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© TU Wien/Vereinstix

Kom­bi­nier­ter Schutz bei Corona und Daten

Zur Nach­ver­fol­gung von Kon­tak­ten sol­len bei Ver­an­stal­tun­gen Daten hin­ter­legt wer­den. Ein Team der TU Wien ent­wi­ckelt dafür eine Appli­ka­tion, die für maxi­ma­len Daten­schutz sor­gen soll.

Das Kul­tur- und Ver­eins­le­ben ist durch Corona deut­lich kom­ple­xer gewor­den. Bei Ver­an­stal­tun­gen sol­len Kon­takt­da­ten hin­ter­legt wer­den, damit man infor­miert wer­den kann, falls ein Corona-Fall auf­tritt. An der TU-Wien wurde nun die neue Soft­ware-Appli­ka­tion „ver­ein­s­tix“ ent­wi­ckelt, die eine ein­fa­chere und sichere Umset­zung gewähr­leis­ten soll, etwa eine Kon­takt­hin­ter­le­gung völ­lig unab­hän­gig vom Veranstalter. 

„Man muss keine App instal­lie­ren, sich nir­gendwo anmel­den, und nichts dafür bezah­len. Es genügt, einen QR-Code zu scan­nen und eine belie­bige Kon­takt­mög­lich­keit anzu­ge­ben. Auch für Ver­eine ist „ver­ein­s­tix“ gra­tis. Sie bekom­men durch das Tool die Mög­lich­keit Online-Tickets zu ver­kau­fen, Reser­vie­run­gen zu ver­wal­ten und elek­tro­nisch Tickets zu kon­trol­lie­ren“, so die TU-Wien in einer Aussendung.

For­schungs­exper­tise und unter­neh­me­ri­schem Praxiswissen
„Manch­mal muss man sich damit ein­ver­stan­den erklä­ren, geor­tet zu wer­den, oder seine Daten für Mar­ke­ting­zwe­cke zur Ver­fü­gung zu stel­len. Wir woll­ten das alles nicht und haben daher über­legt, wie man eine Lösung ent­wi­ckeln kann, die mit einem Mini­mum an Infor­ma­tion und Auf­wand aus­kommt und ein Maxi­mum an Daten­schutz gewähr­leis­tet“, erläu­tert Sophie Grün­ba­cher vom Insti­tut für Logic and Com­pu­ta­tion der TU Wien. Grün­ba­cher ist auch Unter­neh­me­rin und Eigen­tü­me­rin des Online-Ticket-Anbie­ters „Abso­lut Ticket“.

Auf Basis von For­schungs­exper­tise und unter­neh­me­ri­schem Pra­xis­wis­sen ent­stand dann ver­ein­s­tix als Platt­form für „ein­fa­ches Cont­act-Tra­cing.“ Anga­ben zufolge ver­wen­det die neue Appli­ka­tion keine Coo­kies und die Kon­takt­da­ten wer­den über eine hoch­ge­si­cherte Ver­bin­dung auf einen Ser­ver in Wien über­tra­gen, daher gel­ten die öster­rei­chi­schen Daten­schutz­re­geln. Nach 28 Tagen wer­den die Daten gelöscht. Daten wer­den nur vom User zu ver­ein­s­tix über­mit­telt, der Ver­an­stal­ter kommt zu kei­nem Zeit­punkt an die Daten.

Ver­eins­le­ben in Coron-Zeiten 
Ver­eine, die „ver­ein­s­tix“ nut­zen wol­len, müs­sen sich anmel­den und kön­nen dann ent­spre­chend Reser­vie­run­gen, Kar­ten­ver­kauf sowie die Ticket­kon­trolle beim Ein­lass abwi­ckeln. „Wir alle wün­schen uns trotz COVID-19 einen mög­lichst nor­ma­len All­tag, und da gehört auch ein Ver­eins­le­ben dazu“, betont Sophie Grün­ba­cher. „Mit unse­rem Gra­tis-Tool wol­len wir für mehr Sicher­heit sor­gen – sowohl in Hin­blick auf unsere Daten als auch in Bezug auf COVID-19.“

Nor­ma­ler­weise beschäf­tigt sich das TU-Team mit kom­ple­xen tech­ni­schen Lösun­gen, etwa im Bereich der künst­li­chen Intel­li­genz. „In die­sem Fall woll­ten wir die Lösung aller­dings so ein­fach wie mög­lich hal­ten“, sagt Sophie Grün­ba­cher. „Viel­leicht ist das auch für andere Soft­ware-Anbie­ter ein Denk­an­stoß, nicht immer mehr Daten ein­zu­for­dern, als man aus tech­ni­scher Sicht wirk­lich unbe­dingt benötigt.“

Autor: red/czaak
21.09.2020

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