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© pexels/nicola barts

Kurz­ar­beit und Preis­ni­veau blei­ben niedrig

Das deut­sche ifo Insti­tut ermit­telt regel­mä­ßig rele­vante Zah­len zum Stand­ort Deutsch­land. Aktu­ell wur­den im Kon­text mit Wirt­schafts­ent­wick­lung und Infla­tion Daten zum Thema Kurz­ar­beit und Preis­ent­wick­lung erhoben.

Das in Mün­chen (D) ansäs­sige ifo Insti­tut schaut sich kon­ti­nu­ier­lich die Ent­wick­lung der deut­schen Wirt­schaft nach wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­rien an. Zuletzt wur­den die The­men Auto­mo­tive und Lie­fer­ket­ten beleuch­tet (eco­nomy berich­tete), nun geht es um die Berei­che Kurz­ar­beit und Arbeits­markt sowie um die Ent­wick­lung bei den Prei­sen mit der damit ver­bun­de­nen Ein­schät­zung der Inflation.

Die Zahl der Kurz­ar­bei­ten­den ist im Dezem­ber fast unver­än­dert geblie­ben. Aktu­ell sind es 186.000 Men­schen, nach 188.000 im Novem­ber, so die ifo-Erhe­bun­gen auf Grund­lage der Zah­len der Deut­schen Bun­des­agen­tur für Arbeit. Die­ser Wert ent­spricht 0,6 Pro­zent der Beschäf­tig­ten. „Dass die Kurz­ar­beit auf nied­ri­gem Niveau bleibt, scheint ein Hin­weis dar­auf zu sein, dass die erwar­tete Win­ter-Rezes­sion sehr mild aus­fällt“, kom­men­tiert Sebas­tian Link, For­scher beim ifo-Institut. 

Hohe Anteile bei Papier- und Tex­til­in­dus­trie, gerin­gere Werte bei Che­mie und Pharma
Hohe Anteile bei der Kurz­ar­beit gab es in der Papier‑, Leder- und Tex­til­in­dus­trie mit 4,5 Pro­zent oder 16.000 Per­so­nen. Es folgt die Auto­bran­che mit exakt 4 Pro­zent oder 38.000 Men­schen. 3,2 Pro­zent oder 9.000 Beschäf­tigte waren es in der Metall­erzeu­gung. Bei Metall­pro­duk­ten waren es 3 Pro­zent oder 25.000 Men­schen. Danach fol­gen Che­mie und Pharma mit 2,6 Pro­zent oder 23.000 Men­schen und die Dru­cke­reien mit 2,5 Pro­zent bzw. 3.000 Menschen.

„Im Ver­gleich zu den Coro­na­win­tern ist das Niveau der Kurz­ar­beit sehr gering“, ergänzt Sebas­tian Link. Im Dezem­ber 2021 lag die Gesamt­zahl bei 770.000 Kurz­ar­bei­ten­den oder 2,3 Pro­zent. Beim Höchst­stand im April 2020 waren es sogar 6 Mil­lio­nen oder 17,8 Pro­zent. Kurz­ar­beit kommt vor allem bei Auf­trags­man­gel vor. Beschäf­tigte erhal­ten dann Kurz­ar­bei­ter­geld für die aus­fal­len­den Stunden.
Weni­ger Fir­men wol­len ihre Preise erhöhen

Beim Thema Preis­ent­wick­lung zei­gen die ifo-Erhe­bun­gen, dass weni­ger Unter­neh­men als im Vor­mo­nat pla­nen, ihre Preise zu erhö­hen. Die ifo Preis­er­war­tun­gen san­ken für die Gesamt­wirt­schaft im Dezem­ber auf 40,3 Punkte, von 46,2 im Novem­ber. Im Ver­ar­bei­ten­den Gewerbe und Bau­ge­werbe gehen die Preis­er­war­tun­gen am kräf­tigs­ten zurück, von über 53 auf 42 bzw. von etwas über 38 auf knapp über 28 Punkte. 

Auch im Han­del und bei den Dienst­leis­tern pla­nen immer weni­ger Unter­neh­men ihre Preise zu erhö­hen. Dort san­ken die Preis­er­war­tun­gen von rund 51 auf 42 bzw. von 41 auf 38 Punkte. „Damit dürfte sich der Anstieg der Erzeu­ger- und Ver­brau­cher­preise in den kom­men­den Mona­ten all­mäh­lich ver­lang­sa­men“, sagt Timo Woll­mers­häu­ser, Lei­ter der ifo Kon­junk­tur-Pro­gno­sen. Den gene­rel­len Infla­ti­ons­wert sieht Woll­mers­häu­ser aber wei­ter­hin hoch.

Preis­er­hö­hun­gen in Gas­tro­no­mie sowie Klei­der­han­del und bei Heimtextilien
Run­ter­ge­bro­chen auf die Bran­chen wer­den nach wie vor höhere Preis­an­he­bun­gen im Lebens­mit­tel-Ein­zel­han­del geplant, auch wenn die Ver­gleichs­werte zum Novem­ber gesun­ken sind. In der Gas­tro­no­mie pla­nen mehr Unter­neh­men Preis­an­he­bun­gen (63 nach 57) und glei­ches gilt für den Ein­zel­han­del mit Beklei­dung (53 nach 32) sowie mit Heim­tex­ti­lien und Tep­pi­chen (70 nach 48). 

Nach­ge­ben tun die Preis­er­war­tun­gen bei den Dro­ge­rien und im Spiel­wa­ren-Han­del, auf 72 von 91 bzw. auf 77 von 94 Punk­ten. Umfang­rei­chere Preis­sen­kun­gen plant ein­zig die Papier­in­dus­trie mit minus 28 nach minus 11. Die Punkte geben an, wie viel Pro­zent der Unter­neh­men per Saldo ihre Preise erhö­hen wol­len. Der Saldo ergibt sich, indem man vom pro­zen­tua­len Anteil der Unter­neh­men, die ihre Preise anhe­ben wol­len, den pro­zen­tua­len Anteil derer abzieht, die ihre Preise sen­ken wollen.

Autor: red/czaak
17.01.2023

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