche Intelligenz und Automatisierung begegnen. „Das Netzwerk analysiert sich kontinuierlich selbst, erkennt Probleme frühzeitig und behebt sie automatisch – mit oder ohne menschliches Eingreifen“, erläutert Gerbafczits von CANCOM Austria.
Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert
Das Ergebnis ist ein intelligentes, selbstoptimierendes Netzwerk, das sich dynamisch an veränderte Anforderungen anpasst, Bandbreite intelligent zuweist, Prioritäten automatisch setzt, Überlastungen minimiert und damit parallel auch die Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert. Routineaufgaben wie Konfiguration, Überwachung und Fehlerbehebung werden automatisiert, IT-Teams können sich auf strategische Initiativen und Innovationen anstatt auf das Tagesgeschäft konzentrieren.
Ein zentraler Punkt ist dann noch das Thema Sicherheit. Moderne Netzwerke sind ständig Cyberbedrohungen ausgesetzt. Dies liegt nicht nur an ihrer verteilten Architektur, sondern auch an den zahlreichen Diensten, die sie bereitstellen. Angreifer nutzen zudem immer öfter KI, um immer ausgefeiltere Bedrohungen zu entwickeln.
Das Thema Sicherheit und die nahtlose Skalierung selbststeuernder Netzwerke
„Umgekehrt verwenden natürlich auch selbststeuernde Netzwerke KI, um ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und in Echtzeit auf Bedrohungen zu reagieren. In Kombination mit Zero-Trust-Prinzipien, wo jede/r Benutzer:in und jedes Gerät kontinuierlich überprüft wird und kontinuierlicher Überwachung verbessert dies die Gesamtsicherheit deutlich“, ergänzt CANCOM-Experte Gerbafczits.
Selbststeuernde Netzwerke skalieren nahtlos, ob neue Standorte, mehr Geräte oder erhöhtes Datenaufkommen. Neue Komponenten werden automatisch in die bestehende Umgebung integriert und optimiert. Dies ist besonders wichtig, um die Produktivität auf Basis der verfügbaren Ressourcen zu maximieren, da Netzwerke ständig wachsen und Automatisierung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität
Moderne Netzwerke können dann auch direkt mit neuer unternehmerischer Wertschöpfung verbunden werden, das sogenannte Intent-Based Networking (IBN), wo Geschäftsziele in Netzwerkaktionen umgesetzt werden. „IBN ermöglicht Unternehmen Geschäftsziele zu definieren und diese automatisiert in Netzwerkkonfigurationen und ‑richtlinien zu übersetzten“, skizziert Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister hat kürzlich mehrere derartige Projekte für Unternehmen umgesetzt. In einem Fall wünschte sich der Betrieb, dass Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität behandelt werden. „Hier reserviert das Netzwerk dynamisch Bandbreite, priorisiert die Datenströme und überwacht die Dienstqualität in Echtzeit“, so Gerbafczits von CANCOM Austria.
DSGVO für regionale Niederlassung und neue Cloud-Anwendung
Ein anderes Beispiel betrifft einen internationalen Betrieb, wo eine regionale Niederlassung die DSGVO einhalten und sensible Daten isolieren musste. „Hier wendet das Netzwerk automatisch Segmentierung, Verschlüsselung und kontinuierliche Überwachung an, ohne dass manuelle Regeln erstellt werden müssen“. Bei einem anderen Unternehmen sollte eine neue Cloud-Anwendung bereitgestellt werden und das Netzwerk stellte automatisch die notwendige Konnektivität und Sicherheitsrichtlinien in allen Umgebungen (Anm. LAN, WLAN oder WAN) bereit, alles abgestimmt auf die definierten Absichten und Funktionalitäten.
Durch die Integration von IBN richtet das Netzwerk das operative Verhalten an den strategischen Geschäftszielen aus, reduziert menschliche Fehler und sichert die Zielerreichung. „Der zentrale Aspekt ist, dass Geschäftsanwendungen mit maximaler Leistung und Verfügbarkeit bereitgestellt werden und zudem auch ein optimales Nutzererlebnis gewährleistet wird. Dadurch wird IT wirklich geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv“, unterstreicht Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria. (red/czaak)