
KI verändert auch den Hardwaremarkt
Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Rechenleistung und dazu die Preise für IT-Hardware. Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung einen strukturellen Wandel. Ein Expertenkommentar von Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T‑Systems Austria.
Wer heute IT-Hardware einkaufen will, braucht vor allem eines: gute Nerven. Nach Jahren vergleichsweise stabiler Preise geraten die Kosten für Speicher, Server und zunehmend auch klassische Endgeräte massiv unter Druck. Allein die Preise für Arbeitsspeicher sind 2025 um 166 Prozent gestiegen. Ein Gigabyte RAM kostet daher wieder so viel wie vor rund 16 Jahren. Das ist weit mehr als nur eine kurzfristige Preisschwankung.
Der Grund dafür liegt zu einem großen Teil in einem Boom, den man auf den ersten Blick nicht mit klassischen IT-Einkäufen in Verbindung setzen würde: Künstliche Intelligenz. Für das Training und den Betrieb leistungsfähiger KI-Modelle werden enorme Mengen an Rechenleistung, Speicher und Halbleitern benötigt. Die Nachfrage wächst dabei schneller, als neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden können.
Wenn Speicher knapp und Planung schwierig wird
Besonders deutlich zeigt sich das bei DRAM (Arbeitsspeicher / RAM) und NAND (SSD / Massenspeicher). KI-Server werden 2026 voraussichtlich rund 47 Prozent der DRAM-Umsätze ausmachen. Die Folgen sind bereits spürbar: steigende Preise, längere Lieferzeiten und immer kürzere Zeitfenster, in denen Hardware zu den ursprünglich kalkulierten Konditionen verfügbar ist.
Das verändert auch die Rolle der IT-Beschaffung. Hardware einzukaufen war lange Zeit eine relativ planbare Aufgabe: Bedarf ermitteln, Budget freigeben, Angebote vergleichen, bestellen. Dieses Modell funktioniert zunehmend schlechter. Wenn Preise innerhalb kurzer Zeit steigen und Verfügbarkeiten schwanken, bedeutet das für Unternehmen vor allem: Abwarten kann teuer werden. Eine vorausschauende Einkaufsplanung kann deshalb helfen, Preis- und Lieferkettenrisiken abzufedern. Gerade bei größeren Projekten lohnt es sich, den tatsächlichen Hardwarebedarf frühzeitig zu analysieren und Beschaffungsentscheidungen nicht erst dann zu treffen, wenn die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stößt.
Mehr Flexibilität durch die Cloud
Wer heute über geschäftskritische Daten, Anwendungen und KI-Workloads spricht, darf die Cloud-Frage nicht allein über den Preis beantworten. Datenschutz, Compliance, Verfügbarkeit und digitale Souveränität nehmen hier einen bedeutenden Stellenwert ein. Entscheidend ist deshalb die richtige Kombination aus eigener Hardware, Cloud und flexibel nutzbaren Ressourcen zu finden. T‑Systems Austria beweist mit lokalen Rechenzentren und Cloud-Lösungen wie der T Cloud, wie moderne Infrastruktur aussehen muss. Dabei geht es nicht nur um DSGVO-Konformität, sondern um digitale Unabhängigkeit.
Der Boom rund um Künstliche Intelligenz wird den Hardwaremarkt weiter verändern. Unternehmen können diese Entwicklung nicht steuern. Sie können aber darüber entscheiden, wie gut sie darauf vorbereitet sind. Wer Investitionen frühzeitig plant, Abhängigkeiten reduziert und Infrastruktur flexibel aufstellt, schafft sich genau das, was in einem volatilen Markt am wichtigsten ist: Handlungsspielraum. (Eduard Kowarsch ist Head of Cloud Services bei T‑Systems Austria).