
Jugendliche Kompetenz beim Thema Geld
Taschengeld von Eltern oder Verwandten ist für junge Menschen der Start im Umgang mit eigenem Vermögen. Zum Schulbeginn unterstreicht der Financial Life Park (FLiP) das Lernen von Verantwortung für einen bewussten Umgang mit Geld.
Mit dem Schulbeginn erhalten viele Kinder erstmals regelmäßig Taschengeld oder übernehmen mehr Verantwortung für ihr eigenes Budget. Für den Financial Life Park (FLiP) ist das ein wichtiger Schritt zu mehr Finanzkompetenz. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld beginnt bereits mit den ersten eigenen Entscheidungen. Mit dem Erhalt des ersten Taschengelds sammeln Kinder und Jugendliche praktische Erfahrungen im Umgang mit Geld. Sie lernen, Ausgaben zu planen, auf Wünsche zu sparen und finanzielle Entscheidungen selbst zu treffen.
Verantwortung übernehmen und aus eigenen Erfahrungen lernen
Der Schulbeginn bietet vielen Familien einen entsprechenden Anlass, diese Verantwortung schrittweise zu übertragen. „Taschengeld ist weit mehr als ein kleiner Geldbetrag für persönliche Wünsche. Es gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, finanzielle Entscheidungen selbst zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Genau diese Erfahrungen sind ein wichtiger Baustein moderner Finanzbildung“, sagtPhilip List, Leiter des Financial Life Park.
Zum Start des neuen Schuljahres haben die Experten von FLiP einige Taschegeld-Tipps für Eltern zusammengestellt. „Mit dem Schuleintritt entwickeln Kinder ein erstes Verständnis für Zahlen, Mengen und den Wert von Geld. Damit ist ein guter Zeitpunkt gekommen, regelmäßig Taschengeld einzuführen“, so das FLiP.
Von Regelmäßigkeit und Orientierung bis zu Fehlkäufen als wichtige Lernerfahrung
Ein weiterer Punkt sind die Themen Regelmäßigkeit und Orientierung. Jüngere Kinder sollten Taschengeld möglichst wöchentlich und in bar erhalten. Mit zunehmendem Alter kann auf eine monatliche Auszahlung umgestellt werden. Diese Regelmäßigkeit helfe Kindern dabei, „ihr Budget besser einzuteilen.“ Eltern sollten ihren Kindern auch eine Entscheidungsfreiheit zugestehen. Das Taschengeld sollte zur freien Verfügung stehen. „Kinder lernen den Umgang mit Geld am besten, wenn sie selbst entscheiden dürfen, wofür sie es ausgeben, und dabei sind auch Fehlkäufe wichtige Lernerfahrungen“, so die FLiP-Experten.
Eine weitere Empfehlung betrifft die Bereiche Belohnung oder Strafe. Hier meinen die FLiP-Experten, dass Taschengeld ein Instrument der Finanzbildung ist und kein Erziehungsmittel. „Es sollte daher unabhängig von Schulnoten oder Verhalten ausbezahlt werden.“ Final relevant ist auch ein offener Umgang mit dem Thema Geld. Gespräche über Wünsche, Sparziele und Ausgaben helfen Kindern, ein realistisches Verständnis von Geld und finanziellen Entscheidungen zu entwickeln.
Finanzbildung beginnt im Alltag und Orientierung für Eltern sowie Bildungseinrichtungen
Viele Grundlagen der Finanzbildung werden zu Hause vermittelt. Ob beim Sparen auf einen Wunsch, beim Einteilen des eigenen Taschengelds oder bei Kaufentscheidungen: Kinder und Jugendliche lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen und die Folgen ihrer Entscheidungen einzuschätzen. „Der Schulbeginn bietet Familien einen guten Anlass, über Geld ins Gespräch zu kommen und Kinder Schritt für Schritt an finanzielle Eigenverantwortung heranzuführen“, unterstreicht Philip List, Leiter des Financial Life Park.
Wer Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit Geld begleiten möchte, findet im kostenlosen FLiP Taschengeldleitfaden praktische Unterstützung. Der Leitfaden bietet altersgerechte Orientierungshilfen zur Taschengeldhöhe, erklärt zentrale Grundsätze wie regelmäßige Auszahlung und freie Verfügbarkeit des Taschengelds und beantwortet häufige Fragen von Eltern und Erziehungsberechtigten. Die Empfehlungen sind Teil des kostenlosen Bildungsangebots des FLiP zur Förderung der Finanzbildung junger Menschen.
Financial Life Park und die wirtschaftliche Kompetenz junger Menschen
Der Financial Life Park (FLiP) am Erste Campus in Wien ist ein Ort zur innovativen Vermittlung von wirtschaftlichen und finanziellen Themen an junge Menschen und ihr Umfeld. Der Fokus der Angebote liegt auf praxisnahem Wissen sowie wichtigen Kompetenzen rund um das individuelle Geldleben und in der Vermittlung von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Die an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichteten Inhalte sind wertneutral, kostenfrei und inklusiv nach neuesten didaktischen Erkenntnissen erstellt (economy berichtete mehrfach).
Die Objektivität all dieser Inhalte wird durch einen wissenschaftlichen Experten-Beirat gesichert. Mitglieder sind dabei etwa die Universität Wien, Fairer Finance, die Stanford University oder die Hertie School of Governance. Angebote des FLiP umfassen Touren in Wien, den FLiP2Go Bus, verschiedene Workshop-Formate und eine große Anzahl an analogen sowie digitalen Lehr- und Lernmaterialien. (red/laucz)