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Geschichte und Mathe­ma­tik und Quan­ten­phy­sik und Biologie

Öster­rei­chi­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten ver­leiht Ihre höchs­ten Aus­zeich­nun­gen. Wil­helm Har­tel-Preis, Erwin Schrö­din­ger-Preis, Eli­sa­beth Lutz-Preis und Nach­wuchs­wis­sen­schaf­ter-Preise vergeben.

Die höchs­ten Preise der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) für das Jahr 2020 sind ver­lie­hen. Bei einer vir­tu­el­len Preis­über­gabe wur­den Debo­rah Klim­burg-Sal­ter (Wil­helm Har­tel-Preis­trä­ge­rin), László Erdős und Mar­kus Arndt (Erwin Schrö­din­ger-Preis­trä­ger), Karo­line Koll­mann (Eli­sa­beth Lutz-Preis­trä­ge­rin) und junge Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rIn­nen ausgezeichnet.

Asia­ti­sche Kul­tur- und Kunstgeschichte
Debo­rah Klim­burg-Sal­ter erhält den Wil­helm Har­tel-Preis in Aner­ken­nung ihrer her­vor­ra­gen­den Leis­tun­gen auf dem Gebiet der asia­ti­schen Kunst­ge­schichte. Sie habe ihr Fach an der Uni­ver­si­tät Wien zu welt­wei­tem Anse­hen geführt und sich für die Erhal­tung und Ver­mitt­lung des kul­tu­rel­len Erbes ein­ge­setzt“, so ein Aus­zug aus der Jury-Begrün­dung. Das Inter­esse Klim­burg-Sal­ters gilt dem kul­tu­rel­len Aus­tausch auf der soge­nann­ten „Sei­den­straße“ und im Hima­laya, sei­ner­zei­tige Basis für die Ver­brei­tung des Bud­dhis­mus in ganz Asien. Mit der Erfor­schung der kul­tur­ge­schicht­li­chen Ver­bin­dun­gen ins­be­son­dere in der Ent­ste­hungs­zeit der Klos­ter­kom­plexe im west­li­chen Hima­laya hat sie inter­na­tio­nal Maß­stäbe gesetzt. 

Debo­rah Klim­burg-Sal­ter hat an der Har­vard Uni­ver­sity (US) pro­mo­viert, unter­rich­tete an der Uni­ver­sity of Cali­for­nia (Los Angeles/​US) und habi­li­tierte sich 1989 in Wien. Als Pro­fes­so­rin für Außer­eu­ro­päi­sche Kunst­ge­schichte an der Uni Wien grün­dete und lei­tete sie das das Cen­ter for Inter­di­sci­pli­nary Rese­arch and Docu­men­ta­tion of Inner and South Asian Cul­tu­ral History (CIR­DIS). Sie wurde 2013 eme­ri­tiert, ist aber wei­ter­hin als Gast­pro­fes­so­rin an der Uni Wien tätig. Klim­burg-Sal­ter war zudem maß­geb­lich an der Wie­der­be­le­bung des Natio­nal­mu­se­ums von Afgha­ni­stan in Kabul beteiligt.

Mathe­ma­tik und Expe­ri­ment in der Physik
Der Erwin Schrö­din­ger-Preis geht zu glei­chen Tei­len an zwei Grund­la­gen­for­scher, die sich dem Ver­ständ­nis phy­si­ka­li­scher Sys­teme mathe­ma­tisch bezie­hungs­weise expe­ri­men­tell nähern. László Erdős hat mit einem Beweis der soge­nann­ten Wig­ner­schen Ver­mu­tung aus den 1950er-Jah­ren eine mathe­ma­ti­sche Grund­lage für die Bear­bei­tung sehr unter­schied­li­cher natur­wis­sen­schaft­li­cher und tech­ni­scher Fra­ge­stel­lun­gen geschaf­fen. Und Mar­kus Arndt hat auf dem Gebiet der Quan­ten­n­a­no­phy­sik expe­ri­men­tell aus­ge­lo­tet, wie die Mate­rie­wel­len-Inter­fe­ro­me­trie zu einem hoch­sen­si­ti­ven Mess­ver­fah­ren ent­wi­ckelt wer­den kann.

Erdős ist ein in Ungarn gebo­re­ner Mathe­ma­ti­ker, der sich nach Sta­tio­nen an der ETH Zürich (CH), der New York Uni­ver­sity (US) und dem Geor­gia Insti­tute of Tech­no­logy an der Uni Wien habi­li­tierte. Nach einer Pro­fes­sur an der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen (D) wech­selte er 2013 an das IST Aus­tria im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Klos­ter­neu­burg. Mar­kus Arndt star­tete seine wis­sen­schaft­li­che Kar­riere am Max-Planck-Insti­tut für Quan­ten­op­tik in Gar­ching (D) und kam dann über Sta­tio­nen an der Ecole Nor­male Supé­ri­eure in Paris (F) und der Uni Inns­bruck an die Uni Wien, wo er sich 2002 habi­li­tierte und seit 2004 Pro­fes­sor für Quan­ten­n­a­no­phy­sik ist.

Rolle von Enzy­men bei Stö­run­gen der Blutbildung
Karo­line Koll­mann wird für ihre For­schungs­ar­bei­ten zur Rolle von spe­zi­el­len Enzy­men (Anm. Kina­sen CDK6) bei Stö­run­gen der Blut­bil­dung mit dem Eli­sa­beth Lutz-Preis (Anm. für Life Sci­en­ces) aus­ge­zeich­net. Koll­mann unter­sucht die unter­schied­li­chen Funk­tio­nen der CDK6 in erkrank­ten sowie in gesun­den Zel­len, um diese Erkennt­nisse the­ra­peu­tisch anwend­bar zu machen. Diese Enzyme sind essen­ti­ell für die Regu­lie­rung des Zell­zy­klus und beein­flus­sen zudem die Akti­vie­rung von Stamm­zel­len oder auch die Blut­ge­fäß­ver­sor­gung in Tumo­ren. Koll­mann pro­mo­vierte an der Med Uni Wien, danach forschte sie an der Cam­bridge Uni­ver­sity (GB). Seit 2016 ist sie als Post­doc an der Vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Uni Wien tätig.

Mit dem Erwin Schrö­din­ger-Preis (Anm. nach Nobel­preis­trä­ger für Phy­sik) wer­den For­sche­rIn­nen aus­ge­zeich­net, die in Öster­reich wir­ken und her­vor­ra­gende wis­sen­schaft­li­che Leis­tun­gen in den von der mathe­ma­tisch-natur­wis­sen­schaft­li­chen Klasse der ÖAW ver­tre­te­nen Fächern erbracht haben. Der Wil­helm Har­tel-Preis ehrt Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, die in den von der phi­lo­so­phisch-his­to­ri­schen Klasse der ÖAW ver­tre­te­nen Fächern forschen.

Der Eli­sa­beth Lutz-Preis wird für grund­la­gen­ori­en­tierte und anwen­dungs­of­fene For­schung in den Life Sci­en­ces ver­ge­ben, ins­be­son­dere für neue Erkennt­nisse oder inno­va­tive For­schungs­an­sätze. Alle drei Preise wer­den jähr­lich ver­ge­ben und sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Par­al­lel ver­leiht die Aka­de­mie wei­tere Preise an NachwuchsforscherInnen. 

Autor: red/mich/cc
05.03.2021

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