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© SugarPlum_MargitPflaum

“Im Ate­lier domi­niert der Kopf, in der Natur das Handgelenk”

Die Künst­le­rin Sugar Plum bespielt ab 26. März die Gale­rie Art Depot in Inns­bruck mit einer umfang­rei­chen Werk­schau. Als sei­ner­zei­ti­ges Mit­glied der Muehl-Kom­mune ist dem Thema Aktio­nis­mus nun auch hier ein Schwer­punkt gewidmet. 

Sugar Plum, vulgo Mar­git Pflaum, ist Akti­ons­künst­le­rin, Gra­fi­ke­rin und Male­rin. Die 1959 in Deutsch­land gebo­rene Künst­le­rin war von 1981 weg Mit­glied in der Kom­mune Fried­richs­hof von Otto Muehl und erlernte dort künst­le­ri­sche und aktio­nis­ti­sche Aus­drucks­for­men im Bereich Male­rei, Skulp­tur, Per­for­mance und Tanz. Ein wich­ti­ges Ele­ment ihrer Arbei­ten ist zudem Foto­gra­fie und Film.

Ab Diens­tag, 26. März zeigt die Gale­ris­tin Bir­git Frasl in ihrer Inns­bru­cker Gale­rie Art Depot eine umfang­rei­che Werk­schau von Sugar Plum. „Das Thema Aktio­nis­mus zieht sich wie ein roter Faden durch die gezeig­ten Arbei­ten, ein Schwer­punkt ist dem hand­werk­lich wie inhalt­lich beson­ders inter­es­san­ten Zyklus „Tage­bü­cher“ gewid­met“ erläu­tert Gale­ris­tin Bir­git Frasl. Neben einer retro­spek­tiv ange­leg­ten Werk­reihe und den „Tage­bü­chern“ zu per­sön­li­chen The­men aus der Muehl-Kom­mune, sind auch meh­rere Arbei­ten aus der aktu­el­len Por­trät-Reihe zu sehen.

Das auf nur einen Kör­per­teil redu­zierte Bild der Frau und van Gogh als Vorbild
Zu den bekann­tes­ten Arbei­ten der seit 2009 in Wien leben­den Sugar Plum zäh­len Land­schafts­bil­der von ihren Auf­ent­hal­ten an der por­tu­gie­si­schen Algarve (ab 1995) mit son­nen­durch­flu­ten­den Lagu­nen, Oli­ven- oder Oran­gen­hai­nen als Motive sowie die Zyklen „Frau am Klo“ und „Frau am Fens­ter“. „Seit vie­len Jah­ren bin ich vom Süd­wes­ten Por­tu­gals, dem dor­ti­gen Licht und der Sonne begeis­tert. Der­art inspi­riert, suche ich diese Ein­drü­cke auf das Papier zu brin­gen und über­lege oft, wie sich mein gro­ßes Vor­bild van Gogh hier gefühlt hätte”, so Sugar Plum zu economy. 

„Frau am Klo“ beginnt am Ende ihres Auf­ent­hal­tes im “Ate­lier Algarve” als Ant­wort auf ein sexis­ti­sches Welt­bild, von dem sich Sugar Plum zu ver­ab­schie­den beginnt. Durch Über­trei­bung der weib­li­chen For­men wird das sexis­tisch auf einen Kör­per­teil redu­zierte Bild der Frau — das Gesäß – in Kom­bi­na­tion mit den run­den For­men der Toi­lette, als eine Kari­ka­tur iro­ni­siert und ad absur­dum geführt. “Wäh­rend bei den Arbei­ten im Ate­lier mehr der Kopf domi­niert, ist es drau­ßen in der Natur mehr das Hand­ge­lenk”, skiz­ziert die Künstlerin.

Ori­gi­nal-Abdrü­cke des weib­li­chen Hin­ter­teils und die The­men Vater­fi­gur und Abschied
Die Bil­der von Sugar Plum zeich­nen sich durch eine expres­sive und farb­in­ten­sive Mal­weise mit einer dyna­mi­schen Pin­sel­füh­rung aus, viele Werke beinhal­ten eben aktio­nis­ti­sche oder per­for­mance­ar­tige Ele­mente. Die Zyklen „Frau am Klo“ und „Frau am Fens­ter“ ent­hal­ten bei­spiels­weise „Ori­gi­nal-Abdrü­cke“ ver­schie­de­ner Kör­per­teile, dar­un­ter, rich­tig, auch der Po der Künstlerin. 

„Die Kunst des Abdrucks ist eine Pro­zess­kunst. Das Fest­um­ris­sene des Bil­des weicht der Unbe­stimmt­heit der Spur. Zwi­schen Erschei­nung und Ver­schwun­de­nem, Form und Form­lo­sen, Mus­ter und Nach­ge­bil­de­tem, Objekt, Schat­ten und Licht, Sein und Nichts ent­zieht sich der Abdruck einer genauen Bestim­mung“, erklärt Sugar Plum den Schaffensprozess. 

Inten­sive Lebens­er­leb­nisse in inten­si­ven Kunst­wer­ken verarbeitet
In ihren skulp­tu­ra­len Objek­ten ver­ar­bei­tet die Künst­le­rin auch die The­men „Vater­fi­gu­ren“ und aber­mals „Abschied“, etwa in ihrer Serie mit Kof­fern, wo sie diverse, sehr ambi­va­lente Gegen­stände als Meta­pher für ihre Lebens­ab­schnitte kom­bi­niert. Dar­un­ter ske­let­tierte Tier­schä­del sowie Spie­gel, Blu­men und „lieb­li­che“ Pup­pen­köpfe. Bei­spiele für ihre künst­le­ri­schen Videos sind etwa die Kurz­filme „Vani­tas“ und „Vanity – Die Büchse der Pan­dora“ (Anm. diese Werke sind nicht in der aktu­el­len Schau zu sehen).

„Sugar Plum eine fas­zi­nie­rende Künst­le­rin, die ihre mehr­heit­lich sehr inten­si­ven Lebens­er­leb­nisse in ihren nicht min­der inten­si­ven und ent­spre­chend aus­drucks­star­ken Kunst­wer­ken ver­ar­bei­tet. Beson­ders erwäh­nens­wert ist ihre abso­lut pro­fes­sio­nelle Prä­sen­ta­ti­ons­form und ihre große Schau­spiel­kunst, die ihres­glei­chen in der Kunst­welt sucht“, lau­tete ein kura­to­ri­scher Pro­gramm­text zu ihrer sei­ner­zei­ti­gen Aus­stel­lung im Rah­men der Kunst­messe Art Karlsruhe.

„Tage­bü­cher“; Die Künst­le­rin Sugar Plum in der Inns­bru­cker Gale­rie Art Depot ; Di, 26. März 2024 (Ver­nis­sage ab 18.00 Uhr) bis inklu­sive Sams­tag, 4. Mai 2024 ; Adresse : Rie­sen­gasse 8 in 6020 Inns­bruck ; Ein­tritt Frei.

Autor: red/czaak
22.03.2024

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