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Glo­bale Forschungsstätte

Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria in Klos­ter­neu­burg nimmt zuneh­mend Gestalt an. Ein hoch­ka­rä­tig besetz­tes Team inter­na­tio­na­ler Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler aus unter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen sowie eine erst­klas­sige Infra­struk­tur sol­len den For­schungs­stand­ort Öster­reich in Zukunft nach­hal­tig stärken. 

Die Argu­mente, die Haim Harari, Olaf Küb­ler und Hubert Markl in ihrem Bericht für die Grün­dung eines österreichi­schen Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy im Juni 2006 her­vor­brach­ten, haben auch fast drei Jahre spä­ter nicht ihre Gül­tig­keit ver­lo­ren : „Wis­sen­schaft­li­che For­schung ist seit jeher eine loh­nende intel­lek­tu­elle Tätig­keit. In den letz­ten Jahr­zehn­ten ist sie dar­über hin­aus jedoch auch zu einem ent­schei­den­den wirt­schaft­li­chen Vor­teil gewor­den. Die nach­hal­tige Ent­wick­lung der Mensch­heit hängt heute von erfolg­rei­chen For­schungs­in­itia­ti­ven ab, die auf Leis­tun­gen höchs­ter Qua­li­tät in der Grund­la­gen­for­schung zurück­ge­hen. Aktu­elle Ent­wick­lun­gen in der euro­päi­schen For­schungs­po­li­tik, ange­strebte Erhö­hun­gen der öster­rei­chi­schen For­schungs­aus­ga­ben und andere glo­bale Trends, ein­schließ­lich der Erwei­te­rung der Euro­päi­schen Union in Mit­tel- und Ost­eu­ropa, schaf­fen eine ein­zig­ar­tige Gele­gen­heit für die Errich­tung eines neuen, füh­ren­den öster­rei­chi­schen Insti­tuts für Grund­la­gen­for­schung, das auf einer Viel­zahl von For­schungs­ge­bie­ten tätig ist.“

For­schung aufgenommen
Mitt­ler­weile ist das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria, kurz : IST Aus­tria, Wirk­lich­keit gewor­den. Ange­sie­delt nahe der Wie­ner Stadt­grenze im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Klos­terneuburg, soll die wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tung künf­tig ein attrak­ti­ves Umfeld für her­aus­ra­gende For­sche­rin­nen und For­scher aus der gan­zen Welt bieten.
Haupt­auf­gabe ist es, wissen­schaftliche Grund­la­gen­for­schung auf höchs­tem Niveau zu betrei­ben. Dar­über hin­aus wird das IST Aus­tria eigene PhD-Pro­gramme ein­rich­ten und über ein Pro­mo­ti­ons­recht ver­fü­gen. Bereits im August des Vor­jah­res wurde der wis­sen­schaft­li­che Betrieb auf­ge­nom­men. Nick Bar­ton, ein inter­na­tio­nal aner­kann­ter Evo­lu­ti­ons­bio­loge (siehe Seite 9), hat zu die­sem Zeit­punkt mit sei­ner Gruppe Räume auf dem Cam­pus bezo­gen. Im Februar die­ses Jah­res ver­öf­fent­lichte er seine erste Stu­die als Pro­fes­sor von IST Aus­tria in der renom­mier­ten Fach­pu­bli­ka­tion Genetics.
Im Herbst wer­den wei­tere theo­re­ti­sche Wis­sen­schaft­ler mit ihren Grup­pen star­ten. Ent­spre­chende Wer­bungs­ge­sprä­che lau­fen der­zeit erfolg­reich, im Som­mer 2010, also wenn die Bau­ar­bei­ten an den Labors fer­tig­ge­stellt sein wer­den, kön­nen dann auch expe­ri­men­telle Grup­pen ihre Arbeit auf­neh­men. „IST Aus­tria bekennt sich zu einem gra­du­el­len Wach­sen des wis­sen­schaft­li­chen Betriebs. Es ist ein Pro­zess, kein punk­tu­el­ler Start“, erklärt Oli­ver Leh­man, Spre­cher von IST Aus­tria, die grund­sätz­li­che Stra­te­gie. Geplant ist, Akti­vi­tä­ten in ver­schie­dens­ten For­schungs­fel­dern zu begin­nen, wobei diese von Anfang an inter­dis­zi­pli­när aus­ge­rich­tet sein sol­len und die Zusam­men­ar­beit von For­sche­rin­nen und For­schern ver­schie­dens­ter Dis­zi­pli­nen bedingen. 

Bau­phase abgeschlossen
Im Dezem­ber des Vor­jah­res wurde der erste Prä­si­dent des Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria bestellt. Der Com­pu­ter­wis­sen­schaft­ler Tho­mas Hen­zin­ger wird dar­über hin­aus aber auch mit einer eige­nen For­schungs­gruppe als Wis­sen­schaft­ler tätig sein. Bis Ende Mai will man die erste Bau­phase abge­schlos­sen haben. Diese begann im Win­ter 2007 mit dem Abbruch von 17 der ins­ge­samt 33 Gebäude des ehe­ma­li­gen Lan­des­kran­ken­hau­ses. Wei­ters erfolg­ten eine Neu­kon­struk­tion der Infra­struk­tur, die Reno­vie­rung des Zen­tral­ge­bäu­des mit Büros für Wis­sen­schaft­ler in theo­re­ti­schen Fächern und der Administra­tion sowie der Neu­bau der Vortragshalle.
Anfang Juni wird der Spa­ten­stich für das erste Labor­ge­bäude statt­fin­den. Im Som­mer 2010 soll die­ses fer­tig­ge­stellt und bezo­gen wer­den. Finan­ziert wird das IST Aus­tria aus Mit­teln des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich und des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und For­schung (BMWF).
Sei­tens des BMWF wer­den bis zum Jahr 2016 in Summe 195 Mio. Euro bereit­ge­stellt, wei­tere 180 Mio. Euro kom­men vom Land Niederösterreich.

Autor:
24.04.2009

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