
Im Verbund forschen
Die Med-Uni Graz ist mit an Bord im Diabetes-Forschungsnetzwerk. Es geht darum, den Auslöser besser zu verstehen.
Geschätzte 17 Millionen Menschen weltweit sind von Typ-1-Diabetes betroffen. Patienten mit Typ-1-Diabetes müssen ihre Blutzucker-Werte ständig im Auge behalten, da ihr Körper nicht in der Lage ist, Insulin selbst zu produzieren und so die Glukose im Blut abzubauen. Die Erkrankung tritt meist schon im Kindes- und Jugendalter auf und die Betroffenen sind auf eine lebenslange strikte Insulintherapie angewiesen, denn heilbar ist die Erkrankung bisher nicht.
Forscher aus ganz Europa und Unternehmen haben sich nun zu einem Netzwerk zusammengetan, um die Entstehungsmechanismen der Autoimmunerkrankung besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Die Med-Uni Graz wurde als österreichischer Partner an Bord geholt.
Bei der Entwicklung der Therapie sind einige Fortschritte erzielt worden. Dementsprechend konnte die Lebensqualität der Patienten verbessert werden. Aber es ist noch immer relativ wenig über die auslösenden Faktoren bekannt, schildert Thomas Pieber, Leiter der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie an der Med-Uni Graz.
Befragungen
Das europaweite Forschungsnetzwerk Innodia mit seinen aktuell 33 Partnerinstitutionen will die Therapie und Vorbeugung der Erkrankung im Verbund vorantreiben. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 36,5 Millionen Euro bei einer Laufzeit von sieben Jahren. Koordiniert wird das Netzwerk von den Universitätskliniken Leuven (Belgien).
Forscher und Industrie erwarten sich neue Erkenntnisse, wie sich Typ-1-Diabetes in verschiedenen europäischen Regionen und bei unterschiedlichen Altersklassen entwickelt. Zu diesem Zweck werden europaweit über viele Jahre hinweg tausende Menschen unterschiedlicher Altersstufen untersucht und befragt, um den Verlauf von Diabetes Typ 1 normiert zu studieren. Aus den Ergebnissen sollen neuartige Therapieoptionen für bereits Erkrankte sowie für Risikopersonen abgeleitet werden.
Gefördert wir das gesamte Netzwerk über die Innovative Medicines Initiative (IMI) – ein Public-private-Partnership der Europäischen Kommission und der Europäischen Vereinigung von pharmazeutischen Industrien und Verbänden zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der pharmazeutischen Forschungseinrichtungen in der Europäischen Union. Den Grazer Projektanteil beziffert Pieber mit „vorerst 400.000 Euro“.