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© pexels/tima miroshnichenko

Lau­fend redu­zierte Nach­frage nach Wohnbaukrediten

Euro­raum­weite Umfrage über aktu­el­les Wohn-Kre­dit­ge­schäft mit Ergeb­nis­sen für Öster­reich. Stei­gende Zin­sen und unsi­chere Wirt­schafts­lage redu­zie­ren Nach­frage im pri­va­ten Bereich. Betriebe weit­ge­hend unverändert.

Die Nach­frage nach pri­va­ten Wohn­bau­kre­di­ten ist im drit­ten Quar­tal 2022 zurück­ge­gan­gen, sie ist im vier­ten Quar­tal 2022 zurück­ge­gan­gen – und sie dürfte, leicht abge­schwächt, auch im ers­ten Quar­tal 2023 zurück­ge­hen. Die stei­gen­den Zin­sen und die unsi­chere Wirt­schafts­lage sind die wesent­li­chen Gründe für diese Ent­wick­lung. Die Kre­dit­nach­frage von Unter­neh­men blieb im vier­ten Quar­tal 2022 weit­ge­hend unver­än­dert. Das zei­gen die aktu­el­len Ergeb­nisse der vier­tel­jähr­lich durch­ge­führ­ten Umfrage der Oes­ter­rei­chi­schen Natio­nal­bank (OeNB), wo alle grö­ße­ren Bank­in­sti­tute nach ihren Erfah­run­gen und Ein­schät­zun­gen gefragt werden.

Die Nach­frage nach Wohn­bau­kre­di­ten ist im vier­ten Quar­tal 2022 erneut zurück­ge­gan­gen, nach­dem sie bereits im drit­ten Quar­tal 2022 stark gesun­ken war. Für das erste Quar­tal 2023 gehen die befrag­ten Ban­ken von einem wei­te­ren, aber nur mehr leich­ten Rück­gang der Nach­frage aus. Damit geht eine lange Phase stei­gen­der Kre­dit­nach­frage abrupt zu Ende. Als wesent­li­che Gründe für den Nach­fra­ge­rück­gang wer­den stei­gende Zin­sen und die unsi­chere Wirt­schafts­lage genannt. Kre­dite sind teu­rer und weni­ger leist­bar gewor­den, ins­be­son­dere im der­zeit schwie­ri­gen Umfeld mit hoher Infla­tion und schwa­cher Konjunktur.

Nach­frage bei pri­va­ten Wohn­bau­kre­di­ten im gesam­ten zwei­ten Halb­jahr 2022 gesunken
Ange­bots­sei­tig blie­ben die bank­in­ter­nen Richt­li­nien für Wohn­bau­kre­dite im vier­ten Quar­tal 2022 weit­ge­hend unver­än­dert. Im drit­ten Quar­tal 2022 war es noch zu deut­li­chen Ver­schär­fun­gen gekom­men, die mit der Risi­ko­si­tua­tion und den neuen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen im Zuge der im August 2022 in Kraft getre­te­nen „Kre­dit­in­sti­tute-Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rungs­maß­nah­men-Ver­ord­nung“ begrün­det wur­den. Die Mar­gen für Wohn­bau­kre­dite blie­ben im vier­ten Quar­tal 2022 weit­ge­hend unver­än­dert und ver­har­ren damit wei­ter­hin auf dem Niveau von 2021.

Die Kre­dit­nach­frage von Unter­neh­men blieb im vier­ten Quar­tal 2022 weit­ge­hend unver­än­dert. Damit ist ein län­ge­rer Trend der stei­gen­den Nach­frage nach Unter­neh­mens­kre­di­ten im vier­ten Quar­tal 2022 zu einem Halt gekom­men. Die Ban­ken mel­den eine wei­ter hohe Nach­frage nach kurz­fris­ti­gen Kre­di­ten im vier­ten Quar­tal 2022, wäh­rend jene nach lang­fris­ti­gen Kre­di­ten gesun­ken ist. Die Nach­frage sei­tens gro­ßer Unter­neh­men ist im vier­ten Quar­tal 2022 weit­ge­hend unver­än­dert geblie­ben, jene sei­tens klei­ner und mitt­le­rer Unter­neh­men gesun­ken. Im Aus­blick auf das erste Quar­tal 2023 wird eine wei­ter­hin kaum ver­än­derte Gesamt­nach­frage erwar­tet und par­al­lel eine erneut rück­läu­fige Nach­frage nach lang­fris­ti­gen Krediten.

Expan­sive Nach­fra­ge­ent­wick­lung bei Unter­neh­mens­kre­di­ten im vier­ten Quar­tal 2022 gestoppt
Seit dem vier­ten Quar­tal 2021 ist der Finan­zie­rungs­be­darf für Lager­hal­tung und Betriebs­mit­tel der domi­nie­rende Grund für den Anstieg der Nach­frage ins­be­son­dere nach kurz­fris­ti­gen Kre­di­ten. Der lang­fris­tige Finan­zie­rungs­be­darf für Anla­ge­inves­ti­tio­nen war in den letz­ten bei­den Quar­ta­len sogar rück­läu­fig. Diese Ent­wick­lun­gen sind eine Folge des Ukraine-Kriegs und damit ver­bun­de­ner wirt­schaft­li­cher Ver­wer­fun­gen. Die Lie­fer­ket­ten­pro­bleme etwa gehen zwar zurück, die Erfah­run­gen der letz­ten Zeit ver­an­las­sen Unter­neh­men aber wei­ter­hin, vor­sorg­lich Lager­be­stände auf­zu­bauen, um pro­duk­ti­ons- und lie­fer­fä­hig zu bleiben. 

Umfas­sende Preis­stei­ge­run­gen haben gene­rell den Liqui­di­täts­be­darf der Unter­neh­men erhöht. Die unsi­chere wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung bzw. die Abküh­lung der Kon­junk­tur wir­ken hin­ge­gen dämp­fend auf die Nach­frage nach lang­fris­ti­gen Inves­ti­ti­ons­kre­di­ten. Die Ban­ken haben ihre Ange­bots­po­li­tik für Unter­neh­mens­kre­dite seit dem zwei­ten Quar­tal 2022 umfas­send ver­schärft – haupt­säch­lich auf­grund einer ungüns­ti­ge­ren Risi­ko­ein­schät­zung. Die bank­in­ter­nen Kre­dit­richt­li­nien wur­den stren­ger, die Mar­gen wur­den erhöht. Für das erste Quar­tal 2023 sind aber­mals stren­gere interne Richt­li­nien zu erwarten. 

Autor: red/czaak
14.02.2023

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