Zum Inhalt
© Pexels.com/exnl

Gründe für schwa­ches Wachs­tum in Österreich

Die Öster­rei­cher arbei­ten weni­ger als 2019. Par­al­lel for­cie­ren Gewerk­schaf­ten ihre Auf­rufe für kür­zere Arbeits­zei­ten. Agenda Aus­tria beleuch­tet nun die Ent­wick­lun­gen genauer.

In Öster­reich for­cie­ren Gewerk­schaf­ten und ihnen nahe Insti­tu­tio­nen seit Mona­ten ihren Kampf für kür­zere Arbeits­zei­ten. Das Argu­ment dafür lau­tet, dass die gesetz­li­chen Arbeits­zei­ten seit Jahr­zehn­ten unver­än­dert seien. Mit dem neuen SPÖ-Chef Andreas Babler wit­tern sie hier Mor­gen­luft und dabei spie­len ihnen auch die Demo­gra­fie in die Hände. Bei die­ser Ent­wick­lung kom­men meh­rere Fak­to­ren zusam­men. Die Baby-Boo­mer-Gene­ra­tion geht in Pen­sion und durch Gebur­ten­rück­gänge kom­men immer weni­ger Junge nach. Die­ser Trend gibt den Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern mehr Verhandlungsmacht. 

Aus­maß gear­bei­te­ter Stun­den ver­sus die Ent­wick­lung der Arbeitnehmer
Was dabei aber gerne über­se­hen wird, ist, dass die Arbeits­zei­ten ohne­hin lau­fend ver­kürzt wer­den – ganz ohne recht­li­che Vor­ga­ben. Das Aus­maß der gear­bei­te­ten Stun­den wächst schon län­ger nicht mehr mit der Ent­wick­lung der Arbeit­neh­mer mit, wie eine Aus­wer­tung der Agenda Aus­tria zeigt. „Wir eilen zwar von einem Beschäf­ti­gungs­re­kord zum nächs­ten, die gesamte Arbeits­zeit im Land ist in den letz­ten zehn bis 15 Jah­ren jedoch nur leicht gestie­gen. Gegen­über 2019 arbei­ten wir in Summe sogar weni­ger“, erklärt Dénes Kuc­sera, Öko­nom bei Agenda Austria. 

Steu­er­sys­tem för­dert Trend zur Teilzeitarbeit
Einen ers­ten Bruch gab es nach der Finanz­krise, seit­her stieg das Arbeits­vo­lu­men schwä­cher als die Anzahl der unselb­stän­dig Beschäf­tig­ten. Ein zwei­ter Bruch kam mit der Corona-Pan­de­mie. Seit­her wuchs die Zahl der Arbeit­neh­mer um vier Pro­zent. Das Arbeits­aus­maß sank hin­ge­gen um 0,5 Pro­zent. „Das liegt vor allem am Trend zur Teil­zeit, der maß­geb­lich durch unser Steu­er­sys­tem beför­dert wird. Mehr­ar­beit lohnt sich für viele kaum“, betont Kucsera. 

Zahl offe­ner Stel­len zeigt genü­gen­den Arbeitsbedarf
Die Zahl der offe­nen Stel­len zeigt, das es genü­gend Arbeits­be­darf gebe. Aber auch die durch­schnitt­lich gear­bei­te­ten Stun­den in Voll­zeit­ar­beit sind seit Jah­ren rück­läu­fig. Ein Trend, der Öster­reich laut den Exper­ten von Agenda Aus­tria zum Ver­häng­nis wer­den könnte, da in der gro­ßen Mehr­zahl der EU-Staa­ten das Arbeits­vo­lu­men wächst. „Das ist einer der Gründe, für das schwa­che Wachs­tum in Öster­reich“, unter­streicht Dénes Kuc­sera, Öko­nom bei Agenda Austria. 

Autor: red/czaak
14.06.2024

Weitere aktuelle Artikel

West­eu­ropa mit höchs­ter Zahl an Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen seit über 20 Jah­ren. Öster­reich im Mit­tel­feld. Gewerbe, Dienst­leis­tung, Han­del beson­ders betrof­fen. Geo­po­li­ti­sche Kri­sen und Ener­gie­preise und gene­relle Kos­ten­stei­ge­run­gen und feh­len­der Kon­sum als Hauptursachen.  West­eu­ropa ver­zeich­nete im Jahr 2025 die höchste Zahl an Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen seit mehr als 20 Jah­ren. Das zeigt eine aktu­elle Ana­lyse der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung. Mit ins­ge­samt […]
In Deutsch­land geben die Ölkon­zerne die Tan­kra­batte bis­her nur teil­weise wei­ter. Ifo-Insti­tut ent­wi­ckelt eige­nen Tan­kra­batt-Tra­cker für Über­prü­fung und Analyse. Der seit Anfang Mai gel­tende Tan­kra­batt der deut­schen Bun­des­re­gie­rung kommt nur teil­weise an den Zapf­säu­len an. Das zei­gen aktu­elle Berech­nun­gen des ifo-Insti­tuts, das für genaue Ana­ly­sen einen soge­nann­ten Tan­kra­batt-Tra­cker ent­wi­ckelt hat. „Beim Die­sel haben die Tank­stel­len […]
Sta­gnie­rende Geschäfts­la­gen, wei­ter hohe Kos­ten bei Ener­gie, Löh­nen oder Mate­rial sowie aus­ge­prägte Kon­sum­flaute prä­gen aktu­elle Wirt­schafts­si­tua­tion. Rund 17 Pro­zent der Betriebe über­le­gen Stand­ort oder Geschäfts­be­rei­che ins Aus­land zu ver­la­gern. Kri­tik an Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung bei Industriestrategie. Die aktu­elle Geschäfts­lage der hei­mi­schen Unter­neh­men ist wei­ter­hin über­aus schwie­rig, auch eine Ver­än­de­rung in Rich­tung Auf­schwung wird nicht erwar­tet. […]
Kon­flikt im Nahen Osten und Ein­schrän­kun­gen im Schiffs­ver­kehr in Straße von Hor­mus beein­träch­ti­gen zuneh­mend Lie­fer­ket­ten sowie Ver­sor­gung mit Vor­pro­duk­ten und End­pro­duk­tio­nen. Mate­ri­al­man­gel geht quer durch alle Branchen. Die Ver­sor­gung mit Vor­pro­duk­ten in der Indus­trie hat sich deut­lich ver­schlech­tert. Im April berich­te­ten 14 Pro­zent der Unter­neh­men in der Indus­trie von Eng­päs­sen bei der Beschaf­fung von Mate­ria­lien, […]
In Europa und USA deut­lich weni­ger Bör­sen­gänge durch Nah­ost-Krieg. In China stei­gen die IPOs. Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie, Infra­struk­tur und KI beson­ders gefragt. Welt­weit größ­ter Bör­sen­gang in Ams­ter­dam. Wie­ner Börse ent­wi­ckelt sich sehr gut. Nach einem viel­ver­spre­chen­den Start ins Jahr 2026 füh­ren neue geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen und der welt­weite Anstieg der Ener­gie­preise zu einem deut­li­chen Rück­gang auf dem IPO-Markt : Die Zahl […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram