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Kon­junk­tur­som­mer in Österreich

Die Indus­trie rech­net mit einem Kon­junk­tur­auf­schwung in Öster­reich, das zeigt das aktu­elle Kon­junk­tur­ba­ro­me­ter für das 1. Quar­tal 2017.

Das IV-Kon­junk­tur­ba­ro­me­ter erreicht ein Sechs-Jah­res-Hoch. Noch bes­sere Werte wur­den zuletzt im Som­mer 2011 ver­zeich­net. Der Mit­tel­wert aus den Beur­tei­lun­gen der gegen­wär­ti­gen Geschäfts­lage und der Geschäfts­lage in sechs Mona­ten legt von +29 Punk­ten auf +34 Punkte zu.
Für einen robus­ten Auf­schwung der hei­mi­schen Indus­trie spricht ers­tens die güns­tige Kon­stel­la­tion, dass zum ers­ten Mal seit drei Jah­ren wäh­rend zwei auf­ein­an­der fol­gen­der Quar­tale sowohl der Indi­ka­tor der aktu­el­len Geschäfts­lage (+48 Punkte nach +41 Punk­ten) als auch jener der Geschäfts­er­war­tun­gen (+21 Punkte nach +17 Punk­ten) nach oben weist. Zwei­tens hat der Auf­schwung an Breite gewon­nen – nur noch jedes sie­ben­und­drei­ßigste Unter­neh­men berich­tet von einer schlech­ten Geschäfts­lage, wäh­rend sel­bi­ges noch vor einem hal­ben Jahr auf jedes neun­zehnte Unter­neh­men zutraf.

Die Pes­si­mis­ten und die Optimisten
Den­noch fin­det sich drit­tens keine Spur von Jubel­stim­mung, die auf ein kon­junk­tu­rel­les Über­schie­ßen hin­deu­ten könnte. Denn auf Sicht von sechs Mona­ten schät­zen unver­än­dert drei Vier­tel der Respon­den­ten aus der Indus­trie den Geschäfts­gang als gleich­blei­bend ein, wäh­rend sich der Anteil der Opti­mis­ten, die eine wei­tere Ver­bes­se­rung erwar­ten, zu Las­ten der Pes­si­mis­ten kaum mehr, näm­lich um nur noch zwei Pro­zent­punkte, erhöht hat.
Die Ent­wick­lung der Gesamt­auf­trags­be­stände deu­tet eine Fort­set­zung des Auf­schwun­ges zumin­dest bis in den Som­mer hin­ein an. Zum nun­mehr drit­ten Mal in Folge nach zuvor fünf Quar­ta­len mit kon­se­ku­ti­ven Rück­gän­gen neh­men diese aber­mals von +46 Punk­ten auf +52 Punkte zu. Im Gleich­lauf wei­ten sich auch die Aus­lands­auf­träge aus, die von +42 Punk­ten auf +48 Punkte zulegen.

Sorge um qua­li­fi­zierte Arbeitsplätze
Nach der infolge einer anzie­hen­den Auf­trags­lage deut­li­chen Expan­sion der Pro­duk­ti­ons­tä­tig­keit im Vor­quar­tal neh­men die Unter­neh­men das Tempo ihrer Pro­duk­ti­ons­aus­wei­tung nun­mehr leicht zurück. Der sai­son­be­rei­nigte Wert auf Sicht eines Quar­tals geht von +22 Punk­ten auf +20 Punkte zurück. Die Auf­hel­lung des Stim­mungs­bil­des wirkt sich bei der Ein­stel­lungs­nei­gung der Unter­neh­men am stärks­ten aus.
Der Saldo für den Beschäf­tig­ten­stand erhöht sich sprung­haft von +7 Punk­ten auf +25 Punkte. War im Vor­quar­tal ein im Ver­gleich zum kon­junk­tu­rel­len Momen­tum eher unter­kühl­ter Befund fest­zu­stel­len, wurde diese Lücke nun­mehr geschlos­sen. Der über die letz­ten Jahre hin­weg aus Sorge vor einem Man­gel an qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten nicht kon­junk­tur­kon­forme, sys­te­ma­tisch leicht über­höhte Beschäf­tig­ten­stand wurde durch den ein­set­zen­den Auf­schwung im Vor­quar­tal absor­biert, sodass nun­mehr knapp jedes dritte Unter­neh­men zusätz­li­che Beschäf­tigte auf­zu­neh­men plant. Daher sollte nicht nur die Beschäf­ti­gung in Öster­reich in den kom­men­den Mona­ten wei­ter zuneh­men, son­dern auch die Arbeits­lo­sig­keit spür­bar zurückgehen.

Autor: red/stem/mich
01.05.2017

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