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Donnerstag, 15.01.2026 | 13:33

Labor­ar­beit mit Mehrwert

In der Gen-Au-Sum­mer­school erhal­ten Jugend­li­che Ein­bli­cke in die Welt und Arbeits­weise der Wis­sen­schaft. Das Prak­ti­kum dient der ers­ten Kon­takt­auf­nahme mit natur­wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen und der geziel­ten Nach­wuchs­för­de­rung in einer zukunfts­träch­ti­gen Branche.

Grund­sätz­lich steckt in jeder Initia­tive, die es sich zur Auf­gabe macht, Jugend­li­che an das echte Arbeits­le­ben her­an­zu­füh­ren, gro­ßes Poten­zial. Umso mehr gilt das, wenn dies in Berei­chen geschieht, die hier­zu­lande als Schlüs­sel­dis­zi­pli­nen für zukünf­ti­gen Wohl­stand und Wett­be­werbs­fä­hig­keit gese­hen werden.
Eine davon ist die soge­nannte wis­sens­ba­sierte Bio­öko­no­mie (Know­ledge-Based Bio-Eco­nomy), und näher­ge­bracht wird diese inter­es­sier­ten Schü­le­rin­nen und Schü­lern ab dem 17. Lebens­jahr von den Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern des vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft und For­schung initi­ier­ten Genom­for­schungs­pro­gramm Gen-Au. Seit dem Jahr 2003 gibt es die Gen-Au-Sum­mer­school, die wäh­rend der Som­mer­mo­nate meh­rere Wochen lang Ein­bli­cke in bio­wis­sen­schaft­li­che und sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Insti­tu­tio­nen in ganz Öster­reich gewährt und die Jugendlichen
aktiv an der For­schungs­ar­beit teil­ha­ben lässt.

Gezielte Nach­wuchs­för­de­rung
Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen dabei, wie neues Wis­sen ent­steht und wie man recher­chiert. Sie über­neh­men Eigen­ver­ant­wor­tung, und sie ler­nen Wis­sen­schaft als Beruf, Genom­for­schung als aktu­el­les Wis­sen­schafts­ge­biet und Gen-Au als Wis­sen­schafts­pro­gramm ken­nen. Mar­kus Schmidt, Betreuer der Gen-Au-Sum­mer­school : „Es ist bekannt, dass sich junge Men­schen heute sel­te­ner für natur­wis­sen­schaft­li­che Fächer an den Unis inskri­bie­ren als frü­her. Die Initia­tive ver­sucht in die­ser Hin­sicht, die Lücke von der Schule zu den Unis bezie­hungs­weise der Berufs­wahl zu schlie­ßen. Unsere Auf­gabe ist es, die Aus­wir­kun­gen der neuen Bio­öko­no­mie auf und Inter­ak­tio­nen mit der Gesell­schaft und Umwelt zu erfor­schen und zu the­ma­ti­sie­ren. In der Sum­mer­school kön­nen sich Jugend­li­che ein ganz kon­kre­tes Bild von unse­rer Arbeit machen.“
Die Pra­xis gibt Schmidt recht. In vie­len Fäl­len war die Sum­mer­school eine Ent­schei­dungs­hilfe für die spä­tere Stu­di­en­wahl. Den Auf­takt zur Sum­mer­school bil­den Jahr für Jahr die soge­nann­ten Info­days, die in Wien, Graz und Inns­bruck statt­fin­den. Inter­es­sierte Schü­le­rin­nen und Schü­ler kom­men aus ganz Öster­reich ange­reist, um mit For­sche­rin­nen und For­schern zu dis­ku­tie­ren und sich für einen Prak­ti­kums­platz vor­mer­ken zu las­sen. Das Auf­nah­me­ver­fah­ren ist umfang­reich. Die Moti­va­ti­ons­schrei­ben der Bewer­ber wer­den zunächst von
einer Jury bewer­tet und gereiht. In einer zwei­ten Runde wird in einem per­sön­li­chen Gespräch zwi­schen Bewer­ber und Labor­be­treuer über die end­gül­tige Aus­wahl der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ent­schie­den. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind wäh­rend des Prak­ti­kums bei der jewei­li­gen Insti­tu­tion ange­mel­det und ver­si­chert und erhal­ten ein Taschen­geld in Höhe von 200 Euro. Im Rah­men des Prak­ti­kums berich­ten die Jugend­li­chen regel­mä­ßig über ihre For­schungs­ar­beit und ihre per­sön­li­chen Erleb­nisse und Ein­drü­cke in einem Web­log. Diese Ein­träge wer­den für die abschlie­ßende Prak­ti­kums­do­ku­men­ta­tion her­an­ge­zo­gen, wel­che von einer Jury bewer­tet wird. Die bes­ten Arbei­ten wer­den bei einem Abschluss-Event vor­ge­stellt und prämiert. 

Ambi­tio­nierte Aufgaben
Für heuer rech­nen die Orga­ni­sa­to­ren mit rund 100 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern, die von renom­mier­ten öster­rei­chi­schen Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern, dar­un­ter Josef Pen­nin­ger und Rudolf Zech­ner, betreut wer­den. Auf die Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten war­tet eine Viel­zahl von ambi­tio­nier­ten Auf­ga­ben. Schmidt : „In mei­ner Gruppe wird es um einen Bei­trag zum Pro­jekt ‚Cisyn­bio : Cinema and Syn­the­tic Bio­logy‘ gehen. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler wer­den gebe­ten, ihre Ideen und Vor­stel­lun­gen zu den Mög­lich­kei­ten, Chan­cen und Risi­ken der syn­the­ti­schen Bio­lo­gie fil­misch umzu­set­zen. Dabei sol­len reale wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Aspekte genauso berück­sich­tigt wer­den wie gesell­schaft­li­che Aspekte und Zugänge aus der Biokunst.“

Autor:
26.03.2010

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