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Gute Bes­se­rung

Es sind nicht alle krank, die Ach und Weh schreien.

„Es gibt 1000 Krank­hei­ten, aber nur eine Gesund­heit“, erkannte Arthur Scho­pen­hauer. Wie krank ist das öster­rei­chi­sche Gesund­heits­sys­tem wirk­lich ? Das öster­rei­chi­sche Gesund­heits­sys­tem braucht den inter­na­tio­na­len Ver­gleich nicht zu scheuen : Es gewähr­leis­tet eine gute, flä­chen­de­ckende Ver­sor­gung für alle, hohe Stan­dards in Dia­gnose und The­ra­pie und kann auf eine exzel­lente medi­zi­ni­sche und wis­sen­schaft­li­che Erfah­rung und Repu­ta­tion zurückgreifen.
Ende 2007 gab es hier­zu­lande 270 Kran­ken­an­stal­ten, sechs mehr als im Vor­jahr. Ins­ge­samt stan­den den Pati­en­ten 64.556 Bet­ten zur Ver­fü­gung, was einer Zahl von 776 pro 100.000 Ein­woh­ner ent­spricht. Von 47 Indus­trie­na­tio­nen belegt Öster­reich hin­sicht­lich der medi­zi­ni­schen Infra­struk­tur die Spit­zen­po­si­tion. 99 Pro­zent aller Öster­rei­cher sind durch die soziale Kran­ken­ver­si­che­rung geschützt.

Neue Rezep­tu­ren gefragt
Wäh­rend der Anteil der Gesund­heits­aus­ga­ben 1960 noch umge­rech­net 77 Euro pro Kopf betrug, klet­terte er bis zum Jahr 2006 auf stolze 3603 Euro. Mit einem Anteil von 10,1 Pro­zent am Brut­to­in­lands­pro­dukt liegt die Alpen­re­pu­blik deut­lich über dem OECD-Durch­schnitt von 8,9 Pro­zent und wird – abge­se­hen von den USA (15,3) – in Europa nur von Por­tu­gal (10,2), Bel­gien (10,3), Deutsch­land (10,6), Frank-reich (11,0) und der Schweiz (11,3) über­trof­fen. Seit Jah­ren kämp­fen die hie­si­gen Kran­ken­kas­sen mit einem mas­si­ven Defi­zit, kon­zen­triert sich die Debatte um das Gesund­heits­sys­tem auf Ein­spa­run­gen. Zwar hat es immer wie­der große und klei­nere Anläufe zur Repa­ra­tur des Gesund­heits­we­sens gege­ben. Die ent­schei­dende Frage, wie viel Gesund­heit sich die Öster­rei­cher künf­tig leis­ten wol­len und wie sie sie finan­zie­ren, blieb aller­dings unbe­ant­wor­tet. Bei der Suche nach Aus­we­gen wird gern auf die übli­chen Ver­däch­ti­gen, die Kli­ni­ken ver­wie­sen, die den größ­ten Kos­ten­block bil­den, was kein Wun­der ist, da sich Krank­heit nun ein­mal im Kran­ken­haus abspielt. Viele Rezep­tu­ren sind erfor­der­lich, um eine Gesund­heits­re­form, die den Namen tat­säch­lich ver­dient, zu realisieren.
Womit sich der Kreis schließt : „Gesund­heit?“, stutzt Theo­dor W. Adorno, „was nützt einem die Gesund­heit, wenn man sonst ein Idiot ist?“

Autor:
27.02.2009

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