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Kriege und Kli­ma­wan­del und Krankheit

Med Uni Inns­bruck publi­ziert mit Post-Covid-Kin­der­stu­die eine der umfang­reichs­ten Erhe­bun­gen zu Belas­tun­gen jun­ger Men­schen. Rund 2.240 Eltern und Kin­der und Jugend­li­che wur­den von 2023 bis 2025 zur psy­chi­schen Gesund­heit befragt. Seit 2020 mit Start der ers­ten Stu­die waren es in Summe über 6.700 Situationsanalysen.

Ende 2025 ist eine der größ­ten Stu­dien zur Belas­tung von Kin­dern und Jugend­li­chen zu Ende gegan­gen. Im Rah­men der Post-Covid-Kin­der­stu­die haben in Tirol 1.562 Eltern Fra­gen zur psy­chi­schen Gesund­heit ihrer Kin­der im Alter von drei bis 14 Jah­ren beant­wor­tet. Auch 680 Kin­der ab dem 8. Lebens­jahr sind dazu befragt wor­den. Die vom Land Tirol finan­zierte und von der Medi­zin Uni Inns­bruck durch­ge­führte For­schungs­ar­beit zeigt, dass sich zehn Pro­zent der 7- bis 13-Jäh­ri­gen in Tirol stark belas­tet füh­len. Dar­über hin­aus wurde auch eine Methode zur Stär­kung der Resi­li­enz posi­tiv evaluiert.

Höchs­ten Belas­tungs­werte im Kon­text der Pandemie

Die Aus­wer­tung der Post-Covid-Kin­der­stu­die liegt nun vor. Die größte Sorge berei­ten den Kin­dern in Tirol die Kriege, der Kli­ma­wan­del, Krank­hei­ten und am wenigs­ten die Armut. Das sind die Ergeb­nisse der letz­ten Befra­gung von 262 Kin­dern im Rah­men der Post-Covid-Kin­der­stu­die, die von 2023 bis 2025 zu drei Mess­zeit­punk­ten die psy­chi­sche Gesund­heit und Resi­li­enz von Kin­dern im Alter von 3 bis 17 Jah­ren unter­sucht hat. „Rund zehn Pro­zent der Kin­der und Jugend­li­chen in Tirol füh­len sich aktu­ell stark belas­tet“, erklärt Sil­via Exenberger. 

Die kli­ni­sche Gesund­heits­psy­cho­lo­gin hat die Post-Covid- Kin­der­stu­die gelei­tet, die an der Univ.-Klinik für Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie durch­ge­führt wurde. Die Unter­su­chung ist die größte For­schungs­ar­beit zur Belas­tung von Kin­dern und Jugend­li­chen in Tirol seit 2020. „Die höchs­ten Belas­tungs­werte erga­ben sich im Kon­text der Pan­de­mie im Win­ter 2021/22. Im Som­mer 2022 gab es eine Ent­span­nung und im Herbst 2023 stell­ten wir erneut eine Erhö­hung fest, mög­li­cher­weise durch die Sorge über wei­tere Lock­downs und neue Erkran­kungs­wel­len“, erläu­tert Exenberger. 

Eltern und Bezugs­per­so­nen sol­len ent­spre­chend intervenieren

Danach wur­den abneh­mende Werte regis­triert und mitt­ler­weile hat die Angst vor einem Krieg die Sorge vor Covid abge­löst. Die Exper­ten stell­ten fest, dass die Sorge der Kin­der und Jugend­li­chen um andere grö­ßer ist, als um sich selbst. „Das ist sehr typisch für Kin­der“, ergänzt Kath­rin Seve­cke, Direk­to­rin der Uni Kli­nik für Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie. Die Ergeb­nisse der Stu­die seien auch ein kla­rer Auf­trag an die Erwach­se­nen. „Gerade in unsi­che­ren Zei­ten ist es wich­tig, dass Eltern und Bezugs­per­so­nen ent­spre­chend inter­ve­nie­ren und die Kin­der sowie Jugend­li­chen unter­stüt­zen“, betont Sil­via Exenberger. 

Eine Mög­lich­keit ist den Exper­ten zufolge, die Krea­ti­vi­tät zu för­dern. „Das macht Kin­der fle­xi­bler“, so Exen­ber­ger. Kon­krete Tipps und Hil­fe­stel­lun­gen, was Eltern für ihre Kin­der tun kön­nen, wer­den auch im Rah­men des Pod­casts „Frag die Medi­zin“ der Med Uni Inns­bruck ver­mit­telt. Aktu­ell läuft die Folge zum Thema „Resi­li­enz bei Kin­dern – Was macht Kin­der stark?“ (Anm. über die Web­site der Med Uni Inns­bruck und auf allen gän­gi­gen Podcast-Plattformen).

Gestärkte Resi­li­enz von Kin­dern und Jugendlichen

Resi­li­enz bezeich­net dabei die Fähig­keit, Kri­sen zu bewäl­ti­gen und gestärkt aus schwie­ri­gen Situa­tio­nen her­vor­zu­ge­hen. Im Zuge der Post-Covid-Kin­der­stu­die wurde daher auch eva­lu­iert, wie Eltern, Päd­ago­gen und andere erwach­sene Bezugs­per­so­nen Kin­der und Jugend­li­che stär­ken kön­nen. Dafür wurde das Ange­bot eines Resi­li­en­z­trai­nings an alle Schu­len und Kin­der­gär­ten in Tirol aus­ge­schickt, an dem Eltern und die Päd­ago­gen selbst teil­neh­men konn­ten. Über 800 Teil­neh­mende haben die­ses Ange­bot angenommen. 

„Wir haben über die Stu­di­en­ergeb­nisse infor­miert, Hin­ter­grund­wis­sen zum Thema Resi­li­enz ver­mit­telt und fünf prak­ti­sche Übun­gen zur direk­ten Anwen­dung vor­ge­stellt“, erklärt Gesund­heits­psy­cho­lo­gin Sil­via Exen­ber­ger. In der Pra­xis zeigte sich, dass hier die Übung „Crea­tive Fri­end“ sehr geeig­net ist. Diese Übung hilft, neue Per­spek­ti­ven auf ein Pro­blem zu ent­wi­ckeln. Dabei stellt sich eine Per­son vor, eine krea­tive Freun­din oder ein krea­ti­ver Freund würde das Pro­blem hören und spon­tan Ideen vor­schla­gen. Aus die­ser gedank­li­chen Per­spek­tive ent­ste­hen oft uner­war­tete Lösungsansätze. 

Auch im inter­na­tio­na­len Ver­gleich quan­ti­ta­tiv wie qua­li­ta­tiv umfassend

Die Übung zeigt, dass ein Per­spek­ti­ven­wech­sel hel­fen kann, fest­ge­fah­rene Denk­mus­ter zu lösen. „Das ist eines der zen­tra­len Ergeb­nisse der Post-Covid-Kin­der­stu­die. Wir konn­ten zei­gen, dass die Resi­li­enz der Kin­der, die diese Übung gemacht haben, signi­fi­kant höher war als jene in der Kon­troll­gruppe“, erklärt Sil­via Exen­ber­ger, kli­ni­sche Gesund­heits­psy­cho­lo­gin und Lei­te­rin der Post-Covid- Kin­der­stu­die an der der Inns­bru­cker Univ.-Klinik für Kin­der- und Jugendpsychiatrie.

Die in Tirol durch­ge­führ­ten Stu­dien sind auch im inter­na­tio­na­len Ver­gleich sowohl quan­ti­ta­tiv wie auch qua­li­ta­tiv inhalt­lich über­aus umfas­send. Über Initia­tive von Ärz­ten und Land Tirol wurde bereits im Juni 2020 (Anm. bereits rund sechs Monate nach Beginn von Corona) mit ent­spre­chen­den Erhe­bun­gen begon­nen. Diese soge­nannte Covid-19-Kin­der­stu­die lief dann bis Dezem­ber 2022. In die­sem Zeit­raum beant­wor­te­ten 3.640 (!) Eltern und 846 (!) Kin­der (ab 8 Jah­ren) die Fra­gen der Exper­ten (eco­nomy berichtete).

„Psy­chi­sche Gesund­heit unse­rer Kin­der hat für mich oberste Priorität“

Die zweite Welle lief dann als Post-Covid-Kin­der­stu­die von Juni 2023 bis Dezem­ber 2025 mit den ange­führ­ten 1.562 Eltern und 680 Kin­dern (ab 8 Jah­ren und inkl. 122 Jugend­li­chen im Alter von 13 bis 17 Jah­ren). Die The­men­ge­biete beinhal­te­ten die Berei­che Ängste, gestör­tes Sozi­al­ver­hal­ten, Depres­sion, Trauma bzw. Belas­tungs­sym­ptome und Resi­li­enz. Das Land Tirol unter­stützte beide Stu­di­en­zeit­räume laut Anga­ben mit in Summe 407.000 Euro.

„Die psy­chi­sche Gesund­heit unse­rer Kin­der und Jugend­li­chen hat für mich als Gesund­heits­lan­des­rä­tin oberste Prio­ri­tät. Tirol inves­tiert daher gezielt in Men­tal-Health-For­schung – ein­schließ­lich der Post-Covid-Kin­der­stu­die der Med Uni Inns­bruck“, unter­streicht Cor­ne­lia Hagele, ver­ant­wort­li­che Lan­des­rä­tin in Tirol. „Die Ergeb­nisse hel­fen uns, die Ver­sor­gung in Tirol zu ver­bes­sern. Neben prä­ven­ti­ven Ange­bo­ten wie Resi­li­en­z­trai­nings bauen wir auch die regio­nale Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie aus, etwa mit mehr sta­tio­nä­ren Plät­zen und zusätz­li­chen Kapa­zi­tä­ten in Hall, Zams und St. Johann in Tirol“, so die Tiro­ler Lan­des­rä­tin Hagele. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
14.05.2026

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