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Donnerstag, 11.12.2025 | 09:49
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Licht­blick beim Thema Lungenkrebs

Uni­kli­nik Inns­bruck ent­wi­ckelt neues Radio­phar­ma­zeu­ti­kum für frü­here Erken­nung und bes­sere Behand­lung des Lun­gen­kar­zi­noms. Ansatz der Therag­nos­tik ver­schränkt Dia­gnos­tik und ziel­ge­rich­tete Therapie. 

An der Univ.-Klinik für Nukle­ar­me­di­zin der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck wurde ein neues Radio­phar­ma­zeu­ti­kum ent­wi­ckelt, mit dem Lun­gen­tu­more frü­her erkannt und schließ­lich geziel­ter behan­delt wer­den kann. Die inno­va­tive Tech­no­lo­gie folgt dem soge­nann­ten Ansatz der Therag­nos­tik, wo Dia­gnos­tik und ziel­ge­rich­tete The­ra­pie eng ver­knüpft sind. Mit einem US-Indus­trie­part­ner soll die Tech­no­lo­gie nun für den kli­ni­schen Ein­satz wei­ter­ent­wi­ckelt werden.

Neues Radio­phar­ma­kon wird in PET-Bild­ge­bung eingesetzt
Radio­phar­maka sind radio­ak­tiv mar­kierte Arz­nei­mit­tel, die in Kom­bi­na­tion mit bild­ge­ben­den Ver­fah­ren zur Dia­gnos­tik, aber auch bei der Radio­nu­klid­the­ra­pie zur geziel­ten Behand­lung von Tumo­ren ein­ge­setzt wer­den. An der Inns­bru­cker Univ.-Klinik für Nukle­ar­me­di­zin wurde eine neue radio­ak­tiv mar­kierte Sub­stanz ent­wi­ckelt, die nun erst­mals bei einer Pati­en­tin für die Dia­gnose des klein­zel­li­gen Lun­gen­kar­zi­noms ein­ge­setzt wurde. Das neue Radio­phar­ma­kon wird der­zeit in der PET-Bild­ge­bung (Posi­tro­nen-Emis­si­ons-Tomo­gra­phie) eingesetzt. 

Die Sub­stanz zeigt aber auch viel­ver­spre­chen­des Poten­zial für die The­ra­pie die­ses schnell wach­sen­den Tumors, der zehn bis fün­zehn Pro­zent der Lun­gen­krebs­fälle aus­macht. Nun wird das Radio­phar­ma­kon im Rah­men einer Lizenz­ver­ein­ba­rung mit dem US-Unter­neh­men Ever­green Therag­no­stics für die kli­ni­sche Anwen­dung wei­ter­ent­wi­ckelt. Die ent­spre­chen­den Lizenz­ver­hand­lun­gen wur­den von der Firma Ascen­ion als Tech­no­lo­gie­trans­fer­part­ner der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck unterstützt.

Der Tumor wird gezielt bestrahlt
Bei der neuen, von der Radio­phar­ma­zeu­tin Eli­sa­beth von Gug­gen­berg im Rah­men eines vom FWF geför­der­ten Pro­jek­tes ent­wi­ckel­ten Tech­no­lo­gie, han­delt es sich um ein mit einem Radio­nu­klid (Anm. Gal­lium-68) mar­kier­tes Mole­kül, das spe­zi­fisch an den Chole­cys­to­ki­nin-2-Rezep­tor bin­det. „Das neu ent­wi­ckelte Medi­ka­ment kann bei ver­schie­de­nen Tumo­ren ein­ge­setzt wer­den, die die­sen Rezep­tor auf­wei­sen. Beim klein­zel­li­gen Lun­gen­kar­zi­nom ist dies mit einer Häu­fig­keit von mehr als 50 Pro­zent der Fall“, sagt Eli­sa­beth von Guggenberg.

Über den Rezep­tor, eine Eiweiß­struk­tur, die auf der Zell­ober­flä­che sitzt, wird das Medi­ka­ment dann ins Innere der Krebs­zelle ein­ge­schleust. „Dadurch kann zum einen das Tumor­ge­webe bild­ge­bend dar­ge­stellt wer­den, die Tumor­zel­len kön­nen aber auch gezielt und unter Scho­nung des gesun­den Gewe­bes mit radio­ak­ti­ver Strah­lung zer­stört wer­den“, erläu­tert Gug­gen­berg die the­ra­peu­ti­sche Relevanz. 

Inns­bru­cker Exper­tise wird auch für andere Kar­zi­nome eingesetzt
Die Erkennt­nisse wur­den kürz­lich im renom­mier­ten Euro­pean Jour­nal of Nuclear Medi­cine and Medi­cal Ima­ging ver­öf­fent­licht. „Unsere For­schung stellt einen bedeu­ten­den Fort­schritt auf dem Gebiet der Onko­lo­gie dar. Mit der kli­ni­schen Umset­zung des mole­ku­la­ren Bild­ge­bungs­an­sat­zes konn­ten wir den Nach­weis der ver­bes­ser­ten Visua­li­sie­rung des Tumors erbrin­gen und damit auch die Grund­lage für die Pep­tid-Rezep­tor-Radio­nu­klid-The­ra­pie mit the­ra­peu­ti­schen Radio­nu­kli­den schaf­fen”, so Irene Vir­go­lini, Direk­to­rin der Univ.-Klinik für Nuklearmedizin.

An der Ent­wick­lung dia­gnos­tisch als auch the­ra­peu­tisch ein­setz­ba­rer Radio­phar­maka wird bereits seit vie­len Jah­ren inten­siv geforscht. Der neue PET-Tra­cer zur Visua­li­sie­rung des Cholecystokinin‑2 Rezep­tors wurde an der Inns­bru­cker Nukle­ar­me­di­zin auch bereits bei Patient:innen mit medul­lä­rem Schild­drü­sen­kar­zi­nom und ande­ren neu­ro­en­do­kri­nen Tumo­ren in einer kli­ni­schen Stu­die erprobt. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Med Uni Inns­bruck und Ever­green Therag­no­stics (US), die die Tech­no­lo­gie der Med Uni Inns­bruck lizen­ziert hat, unter­streicht das gemein­same Enga­ge­ment in der Patient:innenversorgung.

Autor: red/czaak
28.05.2024

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