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Grün­den als Grund­lage für die wei­te­ren Gründungen

Vom Stan­dard zum StartUp sowie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­darf für Tech­no­lo­gie und For­schung als Aus­gangs­punkt für die Grün­dung eines eige­nen Inter­net-Medi­ums. Teil 3 der Jubi­lä­ums­se­rie nun anläss­lich 25 Jahre Eco­nomy.

Wie im letz­ten Seri­en­teil anläss­lich 30 Jahre Medi­en­ge­schäft und 25 Jahre eco­nomy ange­führt, war mein Abgang als Mar­ke­ting­chef beim Stan­dard mit einem Kon­su­len­ten­ver­trag ver­bun­den und der unter­stützte den Sprung in die unter­neh­me­ri­sche Selb­stän­dig­keit sowohl inhalt­lich wie finan­zi­ell. Gleich­zei­tig war es aber auch eine exis­ten­zi­elle Abhän­gig­keit und so war klar, dass es unter­neh­me­risch mög­lichst rasch neue und eigene Pro­jekte geben muss. 

Eine Platt­form für abs­trakte und erklä­rungs­be­dürf­tige Themen
Nahe­lie­gen­der Ansatz dafür waren die lang­jäh­ri­gen Kon­takte zur IT-Bran­che, die etwa schon Grün­dung und Eta­blie­rung von derStandard.at ermög­lich­ten. Ein zwei­ter Ansatz waren die The­men Bil­dung und For­schung, wo aus der Stan­dard-Zeit von Pro­jek­ten wie etwa Cyber­school ebenso lang­jäh­rige Kon­takte bestan­den. Beide Bran­chen eint abs­trakte und ent­spre­chend erklä­rungs­be­dürf­ti­gen The­men und so ent­stand die Idee ein für beide Berei­che pas­sen­des media­les Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­dukt zu entwickeln. 

Lang­jäh­rige Pro­jekt­part­ner bei Cyber­school waren die Bun­des­mi­nis­te­rien für Bil­dung und Wirt­schaft, sei­ner­zeit geführt von Eli­sa­beth Geh­rer (Bildung/​BMUKK) und Mar­tin Bar­ten­stein (Wirtschaft/​BMWA) und die IT-Wirt­schaft etwa mit Tele­kom Aus­tria (TA), One oder Micro­soft und IBM. Ich ent­wickle ein inhalt­li­ches Kon­zept für eine inter­net­ba­sierte Infor­ma­ti­ons- und Ser­vice­platt­form und bereits Ende Novem­ber 1999 star­tet economyaustria.at, kurz ECAustria.at.

Der Start von economyaustria.at als aus­ge­la­gerte ASP-Lösung über derStandard.at
Um einen auf­wän­di­gen Ent­wick­lungs­pro­zess zu ver­mei­den und sofort einen letz­tak­tu­el­len Inter­net-Auf­tritt nut­zen zu kön­nen, lagere ich das Pro­jekt über eine ASP-Lösung (Appli­ca­tion-Ser­vice-Pro­vi­ding, ein Bestand­teil des heu­ti­gen Cloud-Com­pu­ting) an den Online-Stan­dard aus. Eigene CI, chan­nels und The­men-Res­sorts und ein fei­nes Con­tent-Manage­ment-Sys­tem (CMS) gegen Bezah­lung. Und für derStandard.at ist ECAustria.at das Refe­renz­pro­jekt zur Eta­blie­rung eines neuen Geschäftsfeldes.

Es ist Anfang 2000, das Inter­net wird zuneh­mend ein Busi­ness-Thema und in der IT-Indus­trie zeigt sich der Bedarf nach einem die Inter­net-Platt­form ergän­zen­den Ver­an­stal­tungs­for­mat. Mit einem Kon­zept aus Ple­num und anwen­dungs­ori­en­tier­ten Arbeits­krei­sen hole ich wei­tere IT-Part­ner mit an Bord und mit dem Know-how aus rund 150 Ver­an­stal­tun­gen aus der Stan­dard-Zeit star­ten wir eine öster­reich­weite b2b-Ver­an­stal­tungs­reihe. Das Kon­zept ist über­aus erfolg­reich, wir zäh­len auch in den Bun­des­län­dern jeweils über 300 Teil­neh­mer aus der ers­ten und zwei­ten Manage­ment­ebene und quer durch alle Branchen.

Inter­net wird Busi­ness-to-Busi­ness-Thema und im Wirt­schafts­mi­nis­te­rium star­ten indus­trie­nahe Forschungsprogramme
Im Wirt­schafts­mi­nis­te­rium (BMWA) star­ten zu die­sem Zeit­punkt mit soge­nann­ten Kom­pe­tenz-Zen­tren neue FE-Pro­gramm-Linien (damals K‑ind, heute COMET-Zen­tren) für Indus­trie und Mit­tel­stand, um das immer noch junge Medium Inter­net auch betrieb­lich zu nut­zen und damit auch das Thema Inno­va­tion stär­ker ins unter­neh­me­ri­sche Bewusst­sein zu rücken. Beglei­ten­der Aus­gangs­punkt war eine Stu­die der Abtei­lun­gen für Wirt­schafts­in­for­ma­tik an der Wie­ner WU und TU, wo rund zwei Drit­tel der befrag­ten Unter­neh­men mein­ten, das Inter­net werde keine gro­ßen Aus­wir­kun­gen auf die/​ihre unter­neh­me­ri­schen Abläufe haben…

Mit Han­nes Wert­h­ner und A Min Tjoa lerne ich die lei­ten­den Uni-Pro­fes­so­ren und Stu­di­en­ma­cher ken­nen und gemein­sam defi­nie­ren wir wei­tere rele­vante The­men­be­rei­che, wo dann erst­mals auch der Begriff E‑Commerce fällt, der Han­del über das Inter­net. Die bei­den Exper­ten lie­fern ab da neue inter­na­tio­nale Trends und Stu­dien für Web-Por­tal wie Ver­an­stal­tun­gen und das zieht noch mehr User, Ver­an­stal­tungs­be­su­cher und auch IT-Part­ner an. Wert­h­ner und Tjoa wer­den im Rah­men der k‑ind Pro­gramm­li­nie des BMWA die Chefs des ers­ten FE-Zen­trums für E‑Commerce, das EC3 im Tech Gate und so lerne ich Ende 2000 dann mit Peter Kowal­ski den (u.a.) die FE-Pro­gramm­li­nien lei­ten­den Beam­ten im Wirt­schafts­mi­nis­te­rium ken­nen. Der Zufall will es, dass das Bar­ten­stein-Res­sort als Unter­stüt­zung für die diver­sen FE-Pro­gramm­li­nien eine web­ba­sierte Info- und Ser­vice-Platt­form star­ten möchte, die dafür enga­gier­ten PR-Agen­tu­ren das aber nicht umset­zen können. 

Alle rele­van­ten IT-Fir­men, FE-Zen­tren und Insti­tu­tio­nen und der Staats­preis für Mul­ti­me­dia und E‑Business als wei­tere Aufgabe
Ich stelle ECAust­ria mit den Part­nern aus IT und Medien vor und wir eini­gen uns rasch auf eine Erwei­te­rung von Web­site und Ver­an­stal­tun­gen mit den FE-The­men. Mit dem BMWA im Rücken hole ich nun auch alle rele­van­ten FE-Zen­tren und FE-Insti­tu­tio­nen als mit­fi­nan­zie­rende und inhalts­brin­gende Part­ner mit an Bord. Par­al­lel betraut mich das BMWA mit Kon­zep­tion und Mar­ke­ting für den Staats­preis für Mul­ti­me­dia und E‑Business und die hier auch invol­vierte Wirt­schafts­kam­mer Öster­reich mit Kon­zept und Umset­zung für Mar­ke­ting & PR für den par­al­lel neu star­ten­den E‑Busi­ness-Day.

Mit Ende 2001 sind bei Eco­no­my­aus­tria neben allen grö­ße­ren IT- und Tele­kom-Fir­men dann auch alle anwen­dungs­ori­en­tier­ten FE-Zen­tren wie EC3, evo­la­ris (Graz), KERP (Graz), ALPs (Inns­bruck), Soft­ware­park Hagen­berg (inkl. sei­ner Aus­grün­dun­gen wie etwa RISc), CURE („Usa­bi­lity“ in Wien/​Sbg), Sei­bers­dorf, Salz­burg Rese­arch, div. FHs oder das IMBA (Wien) und dazu das Wirt­schafts- und Bil­dungs- bzw. Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rium, Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, BIT (dama­li­ges Büro für inter­nat. Tech­no­lo­gie­ko­ope­ra­tio­nen), FWF (Grund­la­gen­for­schung), FFF (dama­li­ger For­schungs-För­de­rungs-Fond für ange­wandte FE, heu­tige FFG), IV, WKÖ, Stei­ri­sche und Wie­ner Wirt­schafts­för­de­rung, die Bür­ges (noch mit Hel­mut Dorn), das RIZ-NÖ, Eco-Plus NÖ oder die OÖTM GmbH Partner. 

Eco­no­my­aus­tria hat 25.000 Abon­nen­ten und wird aus 162 euro­päi­schen Initia­ti­ven als euro­pa­wei­tes Vor­zei­ge­pro­jekt nominiert
Mit den neuen Inhal­ten, der Strahl­kraft von FE-Grö­ßen wie Bruno Buch­ber­ger (Grün­der Soft­ware­park Hagen­berg), Josef Pen­nin­ger (IMBA), Alois („Mr. Weara­bles“) Fer­scha, Han­nes Wert­h­ner, A Min Tjoa & Co. und der ver­ein­ten Mar­ke­ting-Power spre­chen wir nun über Web­site und Ver­an­stal­tun­gen und Direct-Mar­ke­ting und Wer­be­an­zei­gen im Stan­dard neben den betrieb­li­chen Ent­schei­dern auch die gesamte Com­mu­nity aus Lehre (UNIs, FHs) sowie FE an und dazu auch die stand­ort-poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger in Bund und Land. Der Infor­ma­ti­ons­be­darf ist so stark, dass wir 2002 mit eige­nen „Busi­ness-Break­fasts“ eine zusätz­li­che (bezahlte) Ver­an­stal­tungs­reihe umset­zen. Ende 2002 abon­nie­ren dann bereits rund 25.000 Per­so­nen den wöchent­li­chen ECAustria-Newsletter. 

Das Wirt­schafts­mi­nis­te­rium reicht die Platt­form bei einem Wett­be­werb der EU zum Thema „Trans­fer & Awa­re­ness von FE und Inno­va­tion in Rich­tung Indus­trie und KMU ein — und wir wer­den aus 162 ein­ge­reich­ten Pro­jek­ten prä­miert und als euro­pa­wei­tes Vor­zei­ge­pro­jekt aus­ge­wählt. Neben Web­site und Ver­an­stal­tun­gen läuft zu die­sem Zeit­punkt auch eine Medi­en­ko­ope­ra­tion mit der Tages­zei­tung Stan­dard, wo es aber „nur“ um IT-The­men geht. Mit den ange­führ­ten FE- und Stand­ort­part­nern wird diese Koope­ra­tion aus­ge­wei­tet und mit Früh­jahr 2003 erscheint wöchent­lich das Der Stan­dard For­schung-Spe­cial. Noch­mals eine nach­hal­tige Neu­grün­dung für den Stan­dard, das FE-Spe­cial erscheint bis zum heu­ti­gen Tag. 

Die Grün­dung der ITnT-Messe und der 1000 m² große ECAust­ria-Tech­no­lo­gie­park mit 24 hoch­ka­rä­tig besetzte Podi­ums­dis­kus­sio­nen in vier Tagen und über 5000 Besuchern
Im Jahre 2004 folgt der nächste Schritt der Inno­va­tions-Grün­dun­gen mit einer gro­ßen Messe-Ver­an­stal­tung. Gemein­sam mit Reed als die dama­li­gen neuen Mit­ei­gen­tü­mer und ope­ra­ti­ven Betrei­ber der Wie­ner Messe und mit dem Fach­ma­ga­zin Com­pu­ter­welt (Man­fred Weiss) und den wich­tigs­ten IT-Part­nern von ECAust­ria wird die ITnT als neue b2b-Messe aus der Taufe geho­ben. Ich kon­zi­piere und ver­ant­worte einen 1.000 m² (!) gro­ßen Tech­no­lo­gie­park, wo wir die The­men Busi­ness-IT und ange­wandte For­schung & Inno­va­tion aus einer pra­xis­ori­en­tier­ten Anwen­der­sicht präsentieren. 

Ein zen­tra­ler Bestand­teil neben klas­si­schen Messe-Stän­den sind wie­der mode­rierte Publi­kums­ver­an­stal­tun­gen. Über den Messe-Zeit­raum von vier Tagen dis­ku­tie­ren bei 24 (!) Ein­hei­ten 120 Mana­ger und lei­tende For­scher aus IT-Indus­trie, Bil­dung & Wis­sen­schaft und FE-Poli­tik. Der Tech­no­lo­gie­park wird (über Anmel­dung) von über 5.000 Besu­chern und Füh­rungs­kräf­ten besucht und bes­tens beur­teilt. Die aus­stel­len­den FE-Zen­tren und IT-Com­pa­nies sind mit ihren „Leads“ ebenso zufrie­den, wie Reed mit der neuen Messe an sich. Die ITnT fin­det mit die­sem Kon­zept auch die nächs­ten Jahre statt.

30.000 nament­lich bekannte Ent­schei­der unter­mau­ern Traum eines eige­nen Print-Produkts
Anfang 2005 gibt es also Economyaustria.at als Info- und Ver­an­stal­tungs­platt­form, den Inter­net-Schul­wett­be­werb Cyber­school, den Staats­preis für Mul­ti­me­dia & E‑Business als alle­samt öster­reich­weite Pro­jekte und es gibt die Messe ITnT im Groß­raum Wien. Der Adress­be­stand der ECAust­ria-Com­mu­nity ist auf über 30.000 Per­so­nen ange­wach­sen, über­wie­gend Ent­schei­dungs­trä­ger der 1. und 2. Manage­ment-Ebene aus Indus­trie und Mit­tel­stand, aus den FE- & Bil­dungs-Insti­tu­tio­nen sowie lei­tende For­scher, Stu­den­ten und Schüler. 

Und das ist dann die ratio­nale Basis, als 2005 ein alter Traum mehr und mehr an Gestalt annimmt : die Grün­dung eines eige­nen Print­pro­dukts. Mehr dazu im vier­ten Teil der Jubi­lä­ums­se­rie am 26. Jän­ner 2024.

Autor: red/czaak
19.01.2024

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