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Glo­ba­ler Wett­lauf zu öko­lo­gisch ver­tret­ba­rer Industriepolitik

Res­sour­cen­scho­nen­der Umbau ver­sus tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät als zen­tra­ler Fokus bei hoch­ka­rä­tig besetz­ter Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung von Club Rese­arch am 28. Juni in Wien.

Öster­reich will in 17 Jah­ren kli­ma­neu­tral sein, die Euro­päi­sche Union ein paar Jahre spä­ter. Auf dem Weg dort­hin spielt die Indus­trie eine Schlüs­sel­rolle. Selbst für einen gro­ßen Teil der Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­ant­wort­lich, muss sie sich der (letzt­lich auch öko­no­misch mach­ba­ren) Her­aus­for­de­rung ihrer Dekar­bo­ni­sie­rung stel­len. Par­al­lel sorgt die Indus­trie aber auch in den natio­na­len Volks­wirt­schaf­ten für hohe Wert­schöp­fung und Arbeitsplätze. 

Um nun diese öko­no­mi­sche und gesell­schaft­li­che Rolle wei­ter erfül­len zu kön­nen, muss sie sich im glo­ba­len Wett­lauf um die grü­nen Zukunfts­tech­no­lo­gien behaup­ten. Ein Alter­na­tiv­sze­na­rio wäre eine beschleu­nigte Deindus­tria­li­sie­rung mit sozia­len Ver­wer­fun­gen deren Fol­gen bereits heute aus­zu­ma­chen sind.

Pen­del schlägt wie­der in Rich­tung einer akti­ven staat­li­chen Industriepolitik
Rund um diese Per­spek­ti­ven gibt es nun ein Come­back der Indus­trie­po­li­tik. Von dys­funk­tio­na­len Rezep­tu­ren wie Sub­ven­ti­ons­wett­läu­fen und staat­li­chem Diri­gis­mus in Ver­ruf gebracht, galt diese lange als Tabu­thema. Nun schlägt das Pen­del wie­der um zu einer akti­ven staat­li­chen Poli­tik, die indus­tri­elle Ent­wick­lun­gen in kri­ti­schen Tech­no­lo­gien ansto­ßen und len­ken will – und das mit viel Geld. Allein die USA ste­cken 400 Mrd. Dol­lar in den Umbau ihrer Indus­trie, auch als Reak­tion auf Chi­nas Stre­ben nach Technologieführerschaft. 

Die EU hält mit einem Indus­trial Plan zum Green Deal dage­gen. Wie ist nun die­ses Come­back der Indus­trie­po­li­tik auch in der öko­no­mi­schen For­schung fun­diert ? Was sind die Leit­li­nien einer neuen, grü­nen Indus­trie­po­li­tik ? Wie stark wird sie von geo­po­li­ti­schen Riva­li­tä­ten geprägt ? Wie groß bleibt dabei die pro­tek­tio­nis­ti­sche Ver­su­chung ? Wie posi­tio­niert sich die EU im glo­ba­len Kon­kur­renz­kampf ? Wel­chen Hand­lungs­spiel­raum haben die natio­na­len Volks­wirt­schaf­ten ? Und was erwar­ten die hei­mi­sche Indus­trie und deren Arbeit­neh­me­rIn­nen von einer neuen Industriepolitik ?

Hoch­ka­rä­tige Exper­ten­runde mit Gabriel Fel­ber­mayr, Sig­rid Stagl und Andreas Gerstenmayer
Alle diese Punkte wer­den bei der Ver­an­stal­tun­gen nach den Ein­lei­tun­gen von Gabriel Fel­ber­mayr (Direk­tor WIFO) und Sig­rid Stagl (Direk­to­rin Insti­tute for Eco­lo­gi­cal Eco­no­mics, WU Wien) dis­ku­tiert. Wei­tere Teil­neh­mer sind Beate El-Chichakli (Lei­te­rin Grund­satz­an­ge­le­gen­hei­ten Sek­tion Inno­va­tion & Tech­no­lo­gie BMK), Andreas Gers­ten­mayer (CEO AT&S), Christa Schla­ger (Lei­te­rin Wirt­schafts­po­li­ti­sche Abtei­lung, AK Wien) und Peter Wie­ser (Lei­ter Abtei­lung für Wirt­schaft, Arbeit und Sta­tis­tik, Stadt Wien). Die Mode­ra­tion ver­ant­wor­tet wie­derum Johan­nes Stei­ner, pro­mo­vier­ter Volks­wirt­schaft­ler und Jurist sowie Grün­der und Lei­ter des Club Research. 

Öko­lo­gi­scher Umbau, tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät. Glo­ba­ler Wett­lauf zu einer „grü­nen Indus­trie­po­li­tik“? Ver­an­stal­tung von Club Rese­arch in Koope­ra­tion mit Arbei­ter­kam­mer Wien, Kli­ma­mi­nis­te­rium und Stadt Wien am Mitt­wo­che, den 28. Juni 2023 im Bil­dungs­zen­trum der Arbei­ter­kam­mer Wien in 1040 Wien (The­re­sian­um­gasse 16 – 18). 

Anm. d. Redak­tion : Ein Groß­teil des Tex­tes wurde von den (gewohnt fun­diert auf­be­rei­te­ten) the­ma­ti­schen Erläu­te­run­gen des Club Rese­arch übernommen.

Autor: red/mich
02.06.2023

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