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Hei­mi­sche For­scher bele­gen Kon­nex zwi­schen Kno­chen­fress­zel­len und Brustkrebs

Seit Jah­ren gibt es Stu­dien, die auf eine Ver­bin­dung zwi­schen dem Kno­chen­stoff­wech­sel und Brust­krebs hin­wei­sen. Nun hat ein inter­na­tio­na­les Wis­sen­schaf­ter­team unter Betei­li­gung von Exper­ten aus Inns­bruck und Wien dafür neue Belege gefunden.

So dürfte jener Fak­tor (RANKL), wel­cher bei Osteo­po­rose zur ver­mehr­ten Bil­dung von Kno­chen­fress­zel­len führt und nach der Meno­pause das Mam­ma­kar­zi­nom­ri­siko erhö­hen. Die Wis­sen­schaf­ter, unter ihnen Ste­fan Kiechl (Uni­ver­si­täts­kli­nik Inns­bruck) und Daniel Schra­mek (Insti­tut für Mole­ku­lare Biotechnologie/​IMBA, Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, Wien), ana­ly­sier­ten die Kon­zen­tra­tio­nen von RANKL und Pro­ges­te­ron im Blut­se­rum von 278 Frauen nach der Meno­pause, das die­sen schon einige Zeit vor­her im Rah­men einer ande­ren Unter­su­chung abge­nom­men wor­den war.
Bei 40 Frauen wurde Brust­krebs in einem Zeit­raum zwi­schen fünf und zwölf Mona­ten nach der Blut­ab­nahme dia­gnos­ti­ziert, bei 58 Frauen war das zwölf bis 24 Monate nach dem Labor­test der Fall. 180 Frauen, bei denen es nicht zum Aus­bruch einer Brust­krebs­er­kran­kung gekom­men war, dien­ten als Ver­gleichs­gruppe. Alle diese Pro­ban­din­nen wie­sen keine ver­erb­bare Anlage für Brust- und/​oder Eier­stock­krebs auf (BRCA1-Muta­tion).

Fünf­fa­ches Risiko
Ins­ge­samt zeigte sich, dass hohe Werte an RANKL und Pro­ges­te­ron im Blut ein 5,5‑faches Risiko für ein inva­si­ves Mam­ma­kar­zi­nom bin­nen zwölf bis 24 Mona­ten bedeu­tet. Bei Frauen mit Brust­krebs steht die Kon­zen­tra­tion an RANKL und Pro­ges­te­ron offen­bar auch in einem Zusam­men­hang mit im Blut zir­ku­lie­ren­den Tumorzellen.
Das Pro­tein RANKL steht also nicht nur im Zusam­men­hang mit der Ent­ste­hung von Kno­chen­schwund, son­dern ist offen­bar auch ein trei­ben­der Fak­tor für die Ver­meh­rung des Gewe­bes der weib­li­chen Brust­drüse. Das ist beson­ders wich­tig im Rah­men der Schwan­ger­schaft mit der Vor­be­rei­tung auf die Pro­duk­tion der Mut­ter­milch, sonst sollte das Brust­ge­webe aber nicht zu wach­sen beginnen.
Die Frage ist, ob sich aus den Erkennt­nis­sen in Zukunft ein Test auf eine mög­li­che Brust­krebs­ge­fähr­dung ablei­ten lässt. Das wäre für Gegen­maß­nah­men und eine mög­lichst frühe Dia­gnose und The­ra­pie wich­tig. Wie die Autoren der Stu­die beto­nen, soll­ten jetzt ähn­li­che Unter­su­chun­gen an ver­gleich­ba­ren Pro­ban­din­nen­grup­pen erfol­gen. Eine von acht Frauen erkrankt in den USA und Europa im Laufe des Lebens an Brustkrebs. 

Autor: APA-Science/red
10.02.2017

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