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Goggle auf der son­nen­ge­bräun­ten Nase

Gute Sicht und Schutz vor der Sonne : Die Her­stel­ler von Schi­bril­len tüf­teln an neuen Lösun­gen für alte Pro­bleme. Sie bauen Ven­ti­la­to­ren ein und rü­cken aggres­si­ver Strah­lung zu Leibe. Dass bei so viel Funk­tio­na­li­tät das Design nicht zu kurz kommt, ist Absicht.

Schnee­sturm und Nebel, strah­lende Sonne oder ein­bre­chende Däm­me­rung : Die Sicht- und Licht­ver­hält­nisse auf Schip­is­ten kön­nen für Schi­fah­rer und Snow­boar­der anstren­gend wer­den. Mit der rich­ti­gen Brille – oder Goggle, wie man jetzt so schön sagt – alles kein Pro­blem. Ver­spre­chen zumin­dest die Her­stel­ler. Zur Grund­aus­stat­tung eines guten Pro­dukts gehö­ren eine Menge Fea­tures : Die Brille darf nicht beschla­gen, sie soll eine gute Rund­um­sicht ermög­li­chen, die Licht­kon­traste ver­stär­ken, vor UV-Strah­lung schüt­zen, leicht, bruch­si­cher und ange­nehm zu tra­gen sein. Schutz vor der Sonne ist auch an nicht strah­lend schö­nen Tagen immens wich­tig. Nicht nur die lang­wel­lige, ener­gie­arme UVA-Strah­lung kann das Auge – üb­ri­gens genauso wie die Haut – beein­träch­ti­gen. Im Gebirge ist der Anteil an kurz­wel­li­ger UVB-Strah­lung höher, sie schä­digt die Horn­haut und kann im Extrem­fall zur Schnee­blind­heit füh­ren. Durch die zuneh­mende Zer­stö­rung der Ozon­schicht dringt mehr UVC-Strah­lung auf die Erde, die extrem kurz­wel­lig und sehr aggres­siv ist. Moderne Schi­bril­len schüt­zen vor die­sen Schä­di­gun­gen, die Schutz­wir­kung ist unab­hän­gig von der Farbe der Bril­len, sie wird in die Schei­ben eingearbeitet.

Auf­hel­ler in der Brille
Für wech­selnde Licht­ver­hält­nisse, wie sie auf Pis­ten oft vor­zu­fin­den sind, hat sich die Firma Uvex in ihrem Tech­no­lo­gie­zen­trum in Fürth eine Inno­va­tion ein­fal­len las­sen. Die „Magic Goggle“, bei der ISPO Win­ter 2005 vor­ge­stellt und der­zeit noch in den USA im Pro­be­lauf, ver­än­dert ihre Licht­durch­läs­sig­keit auf Knopf­druck. Mit­tels Flüs­sig­kris­tal­len zwi­schen den Schei­ben lässt sich die Brille bin­nen Mil­li­se­kun­den ver­dun­keln oder auf­hel­len. Die Strom­ver­sor­gung dafür kommt von einer klei­nen Sechs-Volt-Foto­bat­te­rie. 2006 soll die Neu­heit auch bei uns auf den Markt kom­men, ver­spricht Uvex. Win­ter­sport­ler ken­nen das Phä­no­men, wenn am Nach­mit­tag all­mäh­lich das Licht dif­fu­ser wird und all die Boden­un­eben­hei­ten kaum mehr zu erken­nen sind. Für diese Licht­ver­hält­nisse eig­nen sich Gog­gles mit oran­ge­far­be­nen Schei­ben sehr gut. Sie redu­zie­ren und fil­tern den Blau­an­teil des Lichts her­aus, der im Schnee beson­ders hoch ist. Alpina hat dafür die so genann­ten Quat­tro­flex-Lin­sen ent­wi­ckelt, die durch Spe­zi­al­be­schich­tun­gen für Kon­trast­ver­stär­kung sor­gen und Streu­licht sehr gut absor­bie­ren. Es gibt durch­aus Unter­schiede in den Anfor­de­run­gen, die Car­ver und Snow­boar­der an ihre Gog­gles stel­len. Da die Boar­der quer zur Piste auf ihren Bret­tern ste­hen, brau­chen sie ein grö­ße­res Gesichts­feld und damit groß­zu­̈­gi­gere Bril­len. Modelle für Helm­trä­ger sind zudem tie­fer, sprich : wei­ter weg vom Gesicht. Und natür­lich ist die Aus­wahl der Brille auch eine Frage des Looks. Boar­der, so erzählt ein Ver­käu­fer in einem gro­ßen Sport­ge­schäft, wol­len ent­we­der die extrem auf­fäl­lige Brille – Typus rosa Mons­ter – oder ein unauf­fäl­li­ges, dunk­les Modell. Haupt­sa­che, die Goggle ist cool. Schi­fah­rer hin­ge­gen zeig­ten sich viel mehr an der Tech­no­lo­gie inter­es­siert, die in ihrer neuen Brille steckt. Für sol­che Tech­nik-Freaks hat Adi­das die „Goggle burna“ ent­wi­ckelt. Neben einem High­tech- Belüf­tungs­sys­tem, das Beschlags­frei­heit garan­tiert, gibt es die Brille auch mit einem Tear-off-Sys­tem : Die Folien kön­nen immer wie­der her­un­ter­ge­zo­gen wer­den. Fehl­sich­tige (bis zu vier Diop­trien) pro­fi­tie­ren zudem von einem vom Fach­op­ti­ker anzu­pas­sen­den Sys­tem. Eine aus hypo­aller­ge­nem Mate­rial gefer­tige Nasen­auf­lage ermög­licht die Ver­bin­dung von Linse und Brille.

Frisch­luft für Hitzköpfe
Gegen das stö­rende Beschla­gen der Bril­len hel­fen nicht nur Lüf­tungs­lö­cher oder Schlitze bezie­hungs­weise hydro­phile Beschich­tun­gen auf der Innen­seite. Der US-Schnee­bril­len- Her­stel­ler Smith hat sogar einen Ven­ti­la­tor in seine helm­kom­pa­ti­ble „Cas­cade Turbo Fan“ ein­ge­baut. Wenn die­ser ein­ge­schal­tet ist, bläst er Luft in die Brille und garan­tiert damit klare Sicht. Ähn­li­ches gibt es auch bei Uvex. Die „Jet­stream“ hat eben­falls ein­ge­baute Mini­ven­ti­la­to­ren, die feuchte Luft vom Inne­ren der Brille nach außen absau­gen. Ein­ge­schal­tet wird die Belüf­tung durch einen Schie­be­knopf am Bril­len­rand, der auch mit Hand­schu­hen zu betä­ti­gen ist. Wenn High­tech mit­fährt, sind die Wet­ter­ver­hält­nisse Nebensache.

Aus­ge­wähl­ter Arti­kel aus Print­aus­gabe 01/2006

Autor: Klara Winter
Economy Ausgabe: 01-01-2006
02.02.2017

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