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Laser­au­gen für das Auto

Infi­neon ent­wi­ckelt neue Schlüs­sel­tech­no­lo­gie für auto­nome Fahrzeuge. 

Das ver­netzte und auto­nome Fah­ren steht im Mit­tel­punkt, wenn es um Mobi­li­täts­kon­zepte der Zukunft geht. Als einer der füh­ren­den Chip­her­stel­ler für Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme lie­fert Infi­neon Mikro­elek­tro­nik-Lösun­gen für Radar, LiDAR und Kamera, die als Schlüs­sel­tech­no­lo­gien für das teil- und voll­au­to­ma­ti­sierte Fahr­zeug gel­ten. Die tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tion LiDAR (Light Detec­tion And Ran­ging) wird die bereits mas­sen­taug­li­chen Sys­teme Radar und Kamera im auto­no­men Fahr­zeug ergän­zen. Infi­neon ent­wi­ckelt nun am Stand­ort Graz neue Chips für diese Technologie. 
Radar- und Kame­ra­sys­teme sind heute bereits eta­bliert, mas­sen­taug­lich und grund­le­gende Basis für das teil- und voll­au­to­ma­ti­sierte Fah­ren. Um einen höhe­ren Grad an Auto­ma­ti­sie­rung (ab Stufe 3, siehe Erläu­te­run­gen unten) zu errei­chen, muss auch die Sen­so­rik im Auto ent­spre­chend erwei­tert wer­den. Die Tech­no­lo­gie in Rich­tung voll­au­to­ma­ti­sier­ter Fahr­zeuge ist LiDAR. LiDAR arbei­tet mit Laser­strah­len, um im Fern­be­reich des Fahr­zeugs Objekte zu erken­nen und den Abstand zu die­sen zu bestimmen.
 
Infi­neon als Inno­va­tor bei auto­no­men und ver­net­zen Fahrzeugen
„In Graz trei­ben wir neben Radar ein neues Inno­va­ti­ons­thema zur opti­schen Abstands­mes­sung bei Fahr­zeu­gen voran. Ziel ist, LiDAR zu einer preis­güns­ti­gen Option für jeden Neu­wa­gen welt­weit zu machen, wie es uns bei Radar gelun­gen ist“, erläu­tert Ste­fan Rohr­in­ger, Lei­ter des Infi­neon Ent­wick­lungs­zen­trums Graz.
An der Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gie auf Basis von MEMS (Mikro-Elek­tro-Mecha­ni­sche Sys­teme) wird par­al­lel dazu am Stand­ort Vil­lach geforscht. Infi­neon ver­fügt damit über Exper­tise in allen drei kom­ple­men­tä­ren Sen­sor­tech­no­lo­gien Radar, Kamera und LiDAR. „Mit die­sen Tech­no­lo­gien schaf­fen wir bei der Sen­so­rik im Auto die größt­mög­li­che Red­un­danz als Grund­lage für hohe Sicher­heit beim auto­no­men Fah­ren“, unter­streicht Rohringer.

Vor­teile halb­lei­ter­ba­sier­ter Systeme
In den nächs­ten Jah­ren sol­len erste LiDAR-Sys­teme in Ober­klasse-Fahr­zeu­gen zum Ein­satz kom­men. Dabei wer­den die Laser­strah­len aktu­ell noch durch z.B. mecha­nisch dre­hende Spie­gel aus­ge­rich­tet, wodurch die Sys­teme ver­hält­nis­mä­ßig sper­rig und teuer sind. Um sich als Stan­dard in allen Fahr­zeug­klas­sen zu eta­blie­ren, sind LiDAR-Sys­teme jedoch auf Grund­lage von minia­tu­ri­sier­ten Halb­lei­tern erfor­der­lich. Dadurch sol­len die Sys­teme deut­lich kom­pak­ter, preis­güns­ti­ger und robus­ter werden.
LiDAR arbei­tet mit Laser­strah­len im Infra­rot­be­reich, um im Fern­be­reich (bis zu 200 m) des Fahr­zeugs den Abstand zu Objek­ten zu bestim­men. Das Sys­tem misst Ent­fer­nun­gen sowohl zu ruhen­den als auch beweg­ten Objek­ten und lie­fert ein drei­di­men­sio­na­les Bild der Umge­bung. LiDAR stellt somit eine opti­male Ergän­zung für die bereits viel­fach in Fahr­as­sis­tenz­sys­te­men ein­ge­setz­ten Radar­sys­teme dar, die mit einer ande­ren Fre­quenz der elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len arbeiten. 

LiDAR schafft hoch­auf­lö­sende 360-Grad-Messung
„Mit LiDAR ist eine hoch­auf­lö­sende 360-Grad-Mes­sung für das voll­au­to­ma­ti­sierte Fahr­zeug mög­lich“, bestä­tigt Andreas Forou­tan, der bei Infi­neon in Graz für die Pro­dukt­gruppe LiDAR ver­ant­wort­lich ist. „Durch den kom­bi­nier­ten Ein­satz von LiDAR- und Radar-Sys­te­men wird eine noch bes­sere Umwelt­wahr­neh­mung erreicht und anspruchs­vol­lere Umge­bungs­be­din­gun­gen noch exak­ter erfasst“, so der Experte.
LiDAR-Sys­teme gibt es seit etwa 60 Jah­ren. Sie sind in der Indus­trie bei­spiels­weise in der Wind­ener­gie­bran­che sowie in der Luft- und Raum­fahrt wie etwa zur Mond- und Mars­ober­flä­chen­ab­tas­tung im Ein­satz. Nun setzt auch die Auto­mo­bil­in­dus­trie neben Kamera und Radar auf LiDAR als Schlüs­sel­kom­po­nente für das auto­ma­ti­sierte Fahren.
 
Assis­tenz­sys­teme für mehr Kom­fort und Sicherheit
Aktive Assis­tenz­sys­teme machen das Auto­fah­ren kom­for­ta­bler und siche­rer, etwa bei Fuß­gän­ger­erken­nung, Abstands­war­nung und auto­ma­ti­scher Not­brem­sung. Sie zäh­len zu den am schnells­ten wach­sen­den Anwen­dungs­be­rei­chen im Auto und sind grund­le­gend für das auto­ma­ti­sierte Fah­ren. Infi­neon lie­fert Schlüs­sel­kom­po­nen­ten für Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme, etwa für den Audi A8.
Laut Anga­ben von Infi­neon soll der A8 das welt­weit erste Seri­en­fahr­zeug sein mit Funk­tio­nen des auto­no­men Fah­rens der Stufe 3. Hier kön­nen Fah­rer die Hände stre­cken­weise vom Lenk­rad neh­men. Der A8 erlaubt dies bei­spiels­weise beim Ein- und Aus­par­ken, in zäh­flie­ßen­dem Ver­kehr oder im Stau. Dank Mikro­elek­tro­nik von Infi­neon kann ein Wagen sol­che Fahr­si­tua­tio­nen übernehmen. 

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Autor: red/czaak
27.04.2018

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