Zum Inhalt
© Pexels.com/mali

Große Her­aus­for­de­run­gen für länd­li­che Regionen

Finan­zi­elle Lage von regio­na­len Kom­mu­nen und Gemein­den ist alar­mie­rend. Feh­lende Ver­kehrs­in­fra­struk­tu­ren und mehr Viel­falt bei den The­men Arbeit und Leben spie­len dabei auch Rolle.

Städte und Gemein­den erbrin­gen eine Viel­falt an Leis­tun­gen und das erstreckt sich von der Kin­der­be­treu­ung und den Schu­len über die Infra­struk­tur bis zu Sport- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Die zur Finan­zie­rung der kom­mu­na­len Daseins­vor­sorge zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ein­nah­men sin­ken jedoch von Jahr zu Jahr. Städte und Gemein­den müs­sen einen immer grö­ße­ren Teil ihrer Ein­nah­men für die Berei­che Kran­ken­an­stal­ten und Sozia­les an das über­ge­ord­nete Land abtreten.

Eine vom Öster­rei­chi­schen Städ­te­bund in Auf­trag gege­bene und vom KDZ – Zen­trum für Ver­wal­tungs­for­schung durch­ge­führte Stu­die zeigt, dass bis 2028 von einem Euro, wel­chen die Städte und Gemein­den aus dem gemein­schaft­li­chen Steu­er­topf erhal­ten, durch diese Trans­fers nur mehr tat­säch­lich 40 Cent bei die­sen Kom­mu­nen ver­blei­ben. „Damit ist die Finan­zie­rung der eigent­li­chen kom­mu­na­len Auf­ga­ben nicht mehr mög­lich“, kri­ti­siert etwa Mat­thias Stad­ler, Bür­ger­meis­ter von St. Pöl­ten und Vor­sit­zende des Städ­te­bunds Niederösterreich.

Zahl der Kom­mu­nen mit Finan­zie­rungs­pro­ble­men wächst kontinuierlich
Die Zahl der Kom­mu­nen, die ihre lau­fen­den Aus­ga­ben nicht mehr mit lau­fen­den Ein­nah­men decken kön­nen (Anm. soge­nannte „Abgangs­ge­mein­den“) wächst in Öster­reich kon­ti­nu­ier­lich. Waren es vor eini­gen Jah­ren noch 15 Pro­zent, sol­len es 2025 schon 45 Pro­zent sein. Der Städ­te­bund for­dert nun ent­spre­chend, dass die Ver­tei­lung der Finanz­mit­tel zwi­schen den Gebiets­kör­per­schaf­ten neu gere­gelt wer­den soll.

Heuer haben die 573 nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Gemein­den rund 2,2 Mil­li­ar­den Euro an Steu­ern aus den gemein­schaft­li­chen Bun­des­ab­ga­ben erhal­ten. Gegen­über 2023 ist das ein Plus um 68 Mil­lio­nen Euro oder drei Pro­zent. Öster­reich­weit sind die Ein­nah­men der Städte und Gemein­den eben­falls um rund drei Pro­zent gestie­gen, so eine Ana­lyse des Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wirtschaftspressedienstes.

Mobi­li­täts­wende kommt im Wald­vier­tel nicht an
Ein rele­van­ter Punkt für die Attrak­ti­vi­tät von länd­li­chen Städ­ten und Gemein­den ist eine gute Erreich­bar­keit mit einer funk­tio­nie­ren­den (öffent­li­chen) Ver­kehrs­in­fra­struk­tur. Das zeigt sich ins­be­son­dere bei Regio­nen wie etwa dem Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wald­vier­tel. Hier kommt die Mobi­li­täts­wende nur unzu­rei­chend an, so eine aktu­elle Stu­die von Ver­kehrs­clubs Öster­reich (VCÖ) und Sta­tis­tik Aus­tria. Im Jahr 2023 ent­fie­len etwa im Bezirk Waidhofen/​Thaya auf je 1.000 Ein­woh­ner 767 Pkw und Kombi. Nir­gendwo sonst in Öster­reich ist der Moto­ri­sie­rungs­grad so hoch wie in die­ser Region des Waldviertels. 

Eine Unter­su­chung des NÖ Wirt­schafts­pres­se­dienst auf Basis der VCÖ-Unter­su­chung belegt diese hohen Auto-Dich­ten und das gilt auch in den Bezir­ken Zwettl (741 Pkw je 1.000 Ein­woh­ner), Horn (727) oder Gmünd (727). Diese Zah­len inklu­die­ren auch Fir­men- und Behör­den­fahr­zeuge. Die viel­be­schwo­rene Mobi­li­täts­wende kommt im Wald­vier­tel offen­bar nicht an. Ver­gli­chen mit 2022, ist der Moto­ri­sie­rungs­grad in allen vier genann­ten Bezir­ken wei­ter gestie­gen, so der NOe-Wirtschaftspressedienst.

Viele junge Frauen keh­ren Land­le­ben den Rücken 
Stand­ort- bzw. regio­nal­po­li­tisch wei­tere wich­tige Fak­to­ren sind Aus­bil­dung sowie Viel­falt bei mög­li­chen Arbeit­ge­bern und Kul­tur- und Frei­zeit­an­ge­bo­ten. Hier zeigt sich dann, dass beson­ders für junge Frauen das Leben in der Stadt attrak­ti­ver als auf dem Land. Als Grund wer­den vor­ran­gig eben die bes­se­ren Mög­lich­kei­ten der Aus­bil­dung und das ver­mehrte Ange­bot höher qua­li­fi­zier­ter Arbeits­plätze ange­ge­ben. Auch das ver­dich­tete Kul­tur- und Frei­zeit­an­ge­bot ist für viele junge Frauen ein hoher Anreiz, ihren Haupt­wohn­sitz auf dem Land auf­zu­ge­ben und in die Stadt zu ziehen.

Was die Uni­ver­si­tät für Boden­kul­tur Wien (BOKU) schon 2012 in einer gro­ßen Stu­die erho­ben hat, lässt sich auch 12 Jahre spä­ter beob­ach­ten: Vor allem in abge­le­ge­nen Regio­nen ver­las­sen viele Frauen ihren Hei­mat­ort und ver­le­gen ihren Lebens­mit­tel­punkt in die Bal­lungs­zen­tren, wie aus Zah­len der geschlech­ter­spe­zi­fi­schen Bin­nen­wan­de­rung her­vor­geht. Mit den Frauen und dem feh­len­den Nach­wuchs schwin­det dann auch die Per­spek­tive dörf­li­cher Struk­tu­ren, so ein wei­te­res Ergeb­nis der Ana­ly­sen des Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wirtschaftspressedienstes. 

Autor: NOeWP/red/cc
21.01.2025

Weitere aktuelle Artikel

In Nie­der­ös­ter­reich locken die „Tage der offe­nen Ate­liers“ zu Aus­flü­gen und Urlaubs­auf­ent­hal­ten. Zwi­schen Enns und Lei­tha zei­gen heuer über 1.000 Kunst­schaf­fende Tex­til­kunst, Schmuck und Schmie­de­ar­bei­ten über Bild­haue­rei und Male­rei bis zu Film oder Fotografie. Nie­der­ös­ter­reichs Kunst- und Kul­tur­schaf­fende laden auch heuer wie­der zu den „Tagen der Offe­nen Ate­liers“ um ihre Leis­tun­gen einer mög­lichst brei­ten Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren zu […]
Kin­der­krebs Sozi­al­hilfe, Stern­tal­er­hof, Licht ins Dun­kel oder aktu­ell die Unter­stüt­zung für den Licht­blick­hof. IT-Dis­tri­bu­tor Omega enga­giert sich regel­mä­ßig für unter­schied­li­che Sozi­al­pro­jekte mit einem Schwer­punkt auf Kin­der und Jugendliche.  Der öster­rei­chi­sche IT-Dis­tri­bu­tor Omega unter­stützt seit über zwei Jahr­zehn­ten soziale Ein­rich­tun­gen, dar­un­ter etwa das St. Anna Kin­der­spi­tal, den Stern­tal­er­hof, Debra Aus­tria, Licht ins Dun­kel oder Mis­sion Hoff­nung. […]
Die Vienna Fashion Week ist aus. Eco­nomy hat letz­ten Frei­tag als modi­sche Höhe­punkte die Arbei­ten von Roee und Plu­ral und vor allem Show und Enga­ge­ment von Sau­ber­ma­cher und Label „Fröh­lich“ gese­hen. Hier war neben Mode auch Inno­va­tion und (wirk­lich) nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft Thema. Einen unpro­fes­sio­nel­len Auf­tritt von Nico­las Dudek gab es auch. Ein Bericht von Han­nah Czaak und Ale­jan­dro […]
Brechts „Arturo Ui“ von 11 Regisseur:innen am Lan­des­thea­ter St. Pöl­ten zum Start der neuen Inten­danz von Patri­cia Nickel-Döni­cke ist inhalt­lich ein aktu­ell pas­sen­des Stück und ope­ra­tiv ein wage­mu­ti­ger Schritt. Final sie­gen große Schau­spiel­kunst und Büh­nen­bild gegen die kleine Büh­nen­flä­che und die vie­len Hand­lungs­stränge. Ein kom­men­tie­ren­der Bericht von der Pre­mière mit Publi­kums­re­ak­tio­nen von Chris­tian Czaak. Ber­tolt Brecht. […]
Aktu­elle Muehl-Schau im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum. Mate­rial-Bil­der aus 1960er Jah­ren und gegen­ständ­li­che Lini­en­ma­le­rei aus 80er-Jah­ren als groß­ar­tige Schwer­punkte. Minu­ten­lan­ger Applaus für Muse­ums­di­rek­tor Klaus Albrecht Schrö­der bei Preview.  Der Mensch, Künst­ler und Straf­tä­ter Otto Muehl (1925 bis 2013) ist aktu­ell beson­ders umstrit­ten. Im Kon­text mit der aktu­el­len Muehl-Per­so­nale im Wie­ner Aktio­nis­mus Museum (WAM) wid­met sich die­ser […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram