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© pexels/tara winstead

Künst­li­che Intel­li­genz und die Medienwelt

Ein Sym­po­sium zum Thema Medi­en­ethik an der FH St. Pöl­ten beleuch­tete aktu­elle tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen und etwa­ige ethi­sche Beden­ken durch den Ein­satz von Künst­li­cher Intelligenz.

Künst­li­che Intel­li­genz (KI) bie­tet umfan­grie­che Mög­lich­kei­ten, Medien und Gesell­schaft zu ver­än­dern. Bei­spiele hier­für sind KI und jour­na­lis­ti­sche Arbeit, wie etwa auto­ma­ti­sierte Con­tent­ver­ar­bei­tung und ‑ver­brei­tung, neue Geschäfts­mo­delle, etwa via digi­tale Platt­for­men, auto­nome KI-Ent­schei­dun­gen, etwa über Per­so­nal­ein­stel­lun­gen oder die Aus­wahl von Con­tent sowie KI-gene­rierte Bil­der und soge­nannte Deep-Fake-Videos.

Das jähr­li­che For­schungs- und Lehr­sym­po­sium „Medi­en­ethik“ der Fach­hoch­schule St. Pöl­ten wid­mete sich nun die­ses Jahr dem Thema „Aktu­elle Ent­wick­lun­gen von KI in der Medi­en­land­schaft“. Es beleuch­tete aktu­elle tech­no­lo­gi­sche Mög­lich­kei­ten und mög­li­che (auch ethi­sche) Beden­ken beim Ein­satz von künst­li­cher Intel­li­genz (KI) in Medien. Eco­nomy bringt nach­fol­gend eine Zusam­men­fas­sung der ein­zel­nen Sicht­wei­sen und Erör­te­run­gen. Das Sym­po­sium Medi­en­ethik ist eine Koope­ra­tion des Depart­ments Medien & Digi­tale Tech­no­lo­gien der FH St. Pöl­ten und des IMEC (Inter­di­sci­pli­nary Media Ethics Centre).

Michael Lit­schka von der FH St. Pölten
„Es gibt unzäh­lige Fra­gen, die im Zusam­men­hang mit KI und Medien noch zu klä­ren sind : Wie kom­men wir mit Fake News zurecht ? Wie schüt­zen wir Kin­der und Jugend­li­che ? Wie gehen wir mit KI-pro­du­zier­ten Inhal­ten (z. B. Kunst­wer­ken) recht­lich und ethisch um ? Wol­len wir Ava­tare als Nach­rich­ten­spre­cher und künst­lich erzeugte Radio­stim­men?“, sagt Michael Lit­schka, Lei­ter der For­schungs­gruppe Media Busi­ness der FH St. Pöl­ten. „Wel­che Ent­schei­dun­gen dür­fen Algo­rith­men beden­ken­los tref­fen, und wann sind Men­schen ein­zu­bin­den?“, so Lit­schka, der auch Orga­ni­sa­tor des Sym­po­si­ums war.

Katja Büh­ler vom For­schungs­zen­trum VRVis
Um Ant­wor­ten zu fin­den, dis­ku­tier­ten Exper­ten auch mit dem Publi­kum. „Visu­elle Medien sind effek­tive Mit­tel der Kom­mu­ni­ka­tion : Ein Bild sagt mehr als tau­send Worte. Der Ruf nach einem ethi­schen Umgang mit visu­el­ler Kom­mu­ni­ka­tion ist nicht neu, bekommt aber im Zeit­al­ter der künst­li­chen Intel­li­genz eine neue Dimen­sion“, so Katja Büh­ler, wis­sen­schaft­li­che Lei­te­rin des COMET-For­schungs­zen­trums VRVis. „Das umfasst bei­spiels­weise Fra­gen zum geis­ti­gen Eigen­tum für KI-gene­rier­tes Bild­ma­te­rial bis hin zu fun­da­men­ta­len Fra­gen der Ver­trau­ens­wür­dig­keit“, betonte Bühler.

Petra Her­c­zeg von der Uni Wien
“Es gibt nicht nur eine Form der Ver­wen­dung von KI-Tools, son­dern viel­fäl­tige Nut­zungs­mög­lich­kei­ten, die dazu füh­ren, dass junge Men­schen hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen Eupho­rie und Skep­sis mit den unter­schied­li­chen Tools umge­hen“, sagt Petra Her­c­zeg, Stu­di­en­pro­gramm­lei­te­rin am Insti­tut für Publi­zis­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft der Uni Wien. „Für den Jour­na­lis­mus braucht es Auf­klä­rung über Algo­rith­men und (digi­tale) Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz der Jugend­li­chen muss gestärkt wer­den, im Sinne einer inklu­si­ven, gerech­ten und auf­ge­klär­ten Gesell­schaft“, so Herczeg.

Katha­rina Schell von der APA
„Es besteht kein Zwei­fel daran, dass KI-Tech­no­lo­gien die Art, wie wir Medien und Jour­na­lis­mus machen, ver­än­dern wer­den. Es liegt aber an uns, die­sen Wan­del aktiv mit­zu­ge­stal­ten. Es braucht viel Wis­sen um die Tech­no­lo­gie, ihre Gren­zen und Poten­ziale sowie eine stra­te­gi­sche Ein­ord­nung. Erst dann kann ent­schie­den wer­den : Was ist sinn­voll – und was ein No Go“, betont Katha­rina Schell, stv. Chef­re­dak­teu­rin für Digi­ta­li­sie­rung & Inno­va­tion bei der Aus­tria Presse Agen­tur (APA).

Wolf­gang Stru­ber von der RTR
“KI ermög­licht neue For­men der Inhalts­pro­duk­tion, ‑ver­tei­lung und ‑ana­lyse. Das bedeu­tet auch neue ethi­sche Her­aus­for­de­run­gen. Es ist ent­schei­dend, dass der Ein­satz von KI in den Medien jour­na­lis­ti­sche Prin­zi­pien wie Ver­ant­wort­lich­keit, Trans­pa­renz, Fair­ness, Sorg­falts- und Wahr­heits­pflich­ten und die Wah­rung der Men­schen­würde, aber auch den Daten­schutz berück­sich­tigt“, unter­streicht Wolf­gang Stru­ber, Geschäfts­füh­rer der RTR für den Bereich Medien. „Nur so kön­nen wir sicher­stel­len, dass die Vor­teile der KI genutzt wer­den, ohne gesell­schaft­li­che Grund­werte und das Ver­trauen in die Medien zu gefähr­den“, ergänzt Struber.

André Wolf von Mimikama
„KI eröff­net uns Türen zu unge­ahn­ten Mög­lich­kei­ten der Con­tent-Erstel­lung, birgt jedoch auch das Risiko einer undurch­sich­ti­gen Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung oder ihrer mani­pu­la­tiv ein­setz­ba­ren Ergeb­nisse. Wir soll­ten dar­auf zie­len, dass diese Tech­no­lo­gie die mensch­li­che Per­spek­tive erwei­tert, statt sie zu erset­zen“, so André Wolf, Pres­se­spre­cher von Mimi­kama, dem Ver­ein zur Auf­klä­rung über Inter­net­miss­brauch. „Letzt­lich ist es die Ver­ant­wor­tung von uns allen, ein Gleich­ge­wicht zwi­schen tech­no­lo­gi­schem Fort­schritt und ethi­scher Inte­gri­tät zu wah­ren“, erör­tert Wolf.

Autor: red/czaak
19.03.2024

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