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Johan­nes Hahn : „Der Wachs­tums­pfad geht weiter“

Cern im Rück­blick aus wirt­schaft­li­cher Sicht, ver­än­derte Leis­tungs­be­wer­tung in der Wis­sen­schaft, Ven­ture Capi­tal für die For­schung und der Unter­neh­mer im Poli­ti­ker : Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Johan­nes Hahn im Gespräch mit economy.

Das For­schungs­bud­get steht. Nach der Finanz­de­batte soll nun die inhalt­li­che Dis­kus­sion über den Ein­satz der Mit­tel folgen.

eco­nomy : Bei unse­ren Inter­views mit öster­rei­chi­schen Wirt­schafts­part­nern in der Euro­päi­schen Orga­ni­sa­tion für Kern­for­schung, kurz Cern, zei­gen sich eher klei­nere finan­zi­elle Aus­wir­kun­gen, die in kei­ner Rela­tion zu den Mit­glieds­bei­trä­gen ste­hen. Wie sehen Sie Ihre Cern-Aus­tritt-Ent­schei­dung im Rückblick ?
Johan­nes Hahn : Ich stehe zu mei­ner Ent­schei­dung – ich wurde nicht um‑, son­dern über­stimmt. Für mich ging und geht es in ers­ter Linie um die wis­sen­schaft­li­che Kom­po­nente. Was die öster­rei­chi­schen Unter­neh­men betrifft : Cern selbst hat die wirt­schaft­li­chen Rück­flüsse als „poorly balan­ced“ bezeich­net, und die öster­rei­chi­sche Unter­neh­mens­seite hat dem Aus­tritt sei­ner­zeit auch nicht widersprochen.

Es gab auch in der Wis­sen­schafts­com­mu­nity Befür­wor­ter des Aus­tritts, aber nicht öffentlich.
Es war ein knap­pes Zeit­fens­ter. Wir haben den geplan­ten Aus­tritt im Vor­feld zum Bei­spiel mit dem Prä­si­dium der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, dem For­schungs­rat und dem FWF (Fonds zur För­de­rung der wis­sen­schaft­li­chen For­schung, Anm. d. Red.) akkor­diert, und dort hat man sich auch kor­rekt ver­hal­ten. Natür­lich bricht kei­ner in Jubel aus, wenn wir aus einer Orga­ni­sa­tion aus­tre­ten. Es war eine ratio­nale Abwägung.

Und eine budgetbedingte ?
Diese Frage muss man sich immer stel­len. Nicht jedes Jahr, aber rund alle fünf Jahre ist eine Hin­ter­fra­gung von Mit­glied­schaf­ten schon legi­tim. Der Gesamt­be­fund und was man mit dem Geld bewir­ken kann, ist ent­schei­dend. In Europa ist viel pas­siert, schauen Sie sich allein die Grö­ßen­ord­nun­gen der EU-For­schungs­rah­men­pro­gramme an. Wir dis­ku­tie­ren in den kom­men­den Mona­ten das achte Pro­gramm, wo eine Stei­ge­rung der Mit­tel geplant ist. Es ist wie bei einer Spei­se­karte : Ein sie­ben­gän­gi­ges Menü sät­tigt mehr als der Bra­ten allein. Rein wis­sen­schaft­lich macht Cern einen guten Job, vor allem wenn der Teil­chen­be­schleu­ni­ger LHC end­lich wie­der in Betrieb geht.

Das bedeu­tet, die Cern-Ent­schei­dung ist erledigt ?
Nach­dem die SPÖ in Per­son ihres Vor­sit­zen­den Wer­ner Fay­mann gesagt hat, da nicht mit­zu­ge­hen, war für mich klar, der Fall ist erle­digt. Jetzt muss das eine Zeit lang ruhen. Fakt ist aller­dings schon : Cern schleppt seit der Grün­dung in den 1950er Jah­ren einen ziem­li­chen Per­so­nal­kos­ten­fak­tor mit, inklu­sive groß­zü­gi­ger Pen­si­ons­re­ge­lun­gen. Heute sind For­schungs­pro­jekte ganz anders auf­ge­setzt. Aus- und Ein­tritte sind leich­ter, die Haupt­kos­ten wer­den vom Sitz-Land getra­gen und/​oder von der EU. Inter­es­sierte Part­ner­län­der kau­fen sich dann ein, um etwa die Infra­struk­tur zu nut­zen. Irgend­wann muss man sich auch diese Struk­tu­ren in Cern genau anschauen.

Kom­men wir zur Excel­lence-Stra­te­gie : Wo sehen Sie Öster­reichs Schwerpunkte ?
In dem von mei­nem Minis­te­rium initi­ier­ten „For­schungs­dia­log“ wur­den von rund 2000 Teil­neh­mern alle Berei­che von For­schung und Inno­va­tion dis­ku­tiert. Inter­es­sant war, dass wir eigent­lich ganz gut auf­ge­stellt sind. Wir haben eine gute Mischung aus Top-down-Pro­gram­men und par­al­lel Struk­tu­ren, die über FWF oder FFG (Öster­rei­chi­sche For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft, Anm. d. Red.) gehen, wo Bot­tom-up-Pro­gramme zuge­wie­sen wer­den. Es wäre falsch, wenn ich mich auf den Bot­tom-up-Ansatz ver­lasse. Wir müs­sen auch gesell­schafts­po­li­tisch rele­vante The­men mit Pro­gram­men ver­se­hen. Wich­tig ist, die rich­tige Balance zu fin­den. Ein gro­ßes Anlie­gen war mir auch, für Kon­ti­nui­tät und Pla­nungs­si­cher­heit zu sor­gen. Das FWF-Bud­get etwa steht für die nächs­ten fünf Jahre, und es gibt ein Plus von rund 25 Pro­zent gegen­über den ver­gan­ge­nen fünf Jahren.

Wo lie­gen die inhalt­li­chen Schwerpunkte ?
Einen Schwer­punkt sehe ich im „Älter­wer­den“ der Gesell­schaft, weil hier sowohl sozi­al­wis­sen­schaft­li­che, kul­tu­relle als auch tech­ni­sche Berei­che umfasst wer­den, wei­ters Medi­zin und pfle­ge­wis­sen­schaft­li­che Berei­che. Mit den neuen Moni­to­ring-Tech­ni­ken kön­nen ältere Men­schen viel län­ger zu Hause blei­ben. Wei­ters die Kli­ma­de­batte, erneu­er­bare Ener­gien, neue Mate­ria­lien. Die Mate­ri­al­wis­sen­schaf­ten kön­nen unglaub­li­che Bei­träge zu einer Kli­ma­op­ti­mie­rung leis­ten. Dann die Mediz­in­for­schung, die Krebsforschung.

Wo die letzte Eva­lu­ie­rung für große Auf­re­gung gesorgt hat ?
Es ging mir um eine Bestands­auf­nahme, nicht um eine Bewer­tung. Wir woll­ten wis­sen : Wel­che Medi­zin-Uni­ver­si­tät forscht in wel­chem Bereich ? Unser Ein­druck war, die medi­zi­ni­schen Unis koope­rie­ren inter­na­tio­nal gut, inner­ös­ter­rei­chisch aber noch eher weni­ger. Der ganze Bereich, der über das Genom­for­schungs­pro­gramm „Genau“ ent­stan­den ist. Hier wur­den inter­es­sante Dinge erforscht, wo sich jetzt die Frage der öko­no­mi­schen Ver­wer­tung stellt. Ich bin auch froh, dass die Bun­des­län­der Schwer­punkte set­zen. Das gilt für die Berei­che Auto­mo­tive oder den Energiebereich.

Sie haben die Wer­tig­keit der Geistes‑, Sozial und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten (GSK, Anm. d. Red.) ange­spro­chen. Wie passt da die aktu­elle Kri­tik in Bezug auf die redu­zier­ten For­schungs­mit­tel dazu ?
Die außer­uni­ver­si­tä­ren Insti­tute der GSK bekom­men heuer vom BMWF rund 6,5 Mio. Euro an Basis­för­de­rung – den­sel­ben Betrag haben sie 2008 erhal­ten, und das ist auch 2010 vor­ge­se­hen. Auch für die GSK gilt, was für Tech­nik und Medi­zin schon lange gilt : Man muss Prio­ri­tä­ten set­zen. Die Zyklen, wo wis­sen­schaft­li­che Nach­weise zu erbrin­gen sind, wer­den kür­zer. An einem ein­zi­gen Thema meh­rere Jahre zu arbei­ten und dann zu publi­zie­ren, diese Geduld ist oft nicht mehr vor­han­den. Wir müs­sen uns dar­auf ein­stel­len, For­schungs­er­geb­nisse nur mehr in 30-sei­ti­gen Bro­schü­ren zu publi­zie­ren, das aber jähr­lich. Dazu braucht es auch Schwerpunktsetzungen.

Die neuen wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter von AIT und FTW sagen, auch im ange­wand­ten F&E‑Bereich gehe der Trend weg, sich nur über Publi­ka­tio­nen zu definieren.

In der Schweiz gibt es eine Uni, die sich For­scher pri­mär nach deren mit­ge­brach­ten Paten­ten aus­sucht. Der publi­zis­ti­sche Out­put ist sekun­där. Es muss unter­schied­li­che Para­me­ter zur Mes­sung von For­schungs­leis­tung geben.

Ein Bereich, dem Sie große Bedeu­tung bei­mes­sen, ist die Medi­zin. Hier gibt es Kla­gen, dass auf­grund feh­len­der Res­sour­cen keine For­schung mög­lich ist. Dazu kommt der schmale Grat zwi­schen Grund­la­gen- und ange­wand­ter For­schung, wo es im Falle der Betei­li­gung eines Pharma-Unter­neh­mens keine Grund­la­gen­for­schung mehr ist und es dann etwa vom FWF kein Geld gibt.
Das ist natür­lich ein Thema. Man muss aber auch sagen, dass alle drei Med-Unis, in Graz, Inns­bruck und Wien, ihre For­schungs­schwer­punkte haben und ihre finan­zi­el­len Res­sour­cen auf die For­schung kon­zen­trie­ren müssen.
Für medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tä­ten wird in der Zukunft gel­ten, was für andere Uni­ver­si­tä­ten genauso gilt : ein flä­chen­de­cken­des Lehr­an­ge­bot und eine ent­spre­chende Pro­fil­bil­dung im For­schungs­be­reich. Gegen­sei­tige Kan­ni­ba­li­sie­rung ergibt kei­nen Sinn. Soweit ich das beob­ach­ten kann, gibt es aber keine gro­ßen Über­lap­pun­gen. Wich­tig ist aber auch die Erkennt­nis, was ist Grund­la­gen- und was ist ange­wandte For­schung. Wir haben mit dem CeMM, dem For­schungs­zen­trum für Mole­ku­lare Medi­zin, zum Bei­spiel eine Ein­rich­tung, in der Grund­la­gen­for­schung dann eine ange­wandte Rich­tung erfährt. Daher war es uns auch wich­tig, dass das CeMM direkt am Gelände des AKH ange­sie­delt ist.

Zum For­schungs­bud­get : Trotz der welt­wei­ten Krise erhö­hen nicht nur die USA, son­dern auch etwa die Schweiz, Frank­reich oder die skan­di­na­vi­schen Län­der ihre F&E‑Budgets teil­weise dras­tisch. Sie dage­gen sind froh, dass Öster­reich unge­fähr den Sta­tus quo hal­ten kann. Ist das nicht der fal­sche Weg ? Wieso for­dern Sie nicht viel offen­si­ver mehr Budget ?
Wir sind vor der Krise von 2,3 Mrd. Euro für die nächs­ten fünf Jahre aus­ge­gan­gen, in den Regie­rungs­ver­hand­lun­gen wurde diese Summe auf 350 Mil­lio­nen redu­ziert. Nicht zuletzt auch durch mei­nen Ein­satz haben wir es dann wie­der auf über 900 Mil­lio­nen gebracht. Man­che in der F&E‑Community, da kann ich ihnen auch keine gro­ßen Vor­würfe machen, sind von den 2,3 Mil­li­ar­den aus­ge­gan­gen und haben bestimmte Pro­jekte ange­lei­ert. Die müs­sen jetzt ver­daut wer­den. Aber : Objek­tiv betrach­tet und unterm Strich haben wir mehr. Der Wachs­tums­pfad wird fort­ge­setzt. Es gibt auch Län­der wie bei­spiels­weise Tsche­chien, die pla­nen, das Bud­get für die Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten zu hal­bie­ren. Wir geben im volks­wirt­schaft­li­chen Ver­gleich sogar gering­fü­gig mehr aus als Deutsch­land, das aber offen­sicht­lich im Ver­kauf viel bes­ser ist. Auf­grund der Natio­nal­rats­wahl waren wir außer­dem die Ers­ten, wo die Krise bud­ge­tär schon ent­spre­chend anti­zi­piert ist. Bei den ande­ren Län­dern wird sich das erst zei­gen. Auch die Ame­ri­ka­ner wer­den die jet­zi­gen Aus­ga­ben nach drei Jah­ren wie­der kon­so­li­die­ren müs­sen. Und Vola­ti­li­tä­ten sind das Schlech­teste für die For­schungs­fi­nan­zie­rung, genau das haben wir mit unse­rem sta­bi­len Bud­get ver­mie­den, auf das sich Insti­tu­tio­nen wie zum Bei­spiel der FWF nun ver­las­sen kön­nen. Man muss auch nach­den­ken, ob zum Bei­spiel mit gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen eine noch ver­läss­li­chere Absi­che­rung des For­schungs­stand­or­tes mach­bar ist.

Die ange­peil­ten drei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts für 2010 wer­den sich aber nicht hal­ten las­sen, der­zeit ist für heuer eine Stei­ge­rung von 2,73 Pro­zent zu erwar­ten, nach 2,66 Pro­zent im Jahre 2008. Wenn die Kon­junk­tur wie­der anzieht, gibt es dann ein zusätz­li­ches Forschungsbudget ?
Es hat eine Eva­lu­ie­rung der For­schungs­mit­tel durch Wifo und Joan­neum Reserch gege­ben – mit dem Ergeb­nis, dass gar nicht so wenig Geld im Umlauf ist. Der Out­put ist noch nicht so opti­mal. Ver­brei­tert wer­den müs­sen auch das Enga­ge­ment der Unter­neh­men und der Inno­va­ti­ons­be­griff. Stich­wort indi­rekte For­schungs­prä­mie und Erhö­hung For­schungs­frei­be­trag. Da las­sen sich sicher zusätz­li­che Impulse set­zen. Die aktu­el­len Ein­brü­che sind ja nicht bei der öffent­li­chen Hand, sie sind in der Wirt­schaft und ins­be­son­dere bei den Nie­der­las­sun­gen aus­län­di­scher Konzerne.

In Gesprä­chen mit der Aus­­­tria-Wirt­schafts­ser­vice-Lei­tung wurde auf die Not­wen­dig­keit von Ven­ture Capi­tal für F&E‑Projekte hin­ge­wie­sen und auch auf dies­be­züg­li­che Regie­rungs­ge­sprä­che. Geht da was weiter ?
Es gibt immer wie­der Über­le­gun­gen. Ich bedaure, dass wir da noch kei­nen Boden unter den Füßen gefun­den haben. Bei der The­ma­tik sind wir lei­der noch euro­päi­sches Schluss­licht. In Berei­chen wie zum Bei­spiel Bio­tech­no­lo­gie fin­den wir mit den aktu­el­len Finan­zie­rungs­in­stru­men­ten nicht das Aus­lan­gen, hier geht es um andere Volu­mina. Dafür brau­che ich Ven­ture Capi­tal. Aber das ist nur ein Teil­aspekt, es geht auch um uni­ver­si­täre Start-ups am Stand­ort der Uni. Stich­wort „Sci­ence Parks“, was in Linz oder Kla­gen­furt bereits funk­tio­niert. Ver­stärkt wer­den muss aber auch die pro­fes­sio­nelle Hilfe im kauf­män­ni­schen Bereich oder im Mar­ke­ting. Und : Gerade hat der Rech­nungs­hof die man­gelnde Ver­wer­tung von F&E‑Ergebnissen oder Paten­ten an TU Wien und TU Graz sehr gemischt beurteilt.

Rund ein Fünf­tel der ins­ge­samt antrags­be­rech­tig­ten For­scher in Öster­reich stellt FWF-Anträge. Warum nur so wenige ? Kön­nen Anreiz­sys­teme wie bei Uni Wien, wo ein Over­head-Anteil an Wis­sen­schaft­ler geht, etwas ändern ? Oder glau­ben For­scher, FWF-Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen seien zu schwierig ?
Das sagen meist jene, die das noch nie pro­biert haben. Die Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren im FWF sind schlank und unbü­ro­kra­tisch, auch was Ein­zel­pro­jekte betrifft. Es ist aber rich­tig, dass man den hei­mi­schen Unis hier zur Hand gehen muss. Ich bedaure aber, dass wir bud­get­be­dingt vor­läu­fig die Over­head-Finan­zie­run­gen stop­pen muss­ten. Am Ende des Tages müs­sen wir aber wie­der in diese Rich­tung kom­men. Das ist für die Unis ein gutes Eva­lu­ie­rungs­in­stru­ment plus Motivation.

Wel­che Effekte auf Stu­di­en­zah­len und Qua­li­tät erwar­ten Sie sich von der ver­pflich­ten­den Studieneingangsphase ?

Meine Sorge sind die groß­zü­gi­gen Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, was die Stu­di­en­bei­träge anbe­langt. Das wird zu mehr Inskrip­tio­nen führen.

Was man im Som­mer­se­mes­ter mit plus 22 Pro­zent bereits sieht.
Rich­tig. Im Vor­jahr war die Stei­ge­rung 0,7 Pro­zent. Die­ser rasante Anstieg ist unge­wöhn­lich. Unser Ziel muss sein, die Quote von Absol­ven­ten zu stei­gern – und nicht die Inskrip­tio­nen. In den Jah­ren seit 2001, wo die Stu­di­en­bei­träge ein­ge­führt wur­den, hat sich das Stu­dier­ver­hal­ten mas­siv geän­dert. Die Zahl der inak­ti­ven Stu­die­ren­den hat von über 40 Pro­zent auf unter 15 Pro­zent abge­nom­men. Die durch­schnitt­li­che Stu­di­en­dauer ist um ein Jahr weni­ger gewor­den. Gleich­zei­tig wurde das Bud­get für die Stu­di­en­bei­hil­fen mas­siv erhöht.

Was sagt die Zunahme an Inskrip­tio­nen über die bis­he­rige Treff­si­cher­heit der Stu­di­en­bei­hilfe aus ?
Inskrip­ti­ons­zah­len sagen nichts über die Zahl der aktiv Stu­die­ren­den aus. Außer­dem : Das Stu­di­en­för­de­rungs­sys­tem wurde lau­fend ver­bes­sert. Stu­di­en­bei­träge, die übri­gens auch kürz­lich von der OECD emp­foh­len wur­den, haben eine steu­ernde Wirkung.

Wel­che qua­li­ta­ti­ven Zugangs­be­din­gun­gen für Dok­to­rats- und Mas­ter-Stu­dien sind denk­bar oder geplant ?
Das liegt in der Auto­no­mie der Uni­ver­si­tä­ten. Wich­tig ist mir aber : Für jedes Bache­lor-Stu­dium muss ein Mas­ter-Stu­dium ohne zusätz­li­che Zugangs­be­din­gun­gen an der jewei­li­gen Uni ange­bo­ten werden.

Thema 40 Pro­zent Frau­en­quote : Wie rasch muss die Quote in den Uni-Gre­mien umge­setzt werden ?
Die UG-Novelle tritt mit 1. Okto­ber 2009 in Kraft. Ab dann müs­sen alle Neu­be­set­zun­gen und Neu­zu­sam­men­set­zun­gen die 40 Pro­zent Frau­en­quote zum Ziel haben.

Die Agen­tur für wis­sen­schaft­li­che Inte­gri­tät : Inwie­weit wird deren Arbeit veröffentlicht ?
Die Agen­tur ist ein wich­ti­ger Schritt zur Qua­li­täts­si­che­rung des hei­mi­schen Wis­sen­schafts- und For­schungs­stand­or­tes. Mit der deut­schen Bio­wis­sen­schaft­le­rin Ulrike Bei­sie­gel konnte eine kom­pe­tente und erfah­rene Wis­sen­schaft­le­rin für den Vor­sitz gewon­nen wer­den. Ich bin über­zeugt, dass die Agen­tur die rich­tige Balance zwi­schen Trans­pa­renz und Ver­trau­lich­keit fin­den wird.

Wel­che Akti­vi­tä­ten gibt es in Alpbach ?
Wie schon ange­spro­chen, eine noch ver­läss­li­chere For­schungs­fi­nan­zie­rung – die­ser lang­fris­tige For­schungs­bud­get­pfad wird auch Thema in Alp­bach sein. Dazu der hei­mi­sche Hoch­schul­raum und seine – wie auch im Regie­rungs­pro­gramm vor­ge­se­hene – Wei­ter­ent­wick­lung. Hier wird es einen brei­ten Dis­kus­si­ons­pro­zess mit allen maß­geb­li­chen Stake­hol­dern geben.

Als ehe­ma­li­ger Unter­neh­mer sind Sie gewohnt, ratio­nal zu ent­schei­den. Wie geht es Ihnen da in der oft irra­tio­na­len Politik ?

Mein Vor­teil ist, ich bin „zwei­spra­chig“ auf­ge­wach­sen, weil ich seit Lan­gem poli­tisch aktiv und ent­spre­chend lange in bei­den Wel­ten zu Hause bin. Man muss poli­ti­sche Mecha­nis­men ken­nen. In der Poli­tik muss man gestal­ten und nicht ver­wal­ten. Genauso kann aber ein Unter­neh­mer vom poli­ti­schen Know-how pro­fi­tie­ren, zum Bei­spiel bei der Frage der Mit­ar­bei­ter­füh­rung. Man kann von bei­den Sei­ten sinn­volle Dinge über­neh­men. Mir feh­len manch­mal monat­li­che Kenn­zah­len mit einer Zuor­den­bar­keit des eige­nen Tuns. Nach mei­nen Erfah­run­gen gibt es aber auch in Groß­un­ter­neh­men Politik.

Das gibt es auch in klei­ne­ren Unternehmen.
Über­all wo Men­schen sind, men­schelt es.

Autor:
21.08.2009

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