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„Jetzt geht es erst rich­tig los.“

Fintech­kon­zern Wire­card wird statt Com­merz­bank im Leit­in­dex DAX der Deut­schen Börse aufgenommen.

Mar­kus Braun, Öster­rei­chi­scher Vor­stands­chef der erst vor 19 Jah­ren gegrün­de­ten Wire­card AG, pro­gnos­ti­ziert für Zukunft noch grö­ßere Wachs­tums­dy­na­mik. Neben digi­ta­len Zah­lungs­ab­wick­lun­gen steht dabei auch die erst kürz­lich gestar­tete Block­chain-Tech­no­lo­gie für die Digi­ta­li­sie­rung kom­plet­ter Wert­schöp­fungs­ket­ten im stra­te­gi­schen Fokus. Damit eröff­net sich Wire­card bran­chen­über­grei­fend und welt­weit alle Unter­neh­men, Insti­tu­tio­nen sowie die öffent­li­che Ver­wal­tung als Zielgruppe. 

Nach einer ver­gleichs­weise ein­zig­ar­ti­gen Bör­sen­ral­lye des digi­ta­len Pay­ment-Spe­zia­lis­ten Wire­card mit rd. + 170 Pro­zent Kurs­zu­wachs im letz­ten Jahr oder rd. 435 Pro­zent in den letz­ten drei Jah­ren (Stand Mon­tag, 10.9.2018 – 19 Uhr) wech­selt der inter­na­tio­nale Dienst­leis­ter für elek­tro­ni­sche und mobile Zah­lungs­for­men in den Leit­in­dex des deut­schen Akti­en­markts. Im Gegen­zug muss das sei­ner­zei­tige Dax-Grün­dungs­mit­glied Com­merz­bank den Platz frei machen. Ab 24. Sep­tem­ber 2018 wird die bis­her im Tec-Dax notierte Wire­card die (klas­si­sche) Groß­bank Com­merz­bank in der Top-Liga der euro­päi­schen Finanz­bör­sen ablösen.
Rele­vant für die Auf­nahme in den erlauch­ten Kreis der 30 Top-Kon­zerne im Deut­schen Akti­en­in­dex sind Bör­sen­um­satz bzw. Han­dels­vo­lu­men sowie Bör­sen­wert und Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung des jewei­li­gen Unter­neh­mens. Beim Bör­sen­wert etwa hatte Wire­card zuletzt nicht nur die Com­merz­bank (weit) über­holt, son­dern auch die Deut­sche Bank hin­ter sich gelas­sen. Der­ar­tige Index-Ände­run­gen sind pri­mär für Fonds wich­tig, die Bör­sen-Indi­zes exakt nach­bil­den, etwa soge­nannte ETFs. Hier wird dann ent­spre­chend umge­schich­tet, was im Nor­mal­fall ent­spre­chen­den Ein­fluss auf die Akti­en­kurse der betrof­fe­nen Unter­neh­men hat.

Wachs­tum bei Umsatz und Gewinn wird sich noch beschleunigen
„Ich glaube, dass die nächs­ten zehn Jahre an Wachs­tums­dy­na­mik die letz­ten zehn Jahre bei wei­tem in den Schat­ten stel­len wer­den. Der Ein­zug in den DAX ist für uns nur ein Zwi­schen­schritt“, kom­men­tierte Vor­stands­boss Mar­kus Braun gegen­über Reu­ters die aktu­elle Ent­wick­lung. Ange­spro­chen auf das Gefühl von Stolz in Blick­rich­tung der Ver­drän­gung der Com­merz­bank meinte Braun : „Stolz ist ein Thema der Rück­schau, wir schauen in die Gegen­wart und stark in die Zukunft.“
Die aktu­el­len mit­tel­fris­ti­gen Pro­gno­sen sagen die Ver­dop­pe­lung des Umsat­zes auf mehr als drei Mil­li­ar­den Euro bis 2020 vor­aus. 30 bis 35 Pro­zent sol­len davon als Betriebs­ge­winn übrig blei­ben. Im lau­fen­den Geschäfts­jahr soll etwa der Betriebs­ge­winn von zuletzt 413 auf bis zu 560 Mil­lio­nen Euro anwach­sen. Braun sieht sich auch durch die Geschäfts­ent­wick­lung im aktu­el­len Quar­tal bestä­tigt. „Das stützt die Pro­gnose und macht uns sehr opti­mis­tisch“, so der Öster­rei­cher, der in Wien in Sozial- und Wirt­schafts-Wis­sen­schaf­ten pro­mo­vierte und über viele Jahre an TU- und Uni-Wien im Bereich der ange­wand­ten Com­pu­ter-Wis­sen­schaf­ten forschte und 2002 von der KPMG-Con­sul­ting zu Wire­card kam.

Öster­rei­chi­sche Exper­tise und inter­na­tio­nale Partnerschaften
Ange­spro­chen auf die wei­tere stra­te­gi­sche Posi­tio­nie­rung, kün­digt Mar­kus Braun die Kon­zen­tra­tion auf orga­ni­sches Wachs­tum an und wei­tere Koope­ra­tio­nen mit ver­schie­de­nen Bran­chen­be­rei­chen. Ban­ken und Finanz­dienst­leis­ter seien dabei Part­ner und keine Kon­kur­ren­ten, etwa wie die fran­zö­si­sche Groß­bank Cre­dit Agri­cole oder Ver­si­che­run­gen und zu den Part­ner­un­ter­neh­men gehö­ren auch IT-Kon­zerne wie Apple oder Micro­soft. Neben Braun sind beim Wire­card Kon­zern auch wei­tere Öster­rei­cher im Manage­ment. Im Vor­stand sit­zen noch Susanne Steidl und Jan Mar­sa­lek und die in Öster­reich ansäs­sige Wire­card CEE führt der Kärnt­ner Roland Toch als Mana­ging Director.
Die 1999 gegrün­dete Firma aus dem Münch­ner Vor­ort Asch­heim beschäf­tigt sich mit inno­va­ti­ven Dienst­leis­tun­gen rund um die Abwick­lung von Zah­lun­gen im Inter­net sowie über mobile End­ge­räte (E- und M‑Commerce). Bestand­teil sind dabei auch gut ein­ge­führte Zah­lungs­ar­ten ande­rer Natio­nen und Kul­tu­ren wie etwa WeChat oder Ali­pay, die beide stark im asia­ti­schen Raum ver­wen­det wer­den und über Wire­card dann etwa auch von öster­rei­chi­schen Händ­lern oder Tou­ris­mus­be­trie­ben für asia­ti­sche Gäste ange­bo­ten wer­den können. 

Zukunfts­träch­tige Blockchain-Technologie
Zuletzt wurde mit der zukunfts­träch­ti­gen Block­chain-Tech­no­lo­gie ein kom­plett neues Seg­ment eröff­net, wel­ches welt­weit Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen aus nahezu allen Bran­chen sowie die öffent­li­che Hand für nahezu alle Beschaf­fungs- und Abrech­nungs­vor­gänge ver­wen­den kön­nen (eco­nomy berich­tete). Wire­card kon­zen­triert sich zum Start auf die Ver­knüp­fung von Händ­lern und Pro­du­zen­ten um alle Geschäfts­pro­zesse fäl­schungs­si­cher in soge­nann­ten “Smart Con­tracts” zu erfassen.
Diese Smart Con­tracts sind digi­tale Ver­träge auf der Basis von Block­chain-Tech­no­lo­gien und erstre­cken sich von der Pro­duk­tion über den Han­del bis zur Zah­lungs­ab­wick­lung. Hier sind alle Schritte von Wert­schöp­fungs­ket­ten, von Ver­trag über Qua­li­täts-Siche­rung und Logis­tik bis zu Her­kunfts­ga­ran­tie und Bezah­lung in einer dezen­tra­len Daten­bank abge­bil­det. Die Digi­ta­li­sie­rung erreicht damit de facto alle welt­wei­ten Waren­wirt­schafts­ströme, wo bis dato noch sehr viele Pro­zesse ana­log passieren.

Autor: Reuters/Onvista/red/czaak
10.09.2018

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