
Herausforderungen bei Compliance und Regularien
Unternehmen SV Informatik optimiert Prozessmanagement rund um Themen Compliance, Datenschutz und Vertragswesen. Tochter der SV Sparkassen Versicherung setzt als Anbieter von spezifischen IT-Lösungen auf Kombination spezieller Anwendungen von Fabasoft Contracts.
Im Finanzsektor nehmen Compliance-Vorgaben sowie regulatorische Anforderungen an Lieferketten, Datenschutz und IT-Sicherheit stetig zu und wirken sich häufig direkt auf das Vertrags- und Vendormanagement aus. Die Optimierung von Prozessen etwa mittels Automation und das Vermeiden von Medienbrüchen können hier ein Mehr an Transparenz, Geschwindigkeit und Sicherheit bringen. Das Unternehmen SV Informatik, Tochter der SV Sparkassen Versicherung und Anbieter spezialisierter IT-Lösungen für Versicherungsunternehmen, hat nun Vertragsprozesse digitalisiert und dafür eine Kombination der Fabasoft-Anwendungen „Contracts“ und „Dora“ verwendet.
„Wir hatten zwar verschiedene Tools im Einsatz, aber keine durchgängigen Prozesse“, sagt Stefan Kressig, Syndikusanwalt und Experte für IT-Recht bei der SV Informatik GmbH. „Dadurch kam es zu Redundanzen, einer höheren Fehleranfälligkeit und einem Mehraufwand für unsere Fachabteilungen.“ Die SV Informatik suchte sodann ein System, mit dem Mitarbeitende effizienter arbeiten und gleichzeitig flexibel auf regulatorische Anforderungen reagieren können. Als Lösung dient nun die KI-gestützte Vertragsmanagement-Software Fabasoft Contracts in Kombination mit dem digitalen Auslagerungsmanagement von Fabasoft Dora.
Umfangreiche Verordnungen von DAS und NIS‑2 über LkSG und Solvency II bis hin zu DORA
„Allein im Einkauf erzielen wir damit eine jährliche Zeitersparnis von 1.520 Stunden“, betont Kressig. „Zusätzlich sparen wir über den gesamten Lebenszyklus der Verträge – von der Erstellung bis zur Archivierung – weitere 960 Stunden pro Jahr ein. Das gibt uns mehr Raum für andere fachliche Aufgaben und gleichzeitig können wir schnell auf neue regulatorische Anforderungen reagieren“, erläutert Stefan Kressig von SV Informatik.
Unternehmen sehen sich generell schnell wachsenden und wechselnden Anforderungen aus der Regulatorik gegenüber. Das gilt auch für die SV Informatik, etwa im Bereich IT durch die EU-Verordnung über digitale Dienste (DSA), die überarbeitete NIS-2-Richtlinie und im Nachhaltigkeitsbereich durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Hinzu kommt spezifische Regulatorik für den Finanzsektor wie die EU-Richtlinie Solvency II und der Digital Operational Resilience Act (DORA).
Abteilungsübergreifende digitale Workflows
In Bezug auf das Vertrags- und Vendormanagement gilt es beispielsweise Lieferanteninformationen einzuholen, Zertifikate und Nachweise revisionssicher zu speichern sowie Verträge mit Lieferanten zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. „Mithilfe von Fabasoft können wir heute bereits ab Beginn einer potenziellen Vereinbarung alle Compliance-relevanten Inhalte berücksichtigen und regulatorische Vorgaben direkt in den Workflow integrieren“, so Kressig. „Wir vermeiden damit Mehraufwand im Nachhinein – und können jederzeit nachweisen, dass unsere Prozesse den aktuellen Anforderungen entsprechen.“
SV Informatik hat dafür abteilungsübergreifende, digitale Workflows eingerichtet, beispielsweise für Due-Diligence-Verfahren, Risikobewertungen und Lieferantenprüfungen. Alle Bearbeitungsschritte sind über elektronische Workflow-Unterschriften und im integrierten Audit-Log (Anm. automatisierte Änderungsdokumentation) revisionssicher nachvollziehbar. Zur Kontrolle, ob bestehende Verträge den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, setzt die SV Informatik die KI-gestützte Vertragsanalyse von Fabasoft ein. „Anhand von individuellen Checklisten prüft die KI die Vertragsinhalte automatisiert und erkennt enthaltene Risiken“, sagt Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH.
Kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler
„Das verschafft den Verantwortlichen einen schnellen Überblick, selbst bei umfangreichen Vertragsbeständen. Notwendige Ergänzungsvereinbarungen lassen sich einfach mittels Vorlagen und einer Klauselbibliothek erstellen, wo die Software daraufhin selbstständig die richtigen Freigabeprozesse startet“, so Schmeisser. Die Zeichnung gelingt dann dank integrierter, rechtssicherer elektronischer Signatur schnell und ohne Medienbrüche. Im Ergebnis zeigen sich kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler.
Die Grundeinstellungen und die Integration des Fabasoft Systems in die bestehende IT-Infrastruktur erfolgten Angaben zufolge in wenigen Tagen. Im Anschluss nahm die SV Informatik weitere individuelle Anpassungen vor, etwa die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Dafür war für die SV Informatik die einfache Anpassbarkeit (Anm. Low-Code) der Software besonders wichtig. Formulare und Prozesse können so auch ohne Programmierkenntnisse selbstständig generiert werden. Auf diese Weise können Fachabteilungen nun auch selbstständig digitale Vorlagen erstellen und anpassen, etwa für Verträge, Checklisten, Risikobewertungen oder Lieferantenfragebögen.
Fabasoft Contracts und SV Informatik
Fabasoft Contracts ermöglicht mit der cloudbasierten Software das Erstellen, Digitalisieren, Signieren und Verwalten von Verträgen sowie das Managen von Vertragspartnern über den gesamten Lifecycle. KI-gestützte Funktionen wie die KI-Vertragsprüfung automatisieren dabei dann ressourcenintensive Tätigkeiten. Für eine ganzheitliche Digitalisierung von Geschäftsprozessen sorgen wiederum eigens individualisierbare Prozesse bzw. Workflows.
„Die Kombination beider Technologien schafft wertvolle Synergien für schnellere Vertragsprozesse, reduzierten Arbeitsaufwand und eine spürbare Risiko- bzw. Kostensenkung“, so Robin Schmeisser von Fabasoft Contracts. Mit der Anwendung Fabasoft Dora bietet das Unternehmen zudem ein Produkt für das regulatorikkonforme Auslagerungsmanagement im Finanzsektor an. Die Software ermöglicht u. a. die digitale Steuerung des IKT-Drittdienstleistermanagements, das automatisierte Erzeugen des Informationsregisters sowie die KI-Prüfung von IKT-Verträgen auf Compliance zu DORA.
SV Informatik kümmert sich als IT-Dienstleister um die digitale Zukunft von Versicherungsunternehmen, etwa für die SV SparkassenVersicherung und SV Sachsen. Rund 570 Mitarbeitende an den Standorten Mannheim, Stuttgart, Wiesbaden, Kassel und Dresden bieten von der Beratung über die Anwendungsentwicklung bis hin zum stabilen IT-Betrieb die komplette IT-Wertschöpfungskette an. Basis dafür sind letztaktuelle Infrastrukturen, Plattformen und Software-Applikationen. (red/cc)