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© IST Austria/Nadine Poncioni

Mathe­ma­tik und hoch­kom­plexe Biophysik

Gaš­per Tkačik, Bio­phy­si­ker vom IST Aus­tria erhält Lie­ben-Preis der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten für seine For­schun­gen an Schnitt­stelle zwi­schen Phy­sik, Bio­lo­gie und Neurowissenschaften.

Hält die Mathe­ma­tik den Schlüs­sel bereit, um hoch­kom­plexe bio­phy­si­ka­li­sche Abläufe in Orga­nis­men umfas­send begrei­fen zu kön­nen ? Die­ser Frage geht der Bio­phy­si­ker Gaš­per Tkačik nach und für seine weg­wei­sen­den For­schun­gen zum Thema wird Tkačik nun mit dem 36.000 Dol­lar dotier­ten Ignaz L. Lie­ben-Preis der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) aus­ge­zeich­net, eine der wich­tigs­ten Prä­mie­run­gen von Aka­de­mie und Öster­rei­chi­scher Forschungscommunity.

Phy­sik bio­lo­gi­scher Netzwerke
Gaš­per Tkačik und seine For­schungs­gruppe am nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Insti­tute for Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (IST Aus­tria) unter­su­chen bio­lo­gi­sche Netz­werke aus einer mul­ti­dis­zi­pli­nä­ren Per­spek­tive. Ent­hal­ten sind Metho­den und Ansätze der Infor­ma­ti­ons­theo­rie, der sta­tis­ti­schen Phy­sik, der Bio­phy­sik und der Bio­lo­gie – und die die­nen zur Erfor­schung von Abläu­fen, wie etwa che­mi­schen Reak­ti­ons­ket­ten in Zel­len und Neu­ro­nen­ver­bin­dun­gen im Gehirn. 

Tkačik will dabei die Über­tra­gung von Infor­ma­tion und die Ent­ste­hung von Infor­ma­ti­ons­netz­wer­ken sowie deren bio­lo­gi­sche Funk­tio­nen erfas­sen. Ein Ziel ist, auf mathe­ma­ti­sche Theo­rien und Modelle hin­zu­ar­bei­ten, mit denen sich evo­lu­tio­näre Ent­wick­lun­gen von Orga­nis­men beschrei­ben und vor­her­sa­gen lassen.

Preis­trä­ger Gaš­per Tkačik und der Lieben-Preis
Gaš­per Tkačik stu­dierte Phy­sik an der Uni­ver­si­tät Ljubljana (SLO) und an der Prince­ton Uni­ver­sity (US), wo er 2007 pro­mo­vierte. Von 2008 bis 2010 hatte er eine Post­doc-Stelle an der Uni­ver­sity of Penn­syl­va­nia, Phil­adel­phia, inne. 2011 kehrte er als Assistant Pro­fes­sor am Klos­ter­neu­bur­ger IST Aus­tria nach Europa zurück und baute hier die For­schungs­gruppe „Theo­re­ti­cal Bio­phy­sics and Neu­ro­sci­ence“ auf. Für seine For­schun­gen erhielt Tkačik bereits meh­rere Aus­zeich­nun­gen, dar­un­ter zwei Grants des Human Fron­tier Sci­ence Pro­gram (HFSP) sowie För­de­run­gen des Wis­sen­schafts­fonds FWF.

Der mit 36.000 Dol­lar dotierte Ignaz L. Lie­ben-Preis der ÖAW ist nach den Grün­dern des Bank­hau­ses Lie­ben benannt und wird seit 1865 von der Aka­de­mie für junge Wis­sen­schaft­le­rIn­nen aus den Berei­chen Che­mie, Phy­sik und Phy­sio­lo­gie oder Mole­ku­lar­bio­lo­gie ver­ge­ben. Bis­he­rige Preis­trä­ger waren etwa Lise Meit­ner und Mari­etta Blau sowie die Nobel­preis­trä­ger Vik­tor Hess und Otto Loewi. Gaš­per Tkačik ist bis­her jüngs­ter Preis­trä­ger, er wird die Aus­zeich­nung am 27. Februar an der ÖAW ent­ge­gen­neh­men und dabei auch Ein­bli­cke in seine For­schun­gen und bis­he­ri­gen Erkennt­nisse geben. 

hello world!
Autor: red/mich
28.02.2020

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