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Lebens­wis­sen­schaft für die Zukunft

Das Tiro­ler For­schungs­dienst­leis­tungs­zen­trum Cemit, 2007 gegrün­det, hat die Fäden zu zukunfts­ori­en­tier­ter Medi­zin und IT-For­schung in der Hand : Onco­ty­rol befasst sich mit per­so­na­li­sier­ter Krebs­for­schung, Age Tyrol mit Gesund­heits- und Alters­for­schung. Auch die Medi­zin­in­for­ma­tik spielt für die künf­tige Ent­wick­lung eine große Rolle

„Wir machen nicht Wald-und Wiesen‑, son­dern Life-Sci­ence-Pro­jekte“, gibt sich Phil­ipp Unter­holz­ner, einer der zwei Cemit-Geschäfts­füh­rer, selbst­be­wusst und glaubt daran, dass die aktu­elle Finanz­krise der Medi­zin-For­schung nur wenig anha­ben kann. Noch dazu, wenn sie von der FFG (Öster­rei­chi­sche For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft) bereits für die nächs­ten vier Jahre fix bud­ge­tiert ist.
Das Tiro­ler Cemit (Cen­ter for Excel­lence in Medi­cine and IT), das im April 2007 aus dem Zusam­men­schluss der bereits 2002 gegrün­de­ten Kom­pe­tenz­zen­tren KMT (Kom­pe­tenz­zen­trum Medi­zin Tirol) und Hitt (Health Infor­ma­tion Tech­no­lo­gies Tyrol) fusio­niert wurde, ver­steht sich nicht nur als Dienst­leis­ter und Pro­jekt­ab­wick­ler für For­scher, son­dern als „Inku­ba­tor, aber auch admi­nis­tra­ti­ver Part­ner für große und größte For­schungs­pro­jekte und ‑zen­tren“, betont Unterholzner.

Das Cemit hat zur­zeit 21 Mit­ar­bei­ter, das Bud­get aller betreu­ten For­schungs­pro­jekte beträgt ins­ge­samt rund 78 Mio. Euro. Flagg­schiff der betreu­ten For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten ist Onco­ty­rol, das im Zuge des Comet-Pro­gramms (Com­pe­tence Cen­ter of Excel­lent Tech­no­lo­gies : das neue Kom­pe­tenz­zen­tren-Pro­gramm des Bunds, abge­wi­ckelt durch die FFG) als K1-Zen­trum bewil­ligt wor­den ist.
Comet för­dert For­schungs­leis­tun­gen, getra­gen von Wis­sen­schaft und Wirt­schaft. Die höchste Stufe sind K2-Zen­tren, gefolgt von den K1-Zen­tren wie Onco­ty­rol und drit­tens den K‑Projekten. Onco­ty­rol bün­delt die Tiro­ler For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten in der Krebs­for­schung. Erst­mals arbei­ten For­scher aller drei Tiro­ler Unis (Med-Uni Inns­bruck, Lud­wig-Fran­zens-Uni, Pri­vat-Uni Umit) zusam­men. Onco­ty­rol fokus­siert auf die drei Berei­che chro­ni­sche Leuk­ämie, Pro­stata- und Brust­krebs und zielt auf per­so­na­li­sierte Krebs­for­schung ab.
Im Kon­sor­tium von Onco­ty­rol fin­den sich neben den drei Unis, dem Land Tirol (Tiro­ler Zukunfts­stif­tung), der Tilak (Tiro­ler Lan­des­kran­ken­häu­ser) und der Cemit auch noch zahl­rei­che Pharma-Unternehmen.

Onco­ty­rol : Kampf dem Krebs
Im Vor­feld der Grün­dung von Onco­ty­rol, das über vier Jahre über ein Bud­get von 24 Mio. Euro ver­fügt, hatte es Pro­bleme gege­ben : Ursprüng­lich war es als K2-Zen­trum geplant. Davon waren aber nur drei vor­ge­se­hen. Da die Tiro­ler auf dem vier­ten Platz lan­de­ten, drohte das Schei­tern. Schließ­lich wurde dar­aus ein K1-Zen­trum. Seit ver­gan­ge­nen Som­mer wird gear­bei­tet, mit mehr­mo­na­ti­ger Ver­spä­tung wurde die Onco­ty­rol GmbH dann Anfang Okto­ber 2008 gegrün­det. Aus dem beab­sich­tig­ten Folge-antrag für eine Umstel­lung auf ein K2-Zen­trum wird jedoch nichts. Gründe dafür waren Wir­ren an der Medi­zin-Uni, die dazu führ­ten, „dass ein Teil der Onco­ty­rol-Pro­jekte nicht so rei­bungs­los star­ten konnte wie geplant“, wie Unter­holz­ner eingestand.
Dafür freut man sich beim Cemit jetzt über erste Ergeb­nisse : Gott­fried Baier von der Sek­tion für Human­ge­ne­tik der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns-bruck, der auch Lei­ter eines For­schungs­be­reichs bei Onco­ty­rol ist, hat ein Patent und eine Publi­ka­tion ein­ge­reicht, die sich mit einer Immun­zell­the­ra­pie gegen Krebs befas­sen. „Bis zum Som­mer sol­len alle 27 Pro­jekte bei Onco­ty­rol gestar­tet sein“, hofft Unter­holz­ner. Zwei­tes Groß­pro­jekt ist Age Tyrol, das dar­auf abzielt, die Gesund­heit älte­rer Men­schen mög­lichst lange zu erhal­ten. Dafür wurde von der Cemit im Zuge der zwei­ten Comet-Aus­schrei­bung ein Antrag als K1-Zen­trum bei der FFG ein­ge­bracht. Die Ent­schei­dung über Age Tyrol (Bud­get : 18 Mio. Euro) fällt im Früh­jahr. Läuft alles nach Plan, so kann das neue Zen­trum für Alters­for­schung 2010 die Arbeit auf­neh­men. Auch im Bereich Medi­zin-Infor­ma­tik ist das Cemit aktiv. So wurde im Pro­jekt Health@net ein Pro­to­typ für eine IT-Ver­net­zung von Spi­tä­lern und nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten ent­wi­ckelt. Künf­tig sol­len Befunde elek­tro­nisch über­mit­telt wer­den. Noch im ers­ten Quar­tal wird mit der Imple­men­tie­rung gestartet.

Autor:
15.01.2009

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