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© pexels/Markus Winkler

Indus­tri­elle 5G-Netze für pro­zess­op­ti­mierte Automatisierung

Sie­mens ent­wi­ckelt 5G-Netze für eigene Pro­duk­tion und stellt Anwen­dung nun Kun­den zur Ver­fü­gung. Im Fokus ste­hen mobile Robo­ter, auto­nome Logis­tik und moderne Edge-Geräte für eine neue Art des Datenmanagements.

Sie­mens bringt erst­mals eine selbst ent­wi­ckelte Infra­struk­tur für den Mobil­funk­stan­dard 5G auf den Markt. Die Anwen­dung soll es Indus­trie­un­ter­neh­men ermög­li­chen, eigene lokale 5G-Netze auf­zu­bauen, die Auto­ma­ti­sie­rungs­an­wen­dun­gen best­mög­lich unter­stüt­zen. „5G ist ent­schei­dend für Anwen­dun­gen wie mobile Robo­ter, auto­nome Logis­tik und fah­rer­lose Trans­port­sys­teme in Fabri­ken. Mit der 5G-Infra­struk­tur von Sie­mens haben Anwen­der die allei­nige Kon­trolle über ihre Daten in ihrem 5G-Netz und kön­nen das Netz maß­ge­schnei­dert kon­fi­gu­rie­ren“, sagt Axel Lorenz, CEO Pro­cess Auto­ma­tion bei Siemens. 

Ver­netzte Tablets und Vir­tual Reality(VR)-Brillen und intel­li­gente Werkzeugen
Wei­tere Sze­na­rien für die indus­tri­elle 5G-Funkt­echo­lo­gie umfas­sen den inte­grier­ten Ein­satz von ver­netz­ten Tablets, Vir­tual Reality(VR)-Brillen und intel­li­gen­ten Werk­zeu­gen. Fle­xi­bel ein­ge­setzt wer­den kön­nen auch soge­nannte Edge-Geräte, etwa zur fle­xi­blen Daten­er­he­bung an ver­schie­de­nen Punk­ten einer Pro­duk­ti­ons- und Logistikkette. 

Inklu­diert sind dabei auch spe­zi­elle „Brown­field-Anwen­dun­gen“, wo die nach­träg­li­che Ver­le­gung von Kabeln nur schwer mög­lich ist. Im Gegen­satz zu ande­ren Funk­tech­no­lo­gien nut­zen exklu­sive bzw. pri­vate 5G-Netze ein eige­nes lizen­sier­tes Fre­quenz­band für einen gesi­chert stö­rungs­freien Betrieb.

5G-Netz­kom­po­nen­ten aus einer Hand
Grund­sätz­lich hat Sie­mens seine 5G-Infra­struk­tur spe­zi­ell für die Anfor­de­run­gen von Indus­trie­kun­den und indus­tri­el­len Anwen­dun­gen ent­wi­ckelt. Sie besteht aus einem 5G-Core und einem Radio Access Net­work (RAN, Funk­zu­gangs­netz). Das RAN umfasst die Cen­tral Unit (CU), die Dis­tri­bu­ted Unit (DU) und die Rado Units (RUs). Unter­schied­li­che 5G-End­ge­räte kön­nen sich mit der 5G-Infra­struk­tur ver­bin­den und im pri­va­ten 5G-Netz kom­mu­ni­zie­ren. Die 5G-Kom­plett­lö­sung ist auch für den Ein­satz in rauen Indus­trie­um­ge­bun­gen konzipiert.

Anga­ben zufolge hat Sie­mens seine eigene 5G-Infra­struk­tur in zahl­rei­chen rea­len Pro­duk­ti­ons­um­ge­bun­gen getes­tet, bei­spiels­weise am Sie­mens-Pro­duk­ti­ons­stand­ort Karls­ruhe. Durch die Imple­men­tie­rung und den Betrieb des 5G-Pro­to­ty­pen in den eige­nen Fer­ti­gungs­stät­ten wurde die Tech­no­lo­gie pra­xis­ori­en­tiert ein­ge­setzt und wei­ter­ent­wi­ckelt. Die 5G-Infra­struk­tur von Sie­mens ist zunächst in Deutsch­land ver­füg­bar, wei­tere Län­der sol­len Schritt für Schritt folgen. 

Salz­git­ter AG als ers­ter pro­mi­nen­ter Pilotkunde
Ein ers­ter pro­mi­nen­ter Pilot­kunde für die 5G-Kom­plett­lö­sung ist der Stahl­kon­zern Salz­git­ter AG aus Deutsch­land. „Wir möch­ten nicht nur irgend­ein 5G-Netz auf­bauen, son­dern ein indus­trie­spe­zi­fi­sches 5G, wel­ches den enor­men Anfor­de­run­gen der Stahl­in­dus­trie gerecht wird“, sagt Gerd Baresch, Geschäfts­füh­rung Tech­nik bei Salz­git­ter Flachstahl. 

„Über­all dort, wo wir ver­läss­lich und sicher Daten draht­los über­tra­gen müs­sen, und das reicht vom Echt­zeit-Kame­ra­bild bis zum ganz­heit­li­chen Flot­ten­ma­nage­ment für fah­rer­lose Trans­port­sys­teme, benö­ti­gen wir eine zukunfts­fä­hige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie“, unter­streicht Baresch. „Als lang­jäh­ri­gem ver­läss­li­chen Part­ner für Netz­werk­lö­sun­gen haben wir uns genau des­halb für die Zusam­men­ar­beit mit Sie­mens entschieden.“

Höchste Daten­si­cher­heit mit 5G-Infra­struk­tur in Campusnetzen
Pri­vate 5G-Netze, auch Cam­pus­netze genannt, sind exklu­sive 5G-Netze für ein defi­nier­tes loka­les Fir­men­ge­lände, einen defi­nier­ten Bereich oder ein­zelne Gebäude. Sie bie­ten viele Vor­teile für die Indus­trie, etwa das Unter­neh­men die Netze lokal an ihren Stand­or­ten pass­ge­nau an ihre Bedürf­nisse und Anwen­dun­gen auf­bauen kön­nen. Die Betriebe haben dabei auch die volle Kon­trolle über ihre Daten. Für den Auf­bau von loka­len 5G-Net­zen wird eine pri­vate 5G-Infra­struk­tur wie von Sie­mens benö­tigt, die das 5G-Signal auf dem Fir­men­ge­lände ver­füg­bar macht.

Seit dem Jahr 2021 bie­tet Sie­mens bereits indus­tri­elle 5G-Rou­ter an, um Robo­ter, auto­nome Pro­zess- und Logis­tik­sys­teme und wei­tere indus­tri­elle Geräte mit einem pri­va­ten 5G-Netz­werk zu ver­bin­den. „Diese Rou­ter ver­voll­stän­di­gen die not­wen­di­gen Kom­po­nen­ten für eine effi­zi­ente draht­lose Kon­nek­ti­vi­tät im Indus­trie­um­feld“, so Sie­mens in einer Aussendung.

Autor: red/czaak
02.10.2023

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