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Josef Pen­nin­ger wird Öster­reich verlassen

Diese Aus­sage ist eine hypo­the­ti­sche Annahme nach Recher­chen und Inter­pre­ta­tio­nen der Akti­vi­tä­ten der han­deln­den Per­so­nen unter Ein­bin­dung der Aka­de­mie der Wissenschaften. 

Ein Kom­men­tar von Chris­tian Czaak. Das Thema Wis­sen­schaft und Bil­dung ist ent­schei­dend für einen Stand­ort und seine Volks­wirt­schaft, die bes­ten Köpfe zie­hen wei­tere kluge Köpfe nach, die Jagd nach For­schern von Welt­rang über­holt das Head-Hun­ting nach pro­mi­nen­ten Wirt­schafts-Mana­gern oder zieht zumin­dest gleich.
Neben Rah­men­be­din­gun­gen wie etwa Lebens­qua­li­tät oder gut aus­ge­bil­dete Stu­den­ten, zählt in der zeit­ge­mä­ßen For­schung pri­mär das Geld. Nur eine aus­rei­chende und zudem über viele Jahre gesi­cherte finan­zi­elle Aus­stat­tung kann eine volks­wirt­schaft­li­che und stand­ort­po­li­ti­sche Wert­schöp­fung mit Patent­an­mel­dun­gen, uni­ver­si­tä­ren Spin­Offs sowie Start-Ups und neue Arbeits­plätze mög­lich machen.

Ein öster­rei­che­ri­scher For­scher von Weltrang
Josef Pen­nin­ger, 1964 in Gur­ten im ober­ös­ter­rei­chi­schen Inn­vier­tel gebo­ren ist ein Wis­sen­schaf­ter und For­scher von Welt­rang. Würde man alle seine Aus­bil­dungs­sta­tio­nen und alle seine Aus­zeich­nun­gen anfüh­ren, dann wären sechs A4-Sei­ten beschrieben.
Pen­nin­ger stu­dierte an der Uni Inns­bruck Medi­zin und par­al­lel Kunst­ge­schichte (sic!) und Spa­nisch. In sei­ner Dok­tor­ar­beit am Insti­tut für All­ge­meine und Expe­ri­men­telle Patho­lo­gie an der Med-Uni Inns­bruck beschäf­tigte er sich dann mit der Immu­no­lo­gie. Die Pro­mo­tion zum Dr. med. erfolgte 1990, sein Dok­tor­va­ter war der Patho­loge und spä­tere Prä­si­dent des Wis­sen­schafts­fonds (FWF), Georg Wick.
Sofort nach sei­ner Pro­mo­tion ging Pen­nin­ger als „Post-Doc“ nach Kanada an das Onta­rio Can­cer Insti­tute, bis 1994, danach war er bis 2003 „Prin­ci­pal Inves­ti­ga­tor“ beim US-Gen­tech­nik­kon­zern Amgen und arbei­tete als sol­cher am Depart­ment of Immu­nolgy and Medi­cal Bio­phy­sics der Uni Toronto/​Kanada.

Der Ruf aus Österreich
2003 folgte dann der Ruf der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten zum Auf­bau des Insti­tuts für Mole­ku­lare Bio­tech­no­lo­gie (IMBA) in Wien. Dazwi­schen und danach folg­ten zahl­rei­che Pro­fes­su­ren und wis­sen­schaft­li­che Tätig­kei­ten u.a. wei­ter in Toronto sowie in Beijing/​China oder auch in Paris/​Frankreich.
Aus über 40 (!) natio­na­len und inter­na­tio­na­len Aus­zeich­nun­gen erhielt er u.a. 1994 vom ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten die „Natio­nal Medal of Tech­no­logy“, 1998 die kana­di­sche Aus­zeich­nung als einer der „Top 10 „Hot­test“ Sci­en­tist in the world“ und 2003 war er „Aus­trian Sci­en­tist of the Year“.
Vom World Eco­no­mic Forum wurde er 2005 als „Young Glo­bal Lea­der“ aus­ge­zeich­net, 2007 wurde er als jüngs­tes Voll-Mit­glied in die Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten auf­ge­nom­men und 2014 erhielt Pen­nin­ger schließ­lich mit dem „Witt­gen­stein-Preis“ Öster­reichs höchste, mit 1,5 Mio. Euro dotierte wis­sen­schaft­li­che Auszeichnung. 

Die Cham­pi­ons League spielt in Deutschland
Pen­nin­gers aka­de­mi­scher und beruf­li­cher Wer­de­gang und auch seine Aus­zeich­nun­gen zei­gen seine inter­na­tio­nale Ori­en­tie­rung und zudem seine Ori­en­tie­rung an der Welt­spitze. In einem Bericht im Stan­dard zum mög­li­chen Wech­sel nach Ber­lin sprach Pen­nin­ger vom „Mit­spie­len in der Champions-League“.
Sein Arbeit­ge­ber, die Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten will als Reak­tion auf die anschei­nend erst den Medien ent­nom­mene Situa­tion nun ein­mal „die Abwehr­ver­hand­lun­gen kon­kre­ti­sie­ren sobald Josef Pen­nin­ger sein offi­zi­el­les Anbot aus Ber­lin vorlegt.“
Das ist kein pro-akti­ves Ver­hal­ten und zeigt zudem eine gewisse Ent­fer­nung oder zumin­dest keine auf­rechte Kom­mu­ni­ka­tion. Bei bei­den Sei­ten. Im Gespräch mit eco­nomy ant­wor­tet Pen­nin­ger auf die Frage nach einer etwa­igen Nach­fol­ge­re­ge­lung am IMBA, dass „die Aka­de­mie die neue Lei­tung inter­na­tio­nal aus­schrei­ben müsste“. Ob die Aka­de­mie sein Ber­li­ner Ange­bot noch sehen wird, ist daher mehr als fraglich.
Josef Pen­nin­ger will in der Cham­pi­ons Leaegue spie­len und die spielt bekann­ter­ma­ßen in Deutsch­land. Zumin­dest noch, Pen­nin­ger könnte auch der Pep Guar­diola der Öster­rei­chi­schen For­schung sein. Dazu braucht es aber auch poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen mit einem finan­zi­ell aus­rei­chend und nach­hal­tig dotier­ten Bekennt­nis zum Bil­dungs- und For­schungs­stand­ort Österreich.

Autor:
30.04.2015

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