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Kein Infla­ti­ons­aus­gleich bei Gehalt und Wechselwünsche

In Öster­reich hat jeder dritte Arbeit­neh­mer kei­nen Infla­ti­ons­aus­gleich erhal­ten. Und jede oder jeder Fünfte will bald Job wech­seln, so Ergeb­nisse aus aktu­el­ler Stu­die des Per­so­nal­dienst­leis­ters Ranstad.

Der inter­na­tio­nale Per­so­nal­dienst­leis­ter Rand­stad hat in der reprä­sen­ta­ti­ven Stu­die „Employer Brand Rese­arch 2024“ auch heuer wie­der rund 4.400 Arbeitnehmer:innen in Öster­reich zu den wich­tigs­ten Fak­to­ren bei der Wahl des Arbeit­ge­bers und erst­mals auch zum Thema „Infla­ti­ons­aus­gleich“ befragt. Hier hat jede:r Dritte vom Arbeit­ge­ber keine Unter­stüt­zung zur Bewäl­ti­gung der stei­gen­den Lebens­hal­tungs­kos­ten erhal­ten. Und: Jede:r Fünfte will in nächs­ter Zeit den Job wech­seln – bei jenen ohne Infla­ti­ons­aus­gleich sogar jede:r Zweite. 

Die reprä­sen­ta­tive Employer Bran­ding-Stu­die wurde laut Anga­ben welt­weit in 32 Märk­ten durch­ge­führt. Für Öster­reich hat Rand­stad heuer 4.382 Arbeitnehmer:innen zwi­schen 18 und 65 Jah­ren befragt. Ein Bestand­teil dabei ist auch die Attrak­ti­vi­tät der 150 größ­ten Arbeit­ge­ber auf dem hei­mi­schen Markt. Die The­men „Gehalt und Bene­fits“ sind laut Erhe­bun­gen noch immer die wich­tigs­ten Kri­te­rien bei der Wahl des Arbeit­ge­bers. Unver­än­dert hoch bleibt die Wech­sel­wil­lig­keit der Österreicher:innen und das vor allem auf­grund zu gerin­ger Vergütung.

Jede:r Zweite ohne Infla­ti­ons­aus­gleich will bald Job wechseln
Im Rah­men der dies­jährigen Stu­die wurde erst­mals auch das Thema „Infla­ti­ons­aus­gleich“ abge­fragt. Jede:r Dritte gab dabei an, vom Arbeit­ge­ber kei­ner­lei Unter­stüt­zung zur Bewäl­ti­gung der stei­gen­den Lebens­hal­tungs­kos­ten erhal­ten zu haben. Män­ner (16 Pro­zent) und Arbeitnehmer:innen mit höhe­rem Bil­dungs­ni­veau (14) erhiel­ten häu­fi­ger eine voll­stän­dige Abde­ckung der stei­gen­den Kos­ten als Frauen (8) und Arbeitnehmer:innen mit nied­ri­gem und mitt­le­rem Bil­dungs­ni­veau (8 bzw. 10 Prozent). 

Dies setzt Arbeit­ge­ber unter Druck, da Beschäf­tigte emp­fäng­li­cher für bes­sere Gehalts- und Leis­tungs­an­ge­bote ande­rer Unter­neh­men wer­den. „Arbeitnehmer:innen ohne Infla­ti­ons­aus­gleich sind viel eher bereit, das Unter­neh­men zu wech­seln (50 Pro­zent) als wel­che mit teil­wei­ser oder voll­stän­di­ger Ent­schä­di­gung (35)“, erklärt Bjørn Too­nen, Mana­ging Direc­tor von Rand­stad Öster­reich. Die all­ge­meine Teue­rung wirkt sich nach wie vor stark auf die Gesamt­zu­frie­den­heit und Bin­dung der Mitarbeiter:innen aus. Eine zu nied­rige Ent­loh­nung wird wie­derum als Haupt­grund (38 Pro­zent) für den Abgang genannt.

Kluft zwi­schen aktu­el­lem und idea­lem Arbeitgeber
Bei der Recher­che nach neuen Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten ver­trauen die Arbeits­su­chen­den laut der Stu­die vor allem auf Job­platt­for­men (53 Pro­zent), das AMS (48), per­sön­li­che Kon­takte und Emp­feh­lun­gen (38) sowie auf Web­sites und Social Media-Auf­tritte der Unter­neh­men (35 Pro­zent). Bei den Platt­for­men ist karriere.at bei wei­tem am belieb­tes­ten, vor willhaben.at und jobs.com. Bei Social Media-Suchen wer­den vor allem Face­book und Insta­gram genutzt. Was das gesuchte Pro­fil des idea­len Arbeit­ge­bers betrifft, zeigt sich eine teils starke Dis­kre­panz zwi­schen den Leis­tun­gen, die der aktu­elle Arbeit­ge­ber tat­säch­lich bie­tet, und den Wün­schen der Arbeitnehmer:innen.

„Attrak­ti­ves Gehalt und Sozi­al­leis­tun­gen“ ran­giert als wich­tigs­ter Wunsch ganz oben auf der Top Ten-Liste, wäh­rend die­ser Fak­tor bei der Bewer­tung des der­zei­ti­gen Arbeit­ge­bers nur auf Platz neun lan­det. Zudem gehö­ren in der Wahr­neh­mung des Arbeit­ge­ber­an­ge­bots die „Arbeits­platz­si­cher­heit“, eine „ange­nehme Atmo­sphäre“, „Work-Life-Balance“ sowie die finan­zi­elle Gesund­heit zu den wich­tigs­ten Kri­te­rien für einen Wunsch-Arbeit­ge­ber. „Unter­neh­men sind gut bera­ten, diese Erkennt­nisse in den Auf­bau ihrer Arbeit­ge­ber­marke ein­flie­ßen zu las­sen und die Lücke zwi­schen Wunsch und Rea­li­tät rasch zu schlie­ßen“, emp­fiehlt Too­nen von Rand­stad Österreich.

Stei­ri­sche AVL List und viele OÖ-Betriebe als Top-Arbeit­ge­ber 2024
Beim Thema wel­che Unter­neh­men beson­ders anzie­hend auf Bewerber:innen wir­ken wie­der­holt AVL List aus Graz den Sieg aus dem Vor­jahr. Auf den wei­te­ren Plät­zen fol­gen Sie­mens, die Salz­bur­ger Por­sche Hol­ding, Infi­neon und BMW Öster­reich auf Platz 5. Damit domi­niert die Auto­mo­bil- und Zulie­fer­bran­che die ers­ten fünf Plätze. Dank BMW Öster­reich, FACC, Ordens­kli­ni­kum Linz, Rosen­bauer und Voest­al­pine (Plätze 5 bis 9) stellt Ober­ös­ter­reich heuer erst­mals die Hälfte der zehn Top-Arbeit­ge­ber – so viele wie kein ande­res Bundesland. 

Borea­lis lan­det auf Platz 10. „Die Unter­schiede in der Attrak­ti­vi­tät zwi­schen den Bran­chen der bes­ten Unter­neh­men sind jedoch rela­tiv gering. Das bedeu­tet, dass die Arbeit­ge­ber nicht nur inner­halb ihrer eige­nen Bran­che, son­dern oft­mals auch mit ande­ren Bran­chen kon­kur­rie­ren, wenn es darum geht, die talen­tier­tes­ten Fach­kräfte zu gewin­nen“, erläu­tert Bjørn Too­nen, Mana­ging Direc­tor von Rand­stad Österreich.

Autor: red/czaak
24.05.2024

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