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© pexels/marc mueller

Home­of­fice könnte Bedarf an Büro­flä­chen senken

Der in der Corona-Pan­de­mie begon­nene Trend zur Heim­ar­beit könnte den Büro­flä­chen­be­darf um zwölf Pro­zent redu­zie­ren, so eine Stu­die vom deut­schen ifo Insti­tut und dem Immo­bi­li­en­be­ra­ter Colliers.

Mit Beginn der Corona-Pan­de­mie schickte ein Groß­teil der Unter­neh­men die Mitarbeiter:innen in das Home­of­fice, vulgo Heim­büro. Diese Ent­wick­lung hält seit­her kon­ti­nu­ier­lich an und redu­ziert nun in Deutsch­land den Bedarf an Büro­flä­chen. Das ist das Ergeb­nis einer neuen Stu­die des Münch­ner ifo Insti­tuts und des Immo­bi­li­en­be­ra­ters Col­liers für die Groß­städte Ber­lin, Ham­burg, Mün­chen, Köln, Frank­furt am Main, Stutt­gart und Düs­sel­dorf. „Die regel­mä­ßige Arbeit im Home­of­fice ist für etwa 25 Pro­zent der Beschäf­tig­ten und 69 Pro­zent der Unter­neh­men zur neuen Nor­ma­li­tät gewor­den“, sagt Simon Krause vom ifo-Insti­tut als Ko-Autor der Studie. 

Min­der­be­darf von rund 11,5 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter Bürofläche
Vor allem in Groß­un­ter­neh­men und in Bran­chen mit star­ker Home­of­fice-Nut­zung führt dies zu einem Rück­gang der Nach­frage nach Büros. Vor­aus­ge­sagt wird, dass bis 2030 um 12 Pro­zent weni­ger Flä­chen gesucht wer­den. Das ent­sprä­che in den sie­ben ange­führ­ten Groß­städ­ten einem Min­der­be­darf von rund 11,5 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter Büro­flä­che. Die neue Arbeits­welt stößt einen Struk­tur­wan­del im Büro­markt an“, sagt Simon Krause, ifo-For­scher und Ko-Autor der Studie. 

Obwohl Unter­neh­men ihre Mit­ar­bei­ten­den ins Büro zurück­ho­len, ist die Home­of­fice-Quote in Deutsch­land seit knapp zwei Jah­ren sta­bil. „Viele Fir­men set­zen auf feste Prä­senz­tage für die per­sön­li­che Zusam­men­ar­beit und Home­of­fice an den übri­gen Tagen. Die­ser Arbeits­form gehört die Zukunft, weil sie bei Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern glei­cher­ma­ßen eine hohe Akzep­tanz erfährt und par­al­lel die not­wen­dige Pro­duk­ti­vi­tät ermög­licht“, so Krause.

Begrenzte Mög­lich­kei­ten, um Büros in Wohn­raum umzuwandeln
Gleich­zei­tig fie­len die Umsätze am Büro­ver­mie­tungs­markt im Jahre 2023 auf das Niveau der aku­ten Corona-Krise. Der Büro­markt in Deutsch­land ist tra­di­tio­nell eng mit Erhe­bun­gen rund um den ifo-Geschäfts­in­dex ver­bun­den. „Eine schnelle Erho­lung zeich­net sich der­zeit nicht ab“, ergänzt Andreas Trumpp von Col­liers, zwei­ter Ko-Autor der Stu­die. Die Leer­stands­quote von unter drei Pro­zent im Jahre 2019 stieg auf über sechs Pro­zent und der Anteil der Unter­miet­ver­träge von unter zwei Pro­zent vor der Pan­de­mie auf fast acht. Büro­miet­ver­träge in Deutsch­land haben eine durch­schnitt­li­che Lauf­zeit von etwa 7 Jah­ren, des­we­gen zei­gen sich die Nach­wir­kun­gen der Pan­de­mie erst verzögert. 

„Moderne Flä­chen in guten Lagen, wel­che die neuen Anfor­de­run­gen erfül­len, erfah­ren eine hohe Nach­frage und Miet­preis­stei­ge­run­gen. Ältere Flä­chen, auf denen sich die neue Arbeits­welt nicht abbil­den lässt, wer­den weni­ger nach­ge­fragt“, erläu­tert Trumpp. Die Stu­die zeige auch, dass es nur begrenzte Mög­lich­kei­ten gebe, Büros in drin­gend benö­tig­tem Wohn­raum umzu­wan­deln. Die Stu­die ver­knüpft erst­ma­lig Daten der Home­of­fice-Umfra­gen des ifo Insti­tuts unter 9.000 Unter­neh­men mit anony­mi­sier­ten Büro­ver­mie­tungs­ver­trä­gen zwi­schen 2013 und 2023 aus der Daten­bank von Colliers.

Autor: red/cc
04.04.2024

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