
Handlungsbedarf bei Förderungen
Große Nachfrage bei Sanierungsoffensive der Bundesregierung. Von 360 Millionen Euro Förderbudget nur mehr wenige Millionen über. Experten empfehlen rasche Einreichung und genaue Prüfung der Berechtigungen.
Seit der Neuauflage der Sanierungsoffensive der Österreichischen Bundesregierung letzten Herbst sind zwei Drittel der Anträge in Richtung Sanierungsbonus gegangen und in Richtung Kesseltausch nur rund ein Drittel. Da der Kesseltausch im Vergleich eine deutlich höhere CO2-Einsparung erzielt, wurde die Sanierungsoffensive angepasst und diese ist nur mehr für den Kesseltausch bzw. für den Austausch fossiler Heizsysteme möglich.
Von den 360 Millionen Euro Budget der Sanierungsoffensive für das heurige Jahr 2026 sind bereits mehr als 90 Prozent vergeben und nur noch wenige Millionen Euro stehen zur Verfügung. Die Nachfrage reißt nicht ab und so sollten sich die primär angesprochenen Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von Reihenhäusern oder mehrgeschossigen Wohnanlagen bei entsprechenden Sanierungen beeilen.
Baldige Ausschöpfung des Fördertopfes
Förderfähig sind ausschließlich Bestandsgebäude. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Bauberechtigte oder Mieter von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentümer von Mehrparteienhäusern. Neubauten sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Förderanträge können zwar offiziell noch bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden, die Mittel werden jedoch nach dem Prinzip „solange der Vorrat reicht“ vergeben. Experten rechnen damit, dass der Fördertopf innerhalb der nächsten Wochen vollständig ausgeschöpft sein wird.
Die Registrierung muss — vor der Beauftragung eines Fachbetriebs — erfolgen. Wer bereits einen Auftrag erteilt hat, verliert den Förderanspruch. Zudem sind ein Energieberatungsprotokoll sowie die Durchführung der Arbeiten durch einen zertifizierten Fachbetrieb Voraussetzung für die Förderung. Die Unterstützung beträgt bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten und kann mit Landesförderungen kombiniert werden.
Nachhaltige Verbesserung von Energieeffizienz und Wert der eigenen Immobilie
„Die Erfahrung zeigt, dass attraktive Förderprogramme rasch ausgereizt werden. Das Vorgängerprogramm „Raus aus Öl und Gas“ wurde damals vollständig aufgebraucht, bevor viele Haushalte überhaupt reagiert hatten“, sagt Martin Kloboucnik, Co-CEO von Wolf Klima- und Heiztechnik. „Auch aktuell reißt die Nachfrage nicht ab. Wer bei Sanierungsentscheidungen zu lange wartet, riskiert höhere Kosten und den Verlust verfügbarer Förderungen“, so der Experte.
Der aktuelle Handlungsbedarf zeigt sich auch im Gesamtbild : Laut Umweltbundesamt liegt die jährliche Sanierungsrate in Österreich momentan bei rund 0,9 Prozent. Für die Erreichung der Klima- und Energieziele wäre jedoch eine Steigerung auf etwa 2,5 bis 3 Prozent notwendig. „Wer jetzt investiert, sichert sich nicht nur die Chance auf Fördermittel, sondern verbessert langfristig auch die Energieeffizienz und den Wert der eigenen Immobilie“, unterstreicht Martin Kloboucnik von Wolf Klima- und Heiztechnik. (red/czaak)